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05.02.2015

14:00 Uhr

Fluggesellschaften

Wachstum deutscher Airlines unterdurchschnittlich

Rund 208 Millionen Passagiere sind 2014 auf deutschen Flughäfen gestartet oder gelandet. Obwohl das ein Rekord ist, ist die Branche unzufrieden. Konkurrenten im Ausland wachsen schneller – das gilt auch für die Airlines.

Allein bei der Lufthansa entstand 2014 durch Streiks ein wirtschaftlicher Schaden von 140 Millionen Euro. dpa

Schaden durch Streiks

Allein bei der Lufthansa entstand 2014 durch Streiks ein wirtschaftlicher Schaden von 140 Millionen Euro.

BerlinDie deutschen Airlines sind der internationalen Konkurrenz im vergangenen Jahr hinterhergeflogen. Gemessen an verkauften Personenkilometern verzeichneten sie ein Wachstum von 2,3 Prozent, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Weltweit lag das Plus dagegen bei 5,9 Prozent, in Europa insgesamt bei 5,8 Prozent. Auch die deutschen Flughäfen schnitten im internationalen Vergleich demnach schwächer ab.

Gründe sieht der Verband in der Luftverkehrssteuer, den eingeschränkten Betriebszeiten deutscher Flughäfen und hohen Sicherheitsgebühren. Auch Streiks hätten eine Rolle gespielt.

Besonders die Luftverkehrssteuer ist der Branche ein Dorn im Auge. Die Gesellschaften hätten bisher rund 2,1 Milliarden Euro an den Fiskus zahlen müssen. Davon hätten sie zum Beispiel 30 neue Flugzeuge vom Typ Airbus A320 kaufen können, sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch.

Den wirtschaftlichen Schaden durch Streiks konnte die Branche für 2014 nicht in Gänze beziffern. Allein bei der Lufthansa seien es aber 140 Millionen Euro gewesen.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Auch die deutschen Flughäfen hinken im internationalen Vergleich beim Wachstum hinterher. Der Verband zählte im vergangenen Jahr von Januar bis November rund 208 Millionen Passagiere an den 22 internationalen Flughäfen in Deutschland - drei Prozent mehr als 2013.

Die Niederlande brachten es dagegen auf 4,8 Prozent Wachstum, Dänemark auf 5,6 Prozent, Belgien auf 9,3 und Luxemburg sogar auf 12,3 Prozent. Die deutschen Flughäfen seien mit ihren Betriebszeiten samt Nachflugverboten fast nicht mehr wettbewerbsfähig, kritisierte Siegloch. Für 2015 prognostiziert der Verband bei den in Deutschland an- und abfliegenden Passagieren ein unterdurchschnittliches Plus von 2,8 Prozent.

Von

dpa

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