Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.08.2014

12:35 Uhr

Flugbetrieb wieder aufgenommen

Pilotenstreik bei Germanwings beendet

Der Streik der Germanwings-Piloten ist vorerst beendet. Um 12 Uhr wurde der Flugbetrieb wieder aufgenommen. Betroffen waren vor allem Inlandsflüge – und etwa 15.000 Passagiere. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen.

15.000 Passagiere betroffen

Streik bei Germanwings: 116 Flüge gestrichen

15.000 Passagiere betroffen: Streik bei Germanwings: 116 Flüge gestrichen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Köln/Düsseldorf/FrankfurtDie Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings haben ihren befristeten Ausstand am Freitagmittag beendet. Die Airline bestätigte, dass um 12.00 Uhr der Flugbetrieb wieder aufgenommen worden sei. Allerdings könne es durch Verzögerungen und Verschiebungen auch am Nachmittag vereinzelt noch zu Streichungen kommen. Durch den sechsstündigen Streik waren von geplanten 164 insgesamt 116 Flüge ausgefallen und rund 15.000 Passagiere betroffen.

Trotz der Streiks der Piloten war es an den betroffenen Airports zu keinen größeren Behinderungen gekommen, bestätigen Sprecher der Airports übereinstimmend. Viele Fluggäste seien vorab über ihre Reisebüros, SMS oder Mails informiert worden. Die Streiks hätten bei der Airline einen wirtschaftlichen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe verursacht, sagte ein Unternehmenssprecher.

Nach gescheiterten Tarifverhandlungen hatte die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit angekündigt, dass die Piloten von Germanwings an allen deutschen Flughäfen von 6.00 bis 12.00 Uhr ihre Arbeit niederlegen werden.

Ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit wollte am Freitag nicht ausschließen, dass der Ausstand in den nächsten Tagen fortgesetzt werde. Davon könnten nicht nur Flüge der Germanwings, sondern auch bei Lufthansa und der Frachttochter Cargo betroffen sein. Die Pilotengewerkschaft wolle erst einmal „leichte Nadelstiche“ setzen, um das Management des Konzerns in dem Tarifstreit zu Kompromissen zu bewegen und an den Verhandlungstisch zu bringen.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

Platz 10

US Airways (USA) - 66 Millionen Passagiere

Durch die Fusion mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft ab Herbst 2013 zur größten der Welt auf. Im vergangenen Jahr schaffte die Airline nur knapp den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

China Eastern Airlines (China) - 73 Millionen Passagiere

Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.

Platz 8

Air France-KLM (Frankreich) - 77 Millionen Passagiere

Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Darum wurde zuletzt sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad eingegangen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.

Platz 7

Ryanair (Irland) - 79 Millionen Passagiere

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.

Platz 6

China Southern Airlines (China) - 87 Millionen Passagiere

Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, die Flotte soll in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.

Platz 5

Lufthansa (Deutschland) - 103 Millionen Passagiere

Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Besonders das Geschäft in Europa sorgte zuletzt aber für Millionenverluste. Viele europäische Strecken wurden darum auf die Billigtochter Germanwings umgestellt.

Platz 4

American Airlines (USA) - 108 Millionen Passagiere

Ende 2011 musste die Fluggesellschaft noch Insolvenz anmelden - bald könnte sie durch die Fusion mit US Airways zur größten der Welt aufsteigen.

Platz 3

Southwest Airlines (USA) - 109 Millionen Passagiere

Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke.

Platz 2

United Continental (USA) - 140 Millionen Passagiere

Die Airline aus Chicago verpasst den Spitzenplatz nur knapp. Als Mitglied der Star Alliance ist United auch ein wichtiger Partner der Lufthansa.

Platz 1

Delta Airlines (USA) - 165 Millionen Passagiere

Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. Durch die Fusion von American Airlines und US Airways dürfte Delta als größte Fluggesellschaft abgelöst werden. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Mit dem Arbeitskampf verleiht Cockpit der Forderung nach einer Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente Nachdruck. Falls das Lufthansa-Management nicht einlenkt, droht die Gewerkschaft mit weiteren Streiks. Die Piloten hatten bereits im April die Arbeit für drei Tage niedergelegt. Damals musste die Kranich-Linie 3800 Flüge annullieren, und insgesamt waren 425.000 Passagiere betroffen. Bei der Gewerkschaft sind 5400 Lufthansa-Flugzeugführer organisiert.

Hintergrund des Konflikts bei Europas größter Airline ist der Streit um die Übergangsrente für die Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo. Erneute Verhandlungen zwischen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit waren am Donnerstag gescheitert.

Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Die aktuelle Regelung zur Übergangsrente will die Airline bis 2016 beibehalten, um ausreichend Zeit für Verhandlungen zu haben.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Teito Klein

29.08.2014, 07:32 Uhr

Pilotenstreik
------------
Alle entlassen. Es gibt genügend Piloten auf der Welt, die deren Job übernehmen können.
Dann haben die hochnäsigen "Piloten" 24/7 Freizeit.

Sollen sie doch zu Aeroflot wechseln, oder zu EasyJet, oder zu Ryanair.

Zum Glück gibt es noch andere Airlines, welche nicht auf Kosten ihrer Kunden streiken.
Und wer braucht die "Lusthansa"?

J. G.

29.08.2014, 14:21 Uhr

He, he, PUT auf Lufthansa? Kernkompetenz der Fliegerei ist durch den Vorstand gefährdet. Das kann aktientechnisch nur abwärts gen Süden bedeuten. Und auch die nächste Streik-Runde frisst wieder zweistellig am Gewinn...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×