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02.06.2012

16:44 Uhr

Flughafen "Willy Brandt"

Mehdorn will Garantie für Schadensersatz

Nach dem Debakel um die Eröffnung des Berliner Flughafens Willy Brandt fordern Lufthansa und Air Berlin weiter Schadenersatz. Zumindest Air Berlin-Chef Mehdorn rechnet außerdem mit weiteren Verzögerungen.

Dunkle Wolken ziehen über das Rollfeld vor dem Terminal des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld. dpa

Dunkle Wolken ziehen über das Rollfeld vor dem Terminal des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld.

FrankfurtDie Lufthansa will für das Debakel um den neuen Flughafen Berlin-Brandburg entschädigt werden. Die Fluggesellschaft habe die Höhe des Schadens, der aufgrund der Verschiebung der Eröffnung entstanden ist, zwar noch nicht ermittelt, sagte Vorstandschef Christoph Franz dem „Tagesspiegel“ (Sonntagausgabe) laut einem Vorabbericht. Fest stehe jedoch, dass man der Flughafengesellschaft die Rechnung dafür präsentieren werde. Lufthansa starte am Sonntag in Tegel ihr erweitertes Hauptstadt-Angebot, das ursprünglich für den neuen Flughafen „Willy Brandt“ vorgesehen war. „Wir haben die Zusage des Flughafens, unser deutlich erweitertes Programm in Tegel unterzubringen“, sagte Franz der Zeitung. Er hoffe, dass es nicht zu nennenswerten Engpässen komme.

Für den neuen Eröffnungstermin ist er „zuversichtlich, dass es zum 17. März funktioniert“. Ganz anders dagegen sein Kollege Hartmut Mehdorn vom Rivalen Air Berlin. „Wir müssen glauben, was uns die Verantwortlichen sagen“, zeigte sich Mehdorn im Interview der „Super-Illu“ skeptisch. Auf die Frage, ob er sicher sei, dass der neue Flughafen den Betrieb im März 2013 aufnehme, sagte er dem Blatt: „Das kann ich Ihnen nicht beantworten.“

Auch Mehdorn verlangt weiter Schadenersatz von der Betreibergesellschaft. Zwar sei noch nicht berechnet, wie teuer die Verschiebung Air Berlin am Ende komme. „Wir haben ein Recht auf Schadenersatz. Das wissen auch die Verursacher. Ich hoffe, dass wir nicht den Klageweg beschreiten müssen.“

Der Flughafen solle Air Berlin „eine Garantieerklärung geben, dass jeder Schaden erstattet wird, den wir glaubhaft belegen“, sagte Mehdorn der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ laut einem Vorabbericht. „Dann hätten wir etwas in der Hand.“ In der vergangenen Woche haben Air Berlin und der Flughafen sich für ein erstes vertrauliches Sondierungsgespräch getroffen. „Am Ende der Gespräche werden wir nicht akzeptieren, dass unsere Gegenüber uns nur eine Adressenliste aller Lieferanten rüberschieben und sagen, wendet euch bitte an diese Leute“", kündigte Mehdorn an. °Das wäre für uns ein Affront.“

Der neue Berliner Großflughafen wird erst mit einem Dreivierteljahr Verzögerung eröffnet - ursprünglich wollte die Lufthansa an dem unter dem Kürzel „BER“ bekannten Großairport ihre Berlin-Verbindungen ab dem 3. Juni auf 38 Städte in Europa und dem Nahen Osten aufstocken. Bisher waren es lediglich acht Destinationen. Anfang Mai war die Eröffnung wegen Mängeln beim Brandschutz zum zweiten Mal verschoben worden.

Mehdorn war nach dem Bekanntwerden der langen Verzögerung außer sich gewesen. „Wir erleiden dadurch nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen Imageschaden für unser Drehkreuz, der finanziell kaum zu beziffern ist“, hatte sich der Manager der ohnehin darbenden Airline beschwert. Die Verschiebung treffe Air Berlin viel härter als alle anderen Airlines, die Berlin anfliegen. Mit einem Marktanteil von rund 33 Prozent sei Air Berlin die einzige Fluggesellschaft mit einem Drehkreuz in Berlin.

Der „FASZ“ sagte Mehdorn nun, das Flughafen-Debakel sei nicht existenzbedrohend für Air Berlin: „Wir stehen keineswegs am Abgrund, auch ein Verkauf steht nicht zur Debatte. Ich bin sicher, dass wir 2013 schwarze Zahlen schreiben werden.“ Dafür fahre er einen rigiden Sparkurs - angefangen bei Keksen für Meetings bis zur Reduzierung der Druckkosten: „Jetzt wird jedes Blatt Papier beidseitig bedruckt und alle internen Dokumente nur noch in Schwarz-Weiß.“

Sauer ist der kantige Manager aber immer noch. Er habe „wie die meisten“ erst aus den Medien erfahren, dass der Termin 3. Juni nicht zu halten sei. Das habe ihn komplett überrascht, sagte Mehdorn der „Super-Illu“.

Von

rtr

Kommentare (4)

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FamWegnerMahlow

02.06.2012, 18:34 Uhr

BER ist bereits zweimal verschoben worden, fragt man die Bauarbeiter, meinen die, daß es nicht klappt zum März 13. Wir glauben auch nicht dran. Der BER ist ein Faß ohne Boden, ein Flughafen Münchhausen.
Solche Gurken die so einen Flughafen planen haben leider auch den Lärmschutz geplant, denn der ist momentan erst mit 5 Prozent nicht mal in den Kinderschuhen.

Die Clowns vom BER.

Nachwuchs

02.06.2012, 19:19 Uhr

Wann zahlt der Herr Mehdorn endlich für sein vorsätzliches Management bei der Bahn, wo er für Verluste und Sicherheitspannen sorgte?

Account gelöscht!

02.06.2012, 20:28 Uhr

Mehdorn ist der Minderleister schlechthin. Eine widerwärtige Type ist der, nix weiter sonst. Selbst wenn Mehdorn mir einen Flug schenken würde, würde ich den ablehnen. Lieber zahle ich 20x so viel für einen Flug bevor Mehdorn auch nur einen Cent bekommt mit der Air-Berlin.

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