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23.07.2014

10:27 Uhr

Flughafen Tel Aviv

Der eine fliegt, der andere nicht

VonMartin Dowideit

Der Flughafen Tel Aviv ist für viele Airlines auch heute aus Sicherheitsgründen tabu. Einzelne fliegen aber in die Stadt, etwa British Airways. Für Passagiere ist unklar, wie Fluglinien zu solchen Entscheidungen kommen.

Flugverbindungen gestrichen

Konflikt zwischen Hamas und Israel setzt sich fort

Flugverbindungen gestrichen: Konflikt zwischen Hamas und Israel setzt sich fort

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DüsseldorfEin Raketeneinschlag in der Ortschaft Jahud nahe des Flughafens von Tel Aviv ließ die US-Luftfahrtbehörde FAA am Dienstag aufschrecken. Auch wenn der Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Gaza-Streifen schon etliche Tage anhält und immer wieder Raketen in Israel einschlagen: Die Gefahr für Passagierflugzeuge erschien der FAA damit zu groß. Sie sperrte für alle US-Fluggesellschaften den Flughafen der Stadt – zunächst für 24 Stunden. Seitdem zeigt sich erneut, wie unterschiedlich Airlines Sicherheitslagen bewerten und reagieren dürfen.

Zunächst informierte die FAA US-Fluggesellschaften darüber, an einer Mitteilung zur offiziellen Sperrung des Flughafens zu arbeiten – schon da drehten die ersten Maschinen ab. Wenig später folgte die offizielle Entscheidung der FAA und nicht nur US-Airlines flogen Ausweichziele an und stornierten Verbindungen. Die Lufthansa setzte Tel-Aviv-Flüge für 36 Stunden aus, Air Berlin tat es ebenso.

Israel war damit weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Der Flughafen ist die zentrale Verbindung des Landes zur Außenwelt. Über 14 Millionen Passagiere nutzten im vergangenen Jahr den Airport.

Eine Easyjet-Maschine aus Rom landete am späten Dienstagabend in Tel Aviv – und hob später auch wieder ab. (Screenshot: Planefinder)

Eine Easyjet-Maschine aus Rom landete am späten Dienstagabend in Tel Aviv – und hob später auch wieder ab. (Screenshot: Planefinder)

Doch wie auch schon der mutmaßliche Abschuss des Flugs MH17 mit 298 Toten in der Ostukraine gezeigt hatte, als einige Airlines bereits vor der Katastrophe den Luftraum gemieden hatten, ist sich auch bei Tel Aviv die Branche bei weitem nicht einig. Schwer nachvollziehbare Entscheidungen waren ab dem späten Nachmittag zu beobachten: Eine russische Aeroflot drehte auf dem Weg nach Israel um, die ukrainische Gesellschaft UIA zeigte sich hingegen unbekümmert und steuerte den Flughafen auch am späten Dienstagabend weiter an – ebenso wie die israelische Fluglinie El Al. Der Billigflieger Easyjet hielt erst an den Verbindungen fest, machte dann kurz vor Mitternacht die Kehrtwende – kurz nachdem ein Flug in Richtung Rom in Israel abgehoben hatte.

Die Entscheidung über eine Sperrung eines Luftraums oder Flughafen trifft eigentlich die nationale Flugsicherung. Aber Israel hat trotz des Konflikts kein Interesse daran, eine wichtige Lebensader des Landes zu kappen. Und die Entscheidung der USA stieß auf großes Unverständnis. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beschwerte sich telefonisch bei US-Außenminister John Kerry, der das Flugverbot aber verteidigte. Die Maßnahme diene einzig dazu, amerikanische Bürger und Airlines zu schützen, sagte Kerry laut Auskunft seines Ministeriums.

Milliardär fliegt aus Solidarität nach Tel Aviv

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg kündigte an, entgegen der Warnungmit einer El-Al-Maschine nach Tel Aviv zu fliegen. Er wolle zeigen, dass der Flugverkehr von und nach Tel Aviv sicher sei, schrieb Bloomberg in einer Mitteilung. Er nannte den Ben-Gurion-Flughafen „den am besten gesicherten Airport der Welt“.

Kommentare (11)

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Herr Josef Schmidt

23.07.2014, 08:53 Uhr

Wo sind die Sanktionen gegen den Massenmörder Israel ? Hier werden nur von toten israelischen Mörder berichtet. Die Hunderten toten Müttern und Kindern in Gaza interessiert niemanden.

Herr peter Spirat

23.07.2014, 09:36 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Wolfgang Trantow

23.07.2014, 09:40 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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