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08.01.2007

17:50 Uhr

Flughafen-Betreiber

Fraport schichtet um

Beim Saarbrücker Flughafen will der Flughafen-Betreiber Fraport aussteigen, in Hannover soll das Engagement dagegen ausgeweitet werden.

HB FRANKFURT. „Das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover haben Bereitschaft signalisiert, sich von Teilen ihrer Beteiligungen zu trennen. Wenn der Preis stimmt, würden wir die gern übernehmen“, sagte ein Fraport-Sprecher am Montag. Fraport hält 30 Prozent am achtgrößten deutschen Flughafen.

Auch eine Mehrheitsübernahme durch Fraport ist denkbar. Der Airport Hannover wäre damit der erste große deutsche Flughafen, an dem die öffentlichen Eigner in die Minderheit gingen. Stadt und Land wollen nach eigenen Angaben zusammen mindestens eine Sperrminorität von gut 25 Prozent behalten. Einen konkreten Gesprächstermin gibt es noch nicht. Auch wie stark Stadt und Land ihre Anteile reduzieren wollen, ist noch nicht entschieden.

In Hannover-Langenhagen war Fraport vor 1998 im Vorfeld der Weltausstellung eingestiegen, um den Ausbau des Flughafens mitzufinanzieren. Zuletzt nutzten jährlich 5,7 Mill. Passagiere den Airport. 2005 verdreifachte sich das Vorsteuerergebnis auf knapp zwölf Mill. Euro. Für 2006 wird ein nochmals verbessertes Ergebnis erwartet.

Stadt und Land sind mit je 35 Prozent beteiligt. Laut Gesellschaftervertrag müssen beide Verkäufen zustimmen. „Wir sind wie das Land zu Gesprächen über einen Anteilsverkauf bereit“, sagte ein Sprecher der Landeshauptstadt. „Voraussetzung ist für uns wie für das Land, dass beide zusammen eine Minderheit von mindestens 25,1 Prozent haben“, fügte er hinzu. Dies solle Einfluss auf wichtige Entscheidungen sichern.

In der hannoverschen Landes- und Kommunalpolitik galt die die Mehrheit am Flughafen als zentralem Verkehrsknotenpunkt und zweitgrößter Arbeitsstätte in der Region bislang als politisch wichtig. Auch bei allen anderen großen deutschen Flughäfen halten öffentliche Eigner die Mehrheit. Bei der börsennotierten Fraport AG sind dies das Land Hessen und die Stadt Frankfurt. Allerdings erwägt das Land mittelfristig einen Ausstieg. Flughafenchef Raoul Hille sagte, der Airport arbeite in der aktuellen Eigentümerkonstellation sehr erfolgreich. Veränderungen seien allein Sache der Gesellschafter.

Anders als in Hannover will Fraport seinen 51-Prozent-Anteil an dem wesentlich kleineren Regionalflughafen Saarbrücken wieder an das Saarland zurückgeben. „Saarbrücken schreibt weiterhin rote Zahlen und hat aus unserer Sicht keine positive Perspektive mehr“, sagte der Fraport-Sprecher. Die Tui-Flugtochter HLX ist 2006 auf den nahe gelegenen rheinland-pfälzischen Flughafen Zweibrücken gewechselt. Die Passagierzahl sank 2006 um mehr als zwölf Prozent auf gut 420 000. Germanwings startete im vorigen September von vornherein in Zweibrücken.

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