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04.03.2014

22:13 Uhr

Flughafen-Chaos in Berlin

Air Berlin fliegt noch mindestens zwei Jahre von Tegel

Air Berlin kehrt der Dauerbaustelle BER den Rücken – zumindest ein bisschen. Das Unternehmen stellt sich auf zwei weitere Jahre in Tegel ein und hofft weiterhin auf Schadensersatz. Die Flugrouten nehmen indes Formen an

Air Berlin in Berlin-Tegel. Das Unternehmen hat die BER-Flughafen-Betreibergesellschaft auf 48 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. AFP

Air Berlin in Berlin-Tegel. Das Unternehmen hat die BER-Flughafen-Betreibergesellschaft auf 48 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

BerlinAir Berlin wird nach den massiven Bauverzögerungen am neuen Hauptstadtflughafen den provisorischen Betrieb am Alt-Airport Tegel noch lange aufrechterhalten. „Wir stellen uns auf zwei weitere Jahre in Tegel ein“, sagte Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer am Dienstag. Ein offizielles Eröffnungsdatum für den neuen Airport liege noch nicht vor.

Der neue Berliner Flughafen - häufig auch unter dem Kürzel „BER“ bekannt - sollte im Juni 2012 eröffnet werden. Wegen technischer Probleme bei dem Milliarden-Bau wurde der Termin in letzter Minute gekippt. Wann der Airport im Süden der Stadt seine Pforten öffnet, ist weiterhin unklar. Air Berlin wollte dort eigentlich ein Drehkreuz für Umsteigeverbindungen einrichten. Die Verzögerungen kosten Deutschlands zweitgrößte Airline viel Geld. Air Berlin hat die Flughafen-Betreibergesellschaft deshalb auf 48 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Zumindest bei den Flugrouten dürfen sich die Fluggesellschaften allmählich auf Kontinuität einstellen: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat weitere Routen des neuen Hauptstadtflughafens bestätigt. Es wies die Klage der brandenburgischen Stadt Ludwigsfelde gegen mehrere der geplanten Start- und Landerouten am Dienstag ab. Die Gemeinde hatte alternative Routen und leisere Flugverfahren gefordert.

„Die alternativen Routen führen nicht zu einer substanziellen Verbesserung der Lärmsituation“, hieß es in der Urteilsbegründung. Zudem sprächen Gründe der Betriebssicherheit für die Routen, die das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung festgelegt hatte. Die Behörde müsse aber lärmmindernde Abflugverfahren prüfen, wenn sie Erfahrungen mit dem Flugbetrieb am neuen Flughafen habe.

Mit der Entscheidung vermied das Gericht weitere Korrekturen an dem mühsam ausgehandelten Flugroutensystem; eine Revision ließen die Richter nicht zu. Ein Erfolg der Klage hätte die Kapazität des Flughafens in Spitzenzeiten deutlich einschränken können. Die Richter haben aber noch Klagen weitere Anrainer-Gemeinden auf dem Tisch.

Von

rtr

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