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02.04.2014

19:33 Uhr

Flughafen Berlin-Brandenburg

Mehdorn will am Jahresende einen Eröffnungstermin nennen

Nun legt BER-Chef Mehdorn zumindest einen Termin fest, um den Eröffnungstermin zu nennen: Ende des Jahres soll feststehen, wann der Betrieb am Berliner Flughafen starten kann. Eins ist schon klar: Es wird noch teurer.

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Debakel ohne Ende? Neue Verzögerungen am Berliner Großflughafen

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BerlinEnde dieses Jahres soll endlich feststehen, wann der neue Hauptstadtflughafen in Betrieb gehen kann. Das kündigte Flughafenchef Hartmut Mehdorn am Mittwoch an. „Wir sind soweit, dass wir zum Jahresende ziemlich präzise sagen können, wann es passiert mit der Inbetriebnahme“, sagte Mehdorn am Mittwoch im Bauausschuss des Abgeordnetenhauses in Berlin. Er bestätigte Annahmen, dass sich die Kosten für den Schallschutz der Anwohner auf 730 Millionen Euro vervielfachen werden.

Der Flughafen sollte eigentlich Ende 2011 öffnen. Noch beschäftigten die Betreiber aber Nacharbeiten, „Pfusch am Bau“ und die Technikprobleme an der Entrauchungsanlage, sagte Mehdorn. Er bezifferte die Zahl der Mängel in dem Neubau erstmals auf 150.000. Diese seien teilweise abgearbeitet, viele auch für den Start des Flughafens nicht erheblich. „Die Mängelbeseitigung ist nicht der kritische Weg, die Brandschutzanlage überschattet alles.“

Am 11. April will Mehdorn dem Aufsichtsrat darlegen, wie viel es kosten wird, den Flughafen fertigzustellen. Beobachter erwarten, dass die Kosten sich auf mehr als fünf Milliarden Euro erhöhen. Der inzwischen eineinhalb Jahre alten Kostenplan sieht 4,3 Milliarden Euro vor. „Diese 4,3 Milliarden werden wir Ende dieses Jahres aufgebraucht haben“, sagte Mehdorn. „Es ist klar: Es wird darüber hinaus einen Bedarf geben.“

Der steinige Weg zum Hauptstadtflughafen

1990er Jahre

Januar 1992: Beginn der Planungen für den Flughafen mit dem Projektnamen Berlin Brandenburg International, BBI.
Juni 1996: Der Ausbau des Flughafens Schönefeld sowie die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof werden beschlossen.

2004-2005

August 2004: Das Genehmigungsverfahren für den BBI wird mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen.
April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängt im Eilverfahren einen weitgehenden Baustopp.

2006-2008

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.
Juli 2008: Erster Spatenstich für das Flughafen-Terminal.
Oktober 2008: Nach 85 Jahren schließt der Flughafen Tempelhof.

2010-2011

Juni 2010: Unter anderem wegen der Pleite einer Planungsfirma wird die Eröffnung von Ende Oktober 2011 auf 3. Juni 2012 verschoben.
Oktober 2011: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in Stunden am späten Abend und am frühen Morgen.

Januar 2012

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die umstrittenen künftigen Flugrouten fest.

Mai 2012

Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen mit der Brandschutzanlage die Eröffnung des Flughafens erneut abgesagt. Später wird Chefplaner Manfred Körtgen entlassen.

August 2012

Der Aufsichtsrat lässt - anders als geplant - weiter offen, ob der BER wirklich am 17. März 2013 eröffnet werden kann, und verschiebt die Entscheidung. Eine Finanzspritze soll den Flughafen vor der Zahlungsunfähigkeit retten.

September 2012

Auf Vorschlag des neuen Technikchefs Horst Amann wird die Eröffnung noch einmal verschoben und auf den 27. Oktober 2013 terminiert. Die Gesellschafter beschließen, 1,2 Milliarden Euro für Mehrkosten nachzuschießen.

Januar 2013

6. Januar: Es wird bekannt, dass der 27. Oktober als Eröffnungstermin nicht zu halten ist.
16. Januar: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (beide SPD). Der Aufsichtsrat entlässt Flughafenchef Rainer Schwarz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll Technikchef Amann die Betreibergesellschaft führen.

Februar 2013

13. Februar: Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll Chefberater für die Geschäftsführung werden, kündigt Platzeck an. Bender war zunächst als neuer Flughafenchef im Gespräch.
19. Februar: Rot-Rot in Brandenburg will ein Volksbegehren für ein strengeres Nachtflugverbot mittragen und löst heftigen Streit mit Berlin aus.

März 2013

4. März: Bender wird nicht Chefberater des Flughafens. Er sagt nach Querelen hinter den Kulissen ab.
7. März: Die Idee, Technikchef Amann einen Berater zur Seite zu stellen, ist nach Angaben von Platzeck vorerst vom Tisch. Es solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden.
8. März: Der frühere Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, Hartmut Mehdorn, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, teilt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen sind für den Schallschutz nur 440 Millionen Euro in dieser Summe enthalten. Ursprünglich hatten die Betreiber mit 139 Millionen Euro geplant. Ein Gericht hatte 2013 jedoch befunden, dass Vorgaben systematisch verfehlt wurden. Seither wurde über mehr als 700 Millionen Euro für Schallschutzfenster, Dämmungen und Lüfter für gut 24 000 betroffene Haushalte spekuliert.

Mehdorn machte auch überraschende behördliche Auflagen für Zeitverlust und Mehrkosten verantwortlich und warf den Behörden „Schikane“ vor. Die Anwohner erhielten nun den „weltbesten Schallschutz“, betonte er.

Eine Eröffnung des Flughafens im Jahr 2015 wird bei einer Terminansage Ende dieses Jahres noch unwahrscheinlicher. Mehdorn hatte kürzlich betont, den Fluggesellschaften nach der Terminankündigung 12 Monate Vorlauf zu lassen.

Er will möglichst im Frühjahr 2015 mit Testläufen im Terminal beginnen. Parallel sollen Baubehörden, Tüv und die internationale Luftfahrtorganisation die Gebäude und Anlagen testen und abnehmen.

Mehdorn will vom Aufsichtsrat auch den Auftrag, seine Pläne weiterzuverfolgen, den alten Flughafen Schönefeld weiter zu nutzen, wenn der Neubau eröffnet ist. Denn dieser stößt vom Start weg an seine Kapazitätsgrenze von 27 Millionen Passagieren im Jahr. Mehdorn sprach von einer „Interimslösung“. Denn für den Neubau sind Terminal-Satelliten genehmigt, aber noch nicht geplant. Sie würden zu spät fertig.

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Hartmut Mehdorn war erkrankt, deshalb verkündete sein Planungsleiter die Schreckensnachricht im Sonderausschuss: Bei den Mängeln gebe es „keinen signifikanten Rückgang“. Der Hauptstadtflughafen tritt auf der Stelle.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.04.2014, 20:50 Uhr

als der M. die kiste übernahm
habe ich gesaGT
ER IST DER GARANT DAFÜR DASS DER FLUGHAFEN NIE IN BETRIEB GEHT
ICH WERDE WOHL WIEDEREINMAL RECHT BEHALTEN

Account gelöscht!

02.04.2014, 20:55 Uhr

Was hat Herrn Mehdorn eigentlich für den Job qualifiziert, außer dass er sich mit Verspätungen auskennt?

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