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20.09.2012

17:27 Uhr

Fluggesellschaft Aeroflot

Pilot kritisiert Sicherheit

Ein Pilot der russischen Fluggesellschaft Aeroflot hat schwere Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber erhoben. Aeroflot kalkuliere die Flugzeiten mit Absicht zu knapp, um keinen dritten Piloten an Bord einsetzen zu müssen.

Sparmaßnahmen auf Kosten der Sicherheit der Passagiere, wirft ein Pilot der Fluggesellschaft Aeoroflot vor. dpa

Sparmaßnahmen auf Kosten der Sicherheit der Passagiere, wirft ein Pilot der Fluggesellschaft Aeoroflot vor.

MoskauEin Pilot der russischen Fluggesellschaft Aeroflot hat seinem Arbeitgeber Einsparungen zu Lasten der Sicherheit vorgeworfen. Aeroflot veranschlage für Langstreckenflüge absichtlich eine zu knapp kalkulierte Flugzeiten, um keinen dritten Piloten an Bord einsetzen zu müssen, sagte Igor Deldjuschow der russischen Zeitung "Nowie Iswestja" vom Donnerstag. "Das Unternehmen spart dutzende Millionen Rubel jährlich für einen täglichen Flug, auf Kosten der Sicherheit der Passagiere und der Gesundheit der Piloten", ergänzte er.

Als Beispiel führte der Vorsitzende der Pilotengewerkschaft am Flughafen Moskau-Scheremetjewo einen Flug zwischen Tokio und Moskau an. Die durchschnittliche Flugzeit betrage auf dieser Strecke zehn Stunden und 45 Minuten. Aeroflot schreibe in seinen Plänen aber zehn Stunden und 20 Minuten fest. Nach Kalkulation des Unternehmens belaufe sich die Arbeitszeit der Piloten inklusive Vor- und Nachbereitung auf elf Stunden und 50 Minuten. Tatsächlich seien es aber zwölf Stunden und 15 Minuten, sagte Deldjuschow.

Piloten dürfen nach einer russischer Vorschrift maximal zwölf Stunden am Stück arbeiten, theoretisch müsste also eigentlich auf der Strecke ein dritter Pilot mit an Bord sein. Deldjuschow hatte kürzlich einen Prozess gegen Aeroflot gewonnen und seine Wiedereinstellung erreicht. Das Unternehmen hatte ihn entlassen, weil er einen dritten Piloten auf einem Flug von Moskau nach Tokio eingesetzt hatte. Seine Vorwürfe kommentierte Aeroflot zunächst nicht. Das Unternehmen befindet sich in internationalen Sicherheits-Ranglisten im Mittelfeld.

Von

afp

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