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03.10.2011

15:37 Uhr

Fluggesellschaft

De Juniac wird neuer Chef bei Air France

VonTino Andresen

Die Fluggesellschaft Air France-KLM, einer der größten Rivalen der Lufthansa, hat einen neuen Kronprinzen gekürt. Laut einem Zeitungsbericht ist die Wahl auf einen alten Vertrauten von IWF-Chefin Lagarde gefallen.

Betrieb auf dem niederländischen Flughafen Schiphol nahe Amsterdam. BLOOMBERG NEWS

Betrieb auf dem niederländischen Flughafen Schiphol nahe Amsterdam.

Paris Der Präsident und der Nominierungsausschuss des Verwaltungsrats von Air France-KLM haben sich laut der französischen Wirtschaftszeitung „La Tribune“ auf Alexandre de Juniac verständigt, den 49-jährigen Ex-Büroleiter der damaligen Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde und ehemaligen Topmanager des Rüstungskonzerns Thales.

Alexandre de Juniac soll demnach zum 1. Januar zunächst die Führung von Air France übernehmen. Er folgt auf seinen Förderer Pierre-Henri Gourgeon, der weiterhin den Konzern Air France-KLM leitet. De Juniac ist jedoch auch für diesen Posten designierter Nachfolger des heute 65-Jährigen. Er soll ihn laut „La Tribune“ spätestens im April 2014 ablösen. Das wäre ein Jahr vor Gourgeons Vertragsende.

De Juniac ist Absolvent der französischen Elitehochschulen École polytechnique und École nationale d’Administration (Ena) und will schon länger hoch hinaus. Es ist nicht sein erster Anlauf, aber diesmal scheint es zu glücken – auch wenn der Festlegung auf den Vertrauten von Staatspräsident Nicolas Sarkozy offenbar ein heftiges Ringen zwischen Gourgeon und Verwaltungsratspräsident Jean-Cyril Spinetta vorausgegangen ist. Der französische Staat ist mit einem Anteil von 15,7 Prozent Hauptaktionär von Air France-KLM, scheint sich aber nicht eingemischt zu haben.

Die Zustimmung des Verwaltungsrats von Air France-KLM zum neuen Air France-Chef gilt als Formsache, zumal die mächtige Pilotengewerkschaft SNPL de Juniac unterstützt und er als Internen den bisherigen Marketingvorstand Bruno Matheu als Vize zur Seite gestellt bekommt. Air France-KLM ist härter von der Krise getroffen worden als die Konkurrenz. Der Konzern muss seine Kosten senken. Unter anderem hat er deshalb am vergangenen Sonntag Marseille als neuen Knotenpunkt in Betrieb genommen. Von dort fliegt er nun 13 neue Ziele an. Früher oder später muss die Holding zudem Alitalia integrieren.

Der ausgebildete Jagdflieger Gourgeon hat den Konzern mitten in der Krise übernommen. Zunächst wurde er für den Einstieg bei der italienischen Fluggesellschaft Alitalia von der französischen Presse mit Schlagzeilen gefeiert wie „Er ist noch schlauer als Spinetta“ (sein Vorgänger). Doch die Rahmenbedingungen machten ihm schwer zu schaffen. Hinzu kam der fürs Image verheerende Absturz eines Airbus A330 mit 228 Passagieren an Bord auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris Mitte 2009.

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