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24.03.2014

13:11 Uhr

Flughafen Frankfurt

Verdi kündigt Streiks für Donnerstag an

Schwierige Zeiten für Flugreisende: Erst streiken die Piloten der Lufthansa, am Donnerstag folgt das Bodenpersonal am Frankfurter Flughafen. Beteiligt sich auch die Feuerwehr, wäre der Flugbetrieb komplett lahmgelegt.

Der Flughafen Frankfurt ist für die Lufthansa ein wichtiges Drehkreuz. Reuters

Der Flughafen Frankfurt ist für die Lufthansa ein wichtiges Drehkreuz.

FrankfurtDie Lufthansa muss neben dem Tarifstreit mit den eigenen Piloten bereits an diesem Donnerstag mit streikbedingten Behinderungen an ihrem Drehkreuz Frankfurt rechnen. Man kenne noch nicht den genauen Umfang der von Verdi angekündigten Warnstreiks beim Flughafenbetreiber Fraport, sagte eine Sprecherin der Airline am Montag. Die Passagiere würden aber rechtzeitig informiert.

Verdi hat nach eigenen Angaben vom Wochenende im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes Deutschlands größten Flughafen als Schwerpunkt der zweiten Warnstreikwelle auserkoren. Dort sind für den Donnerstag rund 6000 Beschäftigte der einstmals öffentlichen Fraport AG zu Arbeitsniederlegungen noch unbekannter Dauer aufgerufen.

Streiks und Warnstreiks im deutschen Luftverkehr

21. März 2012

Am Frankfurter Flughafen fallen während eines fünftägigen Arbeitskampfes mehr als 1700 Flüge aus, rund 170 000 Passagiere sind betroffen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld legen rund 1500 Beschäftigte des Bodendienstleisters Globeground die Arbeit nieder.

7. September

Die Gewerkschaft Ufo verursacht den bislang größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100 000 Passagiere sind betroffen. Es ist der erste bundesweite Streik der rund 18 000 Lufthansa-Flugbegleiter. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

10. Dezember

Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals führen an mehreren deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

18. Januar 2013

Ein Streik legt den Hamburger Flughafen weitgehend lahm. Die meisten Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen folgen einem Verdi-Aufruf und legen für den ganzen Tag die Arbeit nieder. Betroffen sind rund 19 000 Reisende.

24./ 25. Januar

Ein Streik des privaten Sicherheitspersonals auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sorgt für große Behinderungen. Hunderte Flüge fallen aus.

14./ 15. Februar

Streiks der Sicherheitskräfte in Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn legen den Betrieb erneut fast komplett lahm.

20. Februar

Die Streiks gehen in Hamburg weiter, vor den Terminals gibt es wieder lange Warteschlangen.

26. Februar

In der ersten Runde der Tarifverhandlungen bei der Lufthansa kommen sich die Parteien nicht näher. Die Gespräche werden auf den 22. März vertagt.

20. März 2013

Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde ruft Verdi zu Warnstreiks an den Standorten Frankfurt, Berlin und Hamburg auf. Die Gewerkschaft Verdi vertritt vor allem Beschäftigte in den Boden- und Serviceeinheiten der Lufthansa.

Sollte sich die Flughafenfeuerwehr im vollen Umfang beteiligen, wäre aus Sicherheitsgründen kein Flugbetrieb möglich. Ein Ausstand der Bodenverkehrsdienste oder der bei Fraport direkt beschäftigten Personenkontrolleure könnte den Betrieb aber ebenfalls empfindlich stören. Vor einem guten Monat hatte Verdi erst mit einem Warnstreik der privaten Sicherheitsleute tausende Passagiere in den Frankfurter Terminals gestoppt. Die Flüge hatten größtenteils trotzdem stattgefunden, wenn auch mit vielen leeren Sitzen.

Die Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ ist nach der Urabstimmung von rund 5400 Lufthansa-Piloten streikbereit, hatte aber bis Montagmittag noch keinen konkreten Termin benannt. Der Ausstand soll jeweils 48 Stunden vorher bekanntgegeben werden, damit die Passagiere umplanen können.

Lufthansa-Piloten vor dem Ausstand: Der Streik der Privilegierten

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70 000 Euro Einstiegsgehalt, und am Ende der Karriere gern das Dreifache - dennoch wollen die Lufthansa-Piloten streiken. Sie fordern damit den neuen Lufthansa-Chef Spohr heraus. Der Machtkampf spitzt sich zu.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

24.03.2014, 16:59 Uhr

Super, ich freu mich schon, am Donnerstag auf der Heimreise mal wieder Streikopfer zu sein. Ich frage mich inzwischen, warum man die ganzen Steuern und Gebühren zahlen muss, wenn dafür nur mal wieder Chaos geboten wird.

Account gelöscht!

24.03.2014, 17:20 Uhr

Es wird Zeit, das Streikrecht zu reformieren!
Immer wieder wird der Bürger in seinen Freiheiten durch skrupellose Gewerkschaftsfunktionäre beeinträchtigt, nur damit die Gewerkschaften mal wieder in den Nachrichten auftauchen und Ihre "Macht" demonstrieren können. Deutschland wird allmählich „Weltmarktführer“ in der Anzahl der jährlichen Streiktage! So kann man eine Volkswirtschaft total kaputt machen.

Account gelöscht!

25.03.2014, 15:12 Uhr


Stoppt die übertriebene Macht dieser Gewerkschaft über
unseren Alltag.
Sie berufen sich auf das Grundgesetz, das ihnen Streiks erlaubt.
Aber solche übertriebene Maßnahmen?...
https://stopptverdi.wordpress.com
Stoppt Verdi, Blog auf Wordpress.

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