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08.01.2015

14:15 Uhr

Fluggesellschaft

Germanwings übernimmt letzte Lufthansa-Nebenstrecke

Germanwings hat die letzte Europa-Nebenstrecke der Lufthansa übernommen. Am Donnerstag ging auch die Verbindung Düsseldorf-Zürich an die Billigtochter über. Und diese soll nun endlich schwarze Zahlen schreiben.

Germanwings hat die Nebenstrecken in Europa vom Mutterkonzern Lufthansa übernommen. dpa

Germanwings hat die Nebenstrecken in Europa vom Mutterkonzern Lufthansa übernommen.

FrankfurtEuropaflüge der Lufthansa sind auf Strecken abseits der Drehkreuze Frankfurt und München ab sofort Geschichte. Von diesem Donnerstag an wird die letzte der 115 ehemaligen Lufthansa-Verbindungen von der Billigtochter Germanwings übernommen, wie Europas größte Fluggesellschaft in Frankfurt mitteilte. Gut zwei Jahre nach der Vorstellung der Pläne ist die Übertragung der Strecken auf die Kölner Tochter damit abgeschlossen. Für das neue Jahr erhofft sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr von der vergrößerten Germanwings nach früheren Angaben erstmals schwarze Zahlen. Nun steht der Aufbau der neuen Billigmarke Eurowings auf dem Plan.

Als letzte Strecke ging am Donnerstag die Verbindung Düsseldorf-Zürich an Germanwings über. Der noch unter dem früheren Lufthansa-Chef Christoph Franz eingeleitete Umbau sollte mit den Verlusten der Lufthansa auf den dezentralen Europastrecken ein für alle Mal Schluss machen. Germanwings ist zu etwa 20 Prozent niedrigeren Stückkosten unterwegs als die „Kranichlinie“. Die Lufthansa fliegt Europa-Strecken unter ihrem eigenen Namen nur noch von und zu den Drehkreuzen München und Frankfurt.

Die drei großen Airlines vom Golf

Newcomer in der Luftfahrt

Vor allem die Golf-Airlines Emirates, Etihad und Qatar Airways mischen das weltweite Luftfahrtgeschäft auf. Sie zählen zu den Großkunden der Flugzeughersteller Airbus und Boeing.

Emirates mit großer Marktmacht

Schlagzeilen macht vor allem Emirates, die rasant wachsende Airline aus dem Golf-Emirat Dubai. Sie schreckt europäische Konkurrenten wie die Lufthansa auf und spielt auch gegenüber den Flugzeugbauern ihre Marktmacht aus. Emirates ist der weltweit größte Betreiber der Großraumjets Airbus A380 und Boeing 777. Erst im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft ihre Bestellungen für den Superjumbo A380 von 90 auf 140 Maschinen aufgestockt.

Dubai soll zum Weltumsteige-Flughafen werden

Geführt wird die Airline vom Briten Tim Clark, das uneingeschränkte Sagen hat jedoch Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum, der zugleich Chef des Flughafens und der Luftfahrtbehörde ist. Er treibt seit Jahren seine Pläne voran, Emirates zur führenden Airline und Dubai zum Weltumsteige-Flughafen zwischen Europa und Asien zu machen. Nach Angaben der Gruppe lag der Jahresumsatz zuletzt bei knapp 24 Milliarden Dollar (rund 18 Milliarden Euro).

Etihad startete auf königlichen Erlass

2003 hob Etihad, die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate, erstmals ab – auf königlichen Erlass. Der Rivale der großen Emirates zählt zu den schnell wachsenden Golf-Airlines. Noch ist die Flotte mit Drehkreuz in Abu Dhabi mit 72 Flugzeugen halb so groß wie die der Air Berlin, schon in sechs Jahren sollen es aber 158 Maschinen sein.

Kräftiges Passagierplus

2013 beförderte Etihad knapp 12 Millionen Passagiere, ein Plus von 16 Prozent. Das wirkt gegen die 31,5 Millionen der Beteiligung Air Berlin auch deshalb bescheiden, weil bei Etihad lange Strecken dominieren. Die knapp 11.000 Beschäftigten erwirtschafteten 2013 6,1 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Qatar Airways Erstkunde bei der A350

Qatar Airways aus dem Emirat Katar komplettiert das Trio vom Golf. Die Fluggesellschaft wurde 1993 gegründet, ebenfalls auf Betreiben der Herrscherfamilie. Die Airline ist Großkunde bei Airbus und Boeing und hat nach eigenen Angaben 280 Flugzeuge bestellt. Beim neuen Airbus-Mittelstreckenjet A350 ist Qatar Airways Erstkunde.

Kritik wegen Arbeitsbedingungen

Zuletzt wurde Qatar Airways wegen der Arbeitsbedingungen kritisiert. Unter anderem wird der Arline vorgeworfen, dass seine überwiegend ausländischen Mitarbeiter unter Aufsicht in Gemeinschaftsunterkünften wohnen und eine Sperrstunde einhalten müssen. Außerdem dürfen sie demnach in den ersten fünf Jahren ihrer Firmenzugehörigkeit nicht heiraten, Schwangerschaften sind ein sofortiger Kündigungsgrund.

Die Marke Germanwings dürfte künftig jedoch nur noch auf den Flugzeugen zu sehen sein. Vermarkten will Spohr die Flüge demnächst unter dem Namen Eurowings. Die gleichnamige Lufthansa-Tochter, die bisher nur mit kleinen Regionaljets unterwegs ist, soll dann mit Airbus-A320-Mittelstreckenjets auch andere Länder Europas direkt miteinander verbinden. Unter der Marke Eurowings sind auch Billig-Langstreckenflüge geplant.

Von

dpa

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