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18.10.2012

09:56 Uhr

Fluggesellschaft

Air Berlin verschärft Sparkurs

Air Berlin muss weiter sparen und legt zu dem laufenden Sparprogramm ein neues nach. So will Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft die Gewinnzone erreichen. Den Aktionären reicht das aber nicht.

Air Berlin will weiter sparen. dpa

Air Berlin will weiter sparen.

FrankfurtAir Berlin reagiert mit einem verschärften Sparkurs auf die gestiegenen Treibstoffkosten und die trüben Wirtschaftsaussichten. Die seit Jahren defizitäre Airline kündigte am Donnerstag ein neues Sparprogramm namens „Turbine 2013“ an, um wie geplant im kommenden Jahr ein positives Betriebsergebnis zu erreichen. Details wie die Höhe der angestrebten Einsparungen oder mögliche Stellenstreichungen ließ Deutschlands zweitgrößte Airline vorerst offen. „Das Programm wird die Strukturen und Prozesse des Unternehmens auf den Prüfstand stellen mit dem Ziel, sie zu optimieren und signifikant Kosten zu reduzieren“, hieß es lediglich.

Die gebeutelte Fluglinie hat in den vergangenen Monaten bereits unrentable Flugverbindungen gestrichen, um die Auslastung ihrer Maschinen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Mit dem bereits laufenden Sparprogramm „Shape & Size“ will Air Berlin bis Ende 2012 die Kosten um 230 Millionen Euro drücken. Dieses laufe „besser als erwartet“ und werde planmäßig fortgeführt.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Air Berlin hat zuletzt 2007 einen Nettogewinn eingeflogen. Besserung ist bisher nicht in Sicht: Im zweiten Quartal stiegen die Verluste, die Eigenkapitalquote schrumpfte. Große Hoffnungen setzt Air Berlin auf die Allianz mit dem arabischen Großaktionär Etihad sowie die vor kurzem angekündigte Partnerschaft mit Air France-KLM.

An der Börse konnte Air Berlin mit dem neuen Sparprogramm nicht punkten. Die Aktien der Airline fielen um 0,6 Prozent auf 1,56 Euro.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Fluggast

18.10.2012, 09:59 Uhr

Mehdorn bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Produkte kaputtmachen.
Immer wieder fein dat...

zwo

18.10.2012, 10:04 Uhr

Und wenn die Kundschaft ausbleibt, das ist ja nicht die deutsche Bahn, die Mehdorn da an die Wand fliegen will, dann is aus mit dem Spiel - so einfach geht das.

Cosmo

18.10.2012, 10:59 Uhr

... bald wird airberlin Geschichte sein; es müssen nur noch die Kunden wegrationalisiert werden

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