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22.03.2014

11:17 Uhr

Fluggesellschaft

Etihad will Anteil an Air Berlin aufstocken

Neue Spekulationen um Air Berlin: Großaktionär Etihad will offenbar seinen Anteil an der angeschlagenen Fluggesellschaft von 30 auf fast 50 Prozent erhöhen. Außerdem soll das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt werden.

Stewardessen von Air Berlin und Etihad Airways: Analysten rechnen für das vergangene Jahr mit einem deutlichen Minus bei der deutschen Fluggesellschaft. dpa

Stewardessen von Air Berlin und Etihad Airways: Analysten rechnen für das vergangene Jahr mit einem deutlichen Minus bei der deutschen Fluggesellschaft.

BerlinDer Großaktionär von Air Berlin wird einem Magazinbericht zufolge seinen Anteil an der angeschlagenen Fluggesellschaft auf fast 50 Prozent aufstocken. Die Airline Etihad aus Abu Dhabi werde ihre Beteiligung von knapp 30 auf 49,9 Prozent erhöhen, schrieb die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Air-Berlin-Kreise.

Zudem solle Deutschlands zweitgrößte Fluglinie von der Börse genommen und in eine GmbH umgewandelt werden. Bei einer höheren Beteiligung Etihads könnte Air Berlin Flugrechte in Staaten außerhalb der EU verlieren und wäre für den Konzern aus dem Golf-Emirat praktisch wertlos, schrieb das Magazin. Der Status von Air Berlin als deutsche Fluggesellschaft solle erhalten bleiben. In den vergangenen Tagen war über den weiteren Kurs des Lufthansa -Rivalen spekuliert worden, nachdem die Airline ihre für vergangenen Donnerstag geplante Bilanzpressekonferenz kurz zuvor um eine Woche verschoben hatte.

Die Kleinaktionäre, die 38,5 Prozent halten, sollten abgefunden werden. Deren Anteile sollten an frühere Spitzenmanager der Fluggesellschaft und weitere Topmanager gehen. Ausscheiden solle die türkische Unternehmerfamilie Sabanci. Nach dem Rückzug von der Börse werde die derzeitige britische Rechtsform „plc“ vermutlich in eine GmbH umgewandelt.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Ein Air-Berlin-Sprecher erklärte auf Anfrage, die Fluggesellschaft werde Spekulationen nicht kommentieren. Einer Erklärung vom Mittwoch angesichts der Verschiebung der Bilanzpressekonferenz sei nichts hinzuzufügen. Darin hatte es geheißen, dass derzeit Gespräche über Optionen geführt werden, die im Falle einer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft hätten.

Geschäftlich geht es Air Berlin nicht gut. Analysten rechnen für das vergangene Jahr mit einem deutlichen Minus. Erwartet wird ein operativer Jahresverlust (Ebit) zwischen 114 und 132 Millionen Euro nach 70 Millionen Euro Gewinn im Jahr zuvor. Der Konzern hatte damals von hohen Extraeinnahmen aus dem Verkauf seines Vielfliegerprogramms an Etihad profitiert. Die arabische Fluglinie hatte Air Berlin zuletzt finanziell kräftig unterstützt.

Experten sehen neue Allianzen als möglichen Weg, um Air Berlin wieder flott zu machen. Spekuliert worden war auch über eine Anbindung von Air Berlin an Alitalia.

Von

rtr

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