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17.02.2012

09:56 Uhr

Flughafen Frankfurt

Gewerkschaft lässt Tarifstreit eskalieren

VonTobias Döring

Der Tarifstreit in Frankfurt verschärft sich: Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will die Streiks des Vorfeldpersonals in der nächsten Woche intensivieren. „Wir werden nicht zurückstecken“, heißt es von der GdF.

Zweiter Streik-Tag

Lange Warteschlangen am Frankfurter Flughafen

Zweiter Streik-Tag: Lange Warteschlangen in Frankfurt

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FrankfurtDie Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will den Streik auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens in der nächsten Woche verschärfen, wenn der Betreiber Fraport nicht einlenkt. „Wir werden nicht zurückstecken“, erklärte Tarifvorstand Markus Siebers am Freitagmorgen. Man werde bei einem Stillstand der Gespräche „definitiv“ wieder streiken und erneut 24 Stunden vorher warnen. Bei Länge und Taktung gebe es sicher noch Luft nach oben, sagte Siebers.

Am Wochenende werde es voraussichtlich keinen Ausstand geben. Wenn die Streiks am Freitagabend beendet seien, dann habe der Flughafenbetreiber Fraport „zwei heftige Tage“ erlebt, und die GdF wolle dem Unternehmen dann zunächst „Zeit zum Nachdenken geben“, sagte GdF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang.

Was die Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen fordern

Mehr Geld für weniger Arbeit

Mehr Geld für weniger Arbeit, so lauten knapp zusammengefasst die Forderungen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für ihre Mitglieder am Frankfurter Flughafen. Die Eckdaten nach Angaben vom Flughafenbetreiber Fraport. Die GdF macht bisher keine genauen Angaben. (Quelle: dpa)

Vorfeldkontrolleure

Sie verdienen bislang zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert nach Angaben von Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.

Vorfeldaufsicht

Für diese Mitarbeitergruppe soll es nach dem Willen der Gewerkschaft Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben - bislang sind es 42.000 Euro. Die Nettowochenarbeitszeit soll um neun Prozent reduziert werden, die Zulagen sollen um zehn Prozent steigen.

Verkehrszentrale

Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert - bislang verdienen die Mitarbeiter bis zu knapp 52.000 Euro. Weitere Forderung: Zehn Prozent höhere Zulagen, zehn Prozent weniger Arbeitszeit.

Der Ball liege im Feld von Fraport: Das Unternehmen müsse auf die GdF zukommen, wenn es an den Verhandlungstisch zurückkehren wolle. Ein Sprecher der Fraport forderte dagegen die GdF erneut auf, kompromissbereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die rund 200 streikenden Vorfeldmitarbeiter haben am Freitag ihren Ausstand fortgesetzt. Das teilte der Fraport mit. Die GdF will mit 14 Stunden doppelt so lange streiken wie am Donnerstag. Zahlreiche Flüge werden ausfallen oder verspätet ankommen. Laut Fraport sind bereits 282 Flüge für Freitag abgesagt. Am Donnerstag waren demnach 172 von 526 geplanten Flügen in der Streikzeit ausgefallen. Am Freitag sollten in der streikbedrohten Zeit von 8 bis 22 Uhr 1082 Maschinen starten oder landen. An den Schaltern der Fluggesellschaften bildeten sich am Freitag lange Schlangen, die Terminals am größten deutschen Flughafen waren voll.

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Am Donnerstag hatte Fraport-Vorstand Peter Schmitz erklärt, man sei auf den zweiten Streiktag vorbereitet. Alle Positionen auf dem Vorfeld, dort, wo die Maschinen vor Starts und nach Landungen begleitet werden, seien besetzt. Mitarbeiter aus anderen Bereichen würden die Schichten des streikenden Vorfeldpersonals übernehmen. „Wir haben qualifiziertes Personal, aber das ist nicht das Tagesgeschäft des Personals. Von daher wird das etwas langsamer gehen“, sagte Schmitz. 16 Beschäftigte hätten sich zudem dem Streik der GdF verweigert.

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

17.02.2012, 09:07 Uhr

Finde ich sehr gut.

In einer Zeit, in der zur Gewinnoptimierung Mitarbeiter über Sklavenhalter beschäftigt werden, Dumpinglöhne gezahlt werden müssen auch Arbeitnehmer neue Wege gehen.

Ein Aufbrechen der verkrusteten Gewerkschaftsstrukturen gehört dazu. Mehrere Einzelgewerkschaften im Unternehmen stellen wieder mehr Chancengleichheit für die Artbeitnehmer her.

Insbesondere im Hinblick auf immer mehr nicht tarifgebundene Unternehmen ist dies angezeigt.

Rene

17.02.2012, 09:25 Uhr

Die verdienen 50.000-53.000 € pro Jahr. Sie fordern 50% Lohnerhöhung.

Hallo???

Bitte verlegt eure Flüge nach Köln, Hamburg, Berlin oder München und distributiert eure Waren von dort. Damit die Streienden und die Gewerkschaften auf den Boden der Tatsachen zurück kommen.

Account gelöscht!

17.02.2012, 09:36 Uhr

@ Rene

Bei Gewinnsteigerungen in dieser Größenordnung jubeln alle, da regt sich auch keiner auf. Warum dann jetzt.

Wenn ein H.Otto 4Mrd in einem Jahr macht, seine Mitarbeiter bei Hermes 700€ im Monat bei 60 Wochenstunden stört das auch keinen.
Warum soll ich mich dann über 30-50% mehr aufregen?

Für ein paar Euro Gewinn werden Menschen entlassen, warum also nicht abziehen was geht? SO wird man doch heute erzohgen! Mitnehmen was geht - macht jeder Unternehmer so- ohne Rücksicht auf Verluste. Zeitarbeit, Dumpinglöhne etc...

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