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14.06.2016

11:51 Uhr

Flughafen Hahn

Hessen stimmt Airport-Verkauf zu

Der Verkauf des Flughafens Hahn an chinesische Investoren hat eine weitere Hürde genommen: Das hessische Kabinett hat laut einem Bericht am Dienstag dem Verkauf seiner Anteile zugestimmt.

Auch Hessen gibt offenbar grünes Licht für einen Verkauf des Airports. Reuters

Flughafen Hahn

Auch Hessen gibt offenbar grünes Licht für einen Verkauf des Airports.

Wiesbaden/Mainz Das hessische Kabinett hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dem Verkauf seiner Anteile von 17,5 Prozent am Flughafen Hahn an ein chinesisches Unternehmen zugestimmt. Endgültig frei werden soll der Weg für den Verkauf an diesem Mittwoch (15. Juni) im Haushaltsausschuss des hessischen Landtags. Erwartet wird, dass auch dieses Gremium, das wie üblich hinter geschlossenen Türen tagt, grünes Licht gibt. Das Finanzministerium in Wiesbaden hatte die Verhandlungen bestätigt, nahm am Dienstag aber zunächst dazu keine Stellung.

Rheinland-Pfalz hat bereits einen Kaufvertrag über seine 82,5 Prozent mit dem weithin unbekannten chinesischen Unternehmen Shanghai Yiqian Trading (SYT) unterschrieben. Dieses will die 2015 vom Flughafen Hahn abgewanderte, ebenfalls chinesische Frachtgesellschaft Yangtze River Express wieder in den Hunsrück zurückholen. Von der Airline selbst kamen dazu aber widersprüchliche Signale.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Nach Angaben der Landesregierung von Rheinland-Pfalz liegt der Kaufpreis für den einzigen größeren Flughafen im Land im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Hinter den Kulissen ist von nur zehn bis zwölf Millionen Euro die Rede. Damit könnte Hessen weniger als zwei Millionen Euro bekommen. Im Gegensatz zu Rheinland-Pfalz will das Bundesland dem Hahn aber auch künftig keine Subventionen zahlen.

Von

dpa

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