Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.03.2016

13:55 Uhr

Flughäfen und Bahnhöfe

Anschläge versetzen ganz Europa in Alarm

Mit mehr Polizei und zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen haben viele europäische Länder auf die Anschläge von Brüssel reagiert. Die Bundespolizei sendet mehr Beamte mit Schutzwesten und Waffen auf die Flughäfen.

Die Bundespolizei verstärkt ihre Präsenz an Airports und Bahnhöfen. AP

Polizisten am Frankfurter Flughafen

Die Bundespolizei verstärkt ihre Präsenz an Airports und Bahnhöfen.

DüsseldorfWegen der Anschlagsserie in Brüssel sind in ganz Europa die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen und Bahnhöfen verschärft worden. Die Kontrollen an Flughäfen und Bahnhöfen seien am Dienstag verschärft worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam. Die Überwachung der Grenzübergänge zu Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Luxemburg wurden verstärkt. An Verkehrsknotenpunkten waren deutlich mehr Beamte als an normalen Tagen im Einsatz. Die Polizisten waren zudem stärker bewaffnet und mit Schutzwesten ausgestattet.

An allen deutschen Airports wurden die Sicherheitsmaßen verstärkt. „Die deutschen Flughäfen setzen alles daran, die Bundespolizei und Behörden bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu unterstützen“, erklärte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Verkehrsflughäfen (ADV).

+++ Liveblog zu Anschlägen in Brüssel +++ : Polizei fahndet nach einem der Attentäter

+++ Liveblog zu Anschlägen in Brüssel +++

Polizei fahndet nach einem der Attentäter

Der IS hat sich zu den Terroranschlägen in Brüssel bekannt. Dabei sind am Dienstagmorgen mindestens 30 Menschen gestorben. Die belgischen Ermittler sind einem der Terroristen auf der Spur. Die Ereignisse im Liveblog.

Am Morgen hatte die Bundespolizei in Frankfurt am Main bereits angekündigt, die Kontrollen am größten deutschen Flughafen zu intensivieren. In den Terminals des Frankfurter Flughafens waren am Morgen mehr bewaffnete Polizisten unterwegs als an normalen Tagen. Auch an der Autozufahrt zum Flughafen und am Bahnhof waren mehr Polizisten zu sehen.

Man beobachte die Situation sehr genau, sagte Sprecher Christian Altenhofen. Die Beamten würden sensibilisiert und die Streifen in bestimmten Bereichen verstärkt. Der größte deutsche Airport richtete sich darauf ein, umgeleitete Maschinen aus der belgischen Hauptstadt aufzunehmen.

Von sämtlichen deutschen Flughäfen starten keine Maschinen mehr nach Brüssel. In Berlin-Tegel wurde zudem die Besucherterrasse geschlossen. Das sei nach den Anschlägen in Brüssel eine „präventive Maßnahme“, teilt der Flughafen mit.

Terroranschläge auf Flughäfen

März 2016

Bei der Explosion einer Laptop-Bombe auf einem Flughafen im Krisenstaat Somalia werden mindestens sechs Menschen verletzt. Der Sprengsatz explodiert an einem Kontrollpunkt im Flughafen der Stadt Beledweyne.

Dezember 2015

Militante Kurden greifen einen Istanbuler Flughafen mit Mörsergranaten an. Eine Reinigungskraft kommt ums Leben, mehrere Flugzeuge werden beschädigt.

Juni 2014

Ein libanesischer Selbstmordattentäter sprengt sich in einem mit israelischen Touristen besetzen Reisebus am Flughafen von Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste in die Luft. Sieben Menschen sterben, mehr als 30 werden verletzt.

Juni 2014

Taliban-Kämpfer greifen als Polizisten getarnt einen Flughafen in Karachi (Pakistan) an. Bei stundenlangen Gefechten werden die zehn Angreifer und Dutzende weitere Menschen getötet.

März 2011

Ein Kosovo-Albaner erschießt am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. 2012 wird er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Die Ermittler machen Islamisten aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Juni 2007

Brandanschlag auf den Flughafen Glasgow: Islamisten versuchen, mit einem brennenden Jeep in die Terminalhalle vorzudringen. Der Fahrer stirbt, es gibt mehrere Verletzte.

Dezember 2006

Bei einem Bombenanschlag auf dem Madrider Flughafen Barajas kommen zwei Menschen ums Leben. Parkdecks stürzen ein. Urheber ist die baskische Separatistenorganisation ETA.

Der Lufthansa-Konzern strich alle Flüge von und in die belgische Hauptstadt. Am Dienstag seien davon 25 Flüge mit etwa 2000 Passagieren betroffen, teilte Europas größter Luftverkehrskonzern auf seiner Homepage mit. Zwei Maschinen, die in München und Frankfurt gestartet und auf dem Weg nach Brüssel waren, seien nach Köln und Lüttich umgeleitet worden. Flugtickets von und nach Brüssel im Zeitraum bis zum 28. März könnten kostenfrei umgebucht oder storniert werden. Die Regelung gelte für alle Airlines der Lufthansa Group (Austrian Airlines, Lufthansa, Brussels Airlines, Swiss, Eurowings).

Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr nach Brüssel eingestellt. Züge in die belgische Hauptstadt enden nun in Aachen, wie die Bahn mitteilte. Auch der Hochgeschwindigkeitszug Thalys stellte seine Fahrten über Belgien ein. Der belgische TV-Sender VRT berichtete unter Berufung auf einen Sprecher der belgischen Bahn zudem, dass auch der Bahnhof von Antwerpen evakuiert und geschlossen wurde. Eingestellt wurde auch der Verkehr der Eurostar-Züge zwischen London und Brüssel. Züge, die schon unterwegs waren, wurden dem Unternehmen zufolge im nordfranzösischen Lille gestoppt. Normalerweise fahren täglich etwa zehn Eurostar-Züge von London nach Brüssel und zurück.

In Brüssel selbst bleibt der betroffene Flughafen Zaventem bis mindestens Mittwochfrüh geschlossen, alle Flüge nach Brüssel werden umgeleitet. Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft Stib schloss zudem aus Sicherheitsgründen alle Metrostationen. Auch Straßentunnel wurden gesperrt – davon waren der Jubelparktunnel sowie der Wettunnel in Richtung Zentrum betroffen, wie die Verkehrsleitstelle Mobiris mitteilte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×