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28.11.2013

19:16 Uhr

Fluggesellschaft

Alitalia nimmt 173 Millionen Euro ein

Die angeschlagene Alitalia hat mit einer Kapitalerhöhung 173 Millionen Euro eingenommen. Doch das reicht nicht, um aus dem finanziellen Tal zu kommen. Nun soll eine weitere Finanzierungsrunde einläutet werden.

Die Schulden steigen: Im ersten Halbjahr verbuchte Alitalia mit ihren 14.000 Beschäftigten einen Nettoverlust von 294 Millionen Euro. AFP

Die Schulden steigen: Im ersten Halbjahr verbuchte Alitalia mit ihren 14.000 Beschäftigten einen Nettoverlust von 294 Millionen Euro.

MailandDie angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia hat für ihre 300 Millionen schwere Kapitalerhöhung bislang nur Zusagen über gut die Hälfte des gesamten Volumens erhalten. Bis zur Frist für die Altaktionäre nahm die italienische Airline nach eigenen Angaben vom Donnerstag durch die Ausgabe von neuen Aktien 173 Millionen Euro ein. Darin seien Garantiezahlungen von den beiden italienischen Großbanken Intesa Sanpaolo und Uni Credit enthalten.

Den Rest der Anteilsscheine will Alitalia nun in einer zweiten Runde losschlagen. So soll die staatliche Post wie mit der Regierung vereinbart 75 Millionen Euro beisteuern. Alitalia hoffe, noch weitere Investoren zu finden. Die Interessensbekunden müssten bis zum 10. Dezember bestätigt werden.

„Angesichts der Informationen, die uns bislang vorliegen, geht das Unternehmen von einer vollständigen Zeichnung der Kapitalerhöhung aus", hieß es in einer Mitteilung der Fluggesellschaft.

Alitalia benötigt dringend frisches Geld, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Das Unternehmen ächzt unter einem Schuldenberg von etwa 950 Millionen Euro und fliegt täglich fast 700.000 Euro Verlust ein. Seit 2002 fiel kein Gewinn mehr an.

Im Oktober hatte die Regierung in Rom mit einem Rettungspaket den Flugbetrieb vorerst gesichert. Der Rettungsplan war in aller Eile und mit kräftiger Hilfe der Regierung zusammengezimmert worden: Der italienische Ölkonzern Eni hatte gedroht, wegen unbezahlter Rechnungen kein Kerosin mehr zu liefern

Großaktionär Air France-KLM zieht bei der Kapitalerhöhung nicht mit. Die französisch-niederländische Fluggesellschaft will dafür aber eine Anleihe in Aktien wandeln. Mit der geringeren Beteiligung büßt Air France Veto-Rechte ein.

Die Italiener benötigen deshalb einen anderen strategischen Partner, der aber noch nicht in Sicht ist. Potenzielle Kandidaten wie die Deutsche Lufthansa, Etihad Airways oder Aeroflot haben bisher alle gepasst. Zuletzt hatte es in Gewerkschaftskreisen geheißen, dass Alitalia den Abbau von bis zu 2600 Arbeitsplätzen erwäge.

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