Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.03.2004

15:40 Uhr

Fluggesellschaften rücken zusammen

Virgin Express und SN planen gemeinsame Zukunft

Die belgischen Fluggesellschaften SN Brussels und Virgin Express erwägen eine Fusion, um dem Konkurrenzdruck in der europäischen Luftfahrt gewachsen zu bleiben.

HB BRÜSSEL. Die britische Billigfluglinie Virgin mit Sitz in Brüssel und die erst 2001 nach dem Konkurs der belgischen Sabena gegründete SN sollen nach Angaben vom Dienstag künftig unter einer gemeinsamen Holding geführt werden. Unterdessen startet der Touristikkonzern Tui im April in Belgien eine eigene Fluggesellschaft Tui Airlines Belgium.

Die gemeinsame Absichtserklärung der Anteilseigner beider Unternehmen sehe vor, dass die SN Air Holding 70,1 % und die Virgin Group des britischen Unternehmers Richard Branson 29,9 % an der künftigen Gemeinschaftsholding halten sollen. Branson habe zudem dem Möglichkeit, seinen Anteil bis Ende 2006 für 64 Mill. € zu verkaufen, teilten beide Unternehmen mit. Die Fluglinien sollen rechtlich selbstständig bleiben. Der Zusammenschluss soll über einen Aktientausch vollzogen werden.

Erste Gespräche über eine Kooperation waren 2002 ergebnislos abgebrochen worden. An SN Brussels, die 2001 aus der zusammengebrochenen ehemals staatlichen Sabena hervorgegangen ist, hatte kürzlich auch British Airways Interesse bekundet. SN gehört einer Gruppe privater belgischer Unternehmen und Investoren, die für die zweite Jahreshälfte Gespräche über einen Verkauf ihrer Anteile angekündigt haben. Mit der Mehrheit an der neuen belgischen Flug-Holding könnte SN für British Airways oder andere interessanter werden.

SN Brussels bietet Linienflüge in ganz Europa sowie nach Afrika an. Virgin Express ist dagegen im Billigflugsegment in Europa tätig, hatte die Kapazitäten vor wenigen Wochen von 15 auf 13 Flugzeuge verringert, um Kosten zu senken. Für 2003 rechnet Virgin mit einem Verlust auf Grund massiver Einbußen während des Irak-Krieges, SN Brussels kalkuliert mit einem schwachen Gewinn.

Der belgische Luftfahrtmarkt ist seit einiger Zeit durch die internationale Konkurrenz vor allem auch im Billigflugbereich unter Druck geraten. Nach Sabena ging auch deren einstige Ferienflug-Tochter Sobelair vor wenigen Monaten in Konkurs. Der Touristikkonzern Tui, der seine belgischen Urlauber größtenteils mit Sobelair fliegen ließ, entschloss sich daraufhin anstelle einer Übernahme für die Neugründung einer eigenen Tochter mit etwa einem halben Dutzend Flugzeugen. Einzelheiten will Tui in Kürze mitteilen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×