Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.04.2014

18:27 Uhr

Fluggesellschaften

EU prüft Einfluss von Etihad bei Air Berlin

Die EU-Kommission prüft, ob die Beteiligung der arabischen Fluggesellschaft Etihad bei Air Berlin mit europäischem Recht vereinbar ist. Auch andere Airline-Fusionen werden unter die Lupe genommen.

Air Berlin und Etihad: Wer hat bei der deutschen Airline wirklich das Sagen? dpa

Air Berlin und Etihad: Wer hat bei der deutschen Airline wirklich das Sagen?

Frankfurt/AthenDie EU-Kommission nimmt die Beteiligungen von auswärtigen Investoren an europäischen Fluggesellschaften genauer unter die Lupe. Dazu gehöre auch der Anteil des arabischen Großaktionärs Etihad an Air Berlin, bestätigte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel. Die Behörde fürchtet, dass die Investoren zu viel Macht auf die Fluggesellschaften ausüben könnten.

„Die Kommission hat die Staaten, wo diese Airlines zugelassen sind, um Auskunft gebeten, ob diese Investments den EU-Regeln zur Eigentümerschaft und Kontrolle europäischer Fluglinien entsprechen“, teilte die Behörde mit.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Sollte Brüssel zu dem Schluss kommen, dass dies gegen EU-Recht verstößt, kann die Kommission die nationalen Behörden auffordern, den Anbietern die Lizenz zu entziehen. Eine EU-Lizenz erlaubt dem Anbieter den Zugang zum europäischen Markt.

Etihad ist an Air Berlin mit rund 29 Prozent beteiligt. Zuletzt gab es Gerüchte über einen Abschied von der Börse der angeschlagenen Berliner Airline und Aufstockung des Anteils durch Etihad, nachdem Air Berlin ihre Bilanzpräsentation für 2013 zweimal verschoben hatte.

Zudem forderte die Kommission Italien auf, die laufenden Gespräche zwischen Anteilseignern von Alitalia und Etihad genau zu beobachten. Derzeit wird über eine Finanzspritze für die chronisch defizitäre Alitalia verhandelt. Es gibt Spekulationen, Etihad wolle die Italiener mit Air Berlin fusionieren.

Nach europäischem Recht müssen die nationalen Regierungen oder eine Privatperson dieses Staates mehr als die Hälfte an einer EU-Fluggesellschaft besitzen und diese „tatsächlich kontrollieren“. Das legt Artikel 4 der Verordnung über gemeinsame Vorschriften für die Durchführung von Luftverkehrsdiensten von 2008 fest. Auch wenn die Investoren nur Minderheitsanteile halten, fürchtet die EU-Kommission, dass sie die Airlines kontrollieren könnten.

Neben Air Berlin prüft die Abteilung Verkehr der EU-Kommission auch den Anteil der amerikanischen Delta Air Lines an Virgin Atlantic, der chinesischen HNCA an Cargolux in Luxemburg und von Korean Air an Czech Airlines in Tschechien.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

04.04.2014, 16:43 Uhr

Na das sind mal wettbewerbsfreundliche EU-Richtlinien. Wo ist den Almunia? Die Richtlinie verstößt ja ganz massiv gegen den freien Wettbewerb, der ja angeblich so heilig ist. Wenn es um Etihad geht, dann ist das aber anders. Soll Air Berlin dann unter dem TTIP an eine Amerikanische Fluglinie gehen? Wurde das evtl. auch schon im geheimen Hinterzimmer in Brüssel beschlossen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×