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17.02.2012

15:20 Uhr

Flughafen Frankfurt

Gewerkschaft erhöht im Tarifstreit die Forderungen

VonTobias Döring

ExklusivDer Tarifkonflikt am Frankfurter Flughafen gewinnt an Schärfe. Die Parteien scheinen heillos zerstritten. Beide Seiten sehen den Ball auf der jeweils anderen Seite – und glauben einander nichts mehr.

Flughafen Frankfurt

Hunderte Flugausfälle in Frankfurt

Flughafen Frankfurt: Hunderte Flugausfälle in Frankfurt

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Düsseldorf/FrankfurtIm Streit um die Tarifverhandlung des Vorfeldpersonals am Flughafen Frankfurt scheint keine schnelle Lösung in Sicht. Der Flughafenbetreiber Fraport und die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) fordern einander gegenseitig auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren – keiner will jedoch den ersten Schritt machen.

Wie die Forderungen der Gewerkschaft lauten, ist dabei unklarer denn je. Die GdF hatte den Schlichterspruch des früheren Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Ole von Beust, offiziell angenommen, während Fraport ihn nicht akzeptiert hatte. Noch am Freitagmorgen hatte der GdF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang betont, dass bereits ein Kompromiss ausgehandelt worden sei: „Wir haben ein Schlichtungsergebnis." Verhandlungen mit Fraport könnten nur auf Basis dieses Ergebnisses stattfinden, so Vogelsang weiter.

Was die Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen fordern

Mehr Geld für weniger Arbeit

Mehr Geld für weniger Arbeit, so lauten knapp zusammengefasst die Forderungen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für ihre Mitglieder am Frankfurter Flughafen. Die Eckdaten nach Angaben vom Flughafenbetreiber Fraport. Die GdF macht bisher keine genauen Angaben. (Quelle: dpa)

Vorfeldkontrolleure

Sie verdienen bislang zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert nach Angaben von Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.

Vorfeldaufsicht

Für diese Mitarbeitergruppe soll es nach dem Willen der Gewerkschaft Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben - bislang sind es 42.000 Euro. Die Nettowochenarbeitszeit soll um neun Prozent reduziert werden, die Zulagen sollen um zehn Prozent steigen.

Verkehrszentrale

Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert - bislang verdienen die Mitarbeiter bis zu knapp 52.000 Euro. Weitere Forderung: Zehn Prozent höhere Zulagen, zehn Prozent weniger Arbeitszeit.

In der Ankündigung der Arbeitskampfmaßnahmen stellt die Gewerkschaft als Grundlage für weitere Verhandlungen jedoch neue Forderungen auf. In dem Schreiben, das Handelsblatt Online exklusiv vorliegt, wird die Verkürzung der Laufzeit des Tarifvertrages auf zwei Jahre gefordert. Der Schlichterspruch enthält dagegen eine Laufzeit von vier Jahren.

Außerdem verlangt die GdF in dem Schreiben die „Umsetzung der Entgelttabellen zu 100 Prozent ab Beginn der Laufzeit“ sowie einen früheren Beginn der Nachtarbeit um 20 Uhr. Im Spruch des Schlichters werden die Entgelte im ersten und im dritten Jahr jeweils um 50 Prozent der Gesamtsteigerung angehoben. Als Beginn der Nachtarbeit ist zunächst für zwei Jahre 21 Uhr und danach 20 Uhr vorgesehen.

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Fraport-Sprecher Jürgen Harrer stellt die Glaubwürdigkeit der Gewerkschaft deshalb in Frage: „Die GdF hat sich vom Schlichterspruch ebenfalls verabschiedet. Die Forderungen sind nun deutlich höher.“

Der Flughafenbetreiber war mit seinem Angebot unter von Beusts Vorschlag geblieben. „Der Schlichterspruch ist keine Option für uns, weil er das Gehaltsgefüge am Frankfurter Flughafen sprengen würde“, erläutert Harrer im Gespräch mit Handelsblatt Online. Die GdF solle „sich wieder an den Verhandlungstisch setzen und dann auch kompromissbereit sein“.

Kommentare (6)

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GDF-Gegner

17.02.2012, 15:43 Uhr

Wie immer erpresst die GDF seine "Tarif-Partner" und das immer zu Lasten der Kunden welche diese Leute bezahlen.
Sorry aber wer 50% mehr Gehalt fordert hat für mich mindestens eine Schraube locker in welcher Welt leben diese GDF Funktionäre eigentlich... das erinnert fatal an Griechenland, da haben die gwerkschaften die Löhne und Zusatzleistungen so hoch gezogen das die Firmen dann ins Ausland gegangen sind.
Also Mitarbeiter dieser Berufsgruppe zum nächts möglcihen Termin Kündigen und eine externe Firma damit bauftragen wo die GDF keinen Zugriff hat. Erst Nachtflugverbot, jetzt Erpressung durch Mitarbeiter... ich würde als Carrier in die Niederlande gehen, üebr Amsterdam läßt sich alles viel einfacher abwickeln

Account gelöscht!

17.02.2012, 16:22 Uhr

@ GDF-Gegner

Wenn die Unternehmen 50% Gewinnsteigerung machen ist das doch auch o.K. Also sind 50% Gehaltsteigerungen auch o.K. Der Schlichterspruch hat jaeine Basis.

In einer Zeit in der Arbeitgeber Dumpinglöhne und Sklavenarbeit forcieren ist die Gründung von Einzelgewerkschaften ein gutes Mittel der Arbeitnehmer, um ihre Chancengleichheit wiederherzustellen.
Die Gewerkschaften des DGB sind viel zu arbeitgeberlastig. Als Mitglieder der Aufsichtsräte können sie die Interessen der Leiharbbeiter und vor allem nicht tarifgeundenen Unternehmen nicht wahrnehmen. Die GDF ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

In Frankreich gibt es auch mehrere konkurrierende Gewerkschaften, dort geht man später in Rente und hat bessere Arbeitsbedingungen. Der Weg ist also gut so.

Account gelöscht!

17.02.2012, 17:55 Uhr

TEIL 2 Es wird doch von Westerwelle FDP (18% Partei) stets propagiert:
„ ARBEIT MUSS SICH LOHNEN“ früher hieß es: „ ARBEIT MACHT FREI“
Leute wie Heinz Kluncker , hatten gewerkschaftlich noch was auf die Beine
gestellt, die ließen sich nicht in die Tasche stecken, oder auf Lustreisen schicken. Mitgliederschwund kannte man nicht, im Gegenteil, - und den Dieter Hundt hätte
der an die „Leine“ genommen.
Es ist nicht nur legitim sondern eine Pflicht sich gegen diese Ausbeutung
und Versklavung entgegen zu stemmen!
Und Heute, die Medien manipulieren das Volk als ob ein Streik eine Straftat
wäre. „Friedenpflicht“ ist nichts anderes als Streikverbot.
Ein Generalstreik (VERBOTEN IN DEUTSCHLAND SEIT 1955 !!) würde
so einigen den Kopf wieder zurechtrücken.
Wir haben nicht nur eine Diktatur der Banken und Spekulantentums,
auch die DAX – Unternehmen „hauen in die selbe Kerbe“
Mensch „Michel“ wach auf, es ist Dein Recht dich zu wehren, schau mal
über’n Tellerrand - ins Ausland, da kannst Du sehen wie es gemacht wird.
Aber was will man schon erwarten, wenn man bedenkt das die BRD
weniger für Bildung ausgibt (BIP) als eines der ärmsten Länder Europas
brauch man sich über die Intelligenz nicht zu wundern.

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