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09.03.2013

15:39 Uhr

Flughafen BER

Übergangs-Chef Mehdorn soll auf die Tube drücken

Hartmut Mehdorn hat als neuer BER-Chef einen klaren Auftrag: Er soll den Hauptstadtflughafen fertigstellen. Bürgermeister Wowereit erwartet vor allem, dass es schneller vorangeht. Doch schon tauchen neue Probleme auf.

Neuer BER-Chef Mehdorn: Nicht nur Applaus. dpa

Neuer BER-Chef Mehdorn: Nicht nur Applaus.

BerlinBerlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erwartet vom neuen Berliner Flughafenchef, Hartmut Mehdorn, eine zügige Fertigstellung des Pannen-Airports. Mehdorn bleibe nicht für zehn Jahre, sondern habe einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben mit dem klaren Auftrag, den Flughafen fertigzustellen, sagte Wowereit im RBB-Inforadio am Samstag. Die Eröffnung des Airports war bisher viermal verschoben worden. Einen neuen Termin gibt es nicht.

„Wir müssen Probleme lösen und nicht nur beschreiben, und da kann Mehdorn Impulse geben“, sagte Wowereit. Zugleich äußerte er Verständnis für kritische Äußerungen zur Berufung des früheren Bahnchefs. Ihm sei klar gewesen, dass „eine Reizfigur wie Hartmut Mehdorn nicht nur Applaus auslösen wird“.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) verteidigte den neuen Flughafen-Chef. „Mehdorn ist einer der erfahrensten und klügsten deutschen Manager“, sagte Oettinger der „Welt“ (Sonntag). „Er kennt auch die Abläufe in der Politik sehr gut. Deswegen ist er für die Aufgabe in Berlin hervorragend geeignet.“

Mehdorn soll am Montag zu seinem ersten Arbeitstag antreten. Ihn erwartet keine leichte Aufgabe. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus“ ist die Zahl der Mängel am neuen Hauptstadtflughafen möglicherweise doppelt so hoch wie bislang angenommen. Von bis zu 40.000 Mängel berichtet das Blatt und beruft sich dabei auf einen Fortschrittsbericht zur Baustelle.

Die Schlüsselfiguren des Flughafenbaus

Rainer Schwarz

Der ehemalige Sprecher der Flughafen-Geschäftsführung war monatelang unter Beschuss. Er soll den Aufsichtsrat zu spät und unvollständig über die Riesenprobleme mit der Gebäudetechnik informiert haben. Mitte Januar musste Schwarz gehen.

Horst Amann

Der Technikchef und erfahrene Planungsmanager wurde im August als Retter des Projekts aus Frankfurt nach Berlin geholt. Er versprach die Flughafeneröffnung im Oktober 2013, konnte das aber nicht halten.

Klaus Wowereit

Der regierende Bürgermeister von Berlin ist nach massiven Attacken als Chef des Flughafen-Aufsichtsrats zurückgetreten. Im Aufsichtsrat sitzt er jedoch nach wie vor. Die Opposition aus Grünen, Linken und Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus hatte einen Misstrauensantrag wegen des Flughafen-Desasters gegen Wowereit eingebracht, der jedoch scheiterte.

Matthias Platzeck

Der brandenburgische Ministerpräsident war zuerst Stellvertreter Wowereits im Aufsichtsrat und folgte ihm Mitte Januar als Chefaufseher. Angesichts der schwierigen Lage stellte Platzeck im brandenburgischen Landtag die Vertrauensfrage.

Peter Ramsauer

Der Bundesverkehrsminister hat in der Krise die Rolle des drängenden Aufklärers eingenommen. Im Ministerium richtete er eine Sonderkommission ein. Ramsauer verlangte massiv die Ablösung des ehemaligen Flughafenchefs Schwarz.

Rainer Bomba

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium ist Ramsauers Mann im Aufsichtsrat. Die Entscheidungen zu den Terminverschiebungen trug er ebenso mit wie die Erhöhung des Kostenrahmens um 1,2 Milliarden Euro.

Ein Flughafensprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass ihm diese Zahl nicht bekannt sei. Solche Zahlen seien zudem irreführend. „Das entscheidende Problem ist und bleibt die Brandschutzanlage.“ In dem Bericht sollen alle relevanten Punkte zusammengefasst werden. Dort sind allerdings auch kleinste Mängel wie ein Sprung in einer Fliese aufgelistet.

Kommentare (30)

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Murdel

09.03.2013, 13:21 Uhr

Das versagende Dreigestirn Ramsauer, Platzeck und Wowereit wurde durch die Witznummer Mehdorn zum lächerlichen Viergestirn. Wie tief ist Deutschland eigentlich gesunken? Ich hätte das niemals gedacht. Die Entstehung der Projekte war schon nonsens. Bananenrepublik!

lol

09.03.2013, 14:05 Uhr

Turbine Mehdorn: mit Klamotten Klamotten lösen.
Vlt klappts.
BER ist sowas von an die Wand gefahren, dass man da bald nix mehr falsch machen kann: Eingerotzter Wichskram, hätte jemand vielleicht formuliert, der Zeit für so einen Schrott hätte.
Dauerbaustelle BER: nachgeradezu ideal für Hochtief, die immer nur in Deutschland für Furore sorgen.

Pro-d

09.03.2013, 14:19 Uhr

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