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30.05.2014

16:48 Uhr

Flughafenbetreiber

Bürgerproteste stören Fraport nicht

Trotz des Protests von Bürgern: Der Betreiber Fraport hält an seinen Ausbauplänen für den Frankfurter Flughafen fest. Bei der Hauptversammlung wird aber ein Kritiker in den Aufsichtsrat gewählt.

Flughafengegner demonstrieren am Rande der Hauptversammlung des Flughafenbetreibers Fraport AG vor der Jahrhunderthalle in Frankfurt am Main: Fraport-Kritiker nahmen das Aktionärstreffen zum Anlass für Protestaktionen. dpa

Flughafengegner demonstrieren am Rande der Hauptversammlung des Flughafenbetreibers Fraport AG vor der Jahrhunderthalle in Frankfurt am Main: Fraport-Kritiker nahmen das Aktionärstreffen zum Anlass für Protestaktionen.

FrankfurtDie Fraport AG zeigt sich unbeeindruckt von Bürgerprotesten: Der Betreiber hält an seinen umstrittenen Ausbauplänen für den Frankfurter Flughafen fest. „Wir werden den Bau des Terminals 3 weiterplanen“, sagte Vorstandschef Stefan Schulte bei der Hauptversammlung am Freitag in Frankfurt.

Damit wolle Fraport einer absehbaren Verschlechterung der Abläufe - etwa der Abfertigung von Passagieren - an Deutschlands größtem Luftverkehrsdrehkreuz entgegenwirken. In den Aufsichtsrat zieht allerdings ein prominenter Gegner des Flughafen-Ausbaus ein: der hessische Landtagsabgeordnete Frank-Peter Kaufmann (Grüne).

Fraport-Kritiker nahmen das Aktionärstreffen zum Anlass für Protestaktionen. Das Bündnis von Bürgerinitiativen fordert unter anderem den Verzicht auf den Flughafenausbau und ein Nachtflugverbot. Zu dem Bündnis gehört auch die Interessengemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms (IGF). Die Demonstranten - nach Fraport-Angaben etwa 30 - protestierten mit Trommeln und Transparenten gegen Lärm, Abgase und Umweltzerstörung.

Flughäfen in Deutschland: Das waren die Verlierer 2013

Dresden

Passagiere 2012: 1,89 Mio.

Passagiere 2013: 1,75 Mio.

Zuwachs/Rückgang: - 7,0 %

Frankfurt-Hahn

Passagiere 2012: 2,79 Mio.

Passagiere 2013: 2,67 Mio.

Zuwachs/Rückgang: - 4,4 %

Karlsruhe/Baden-Baden (Baden-Airpark)

Passagiere 2012: 1,29 Mio.

Passagiere 2013: 1,06 Mio.

Zuwachs/Rückgang: - 17,7 %

Köln-Bonn

Passagiere 2012: 9,28 Mio.

Passagiere 2013: 9,08 Mio.

Zuwachs/Rückgang: - 2,0 %

Leipzig/Halle

Passagiere 2012: 2,28 Mio.

Passagiere 2013: 2,24 Mio.

Zuwachs/Rückgang: - 2,0 %

Memmingen (Allgäu Airport)

Passagiere 2012: 867.000

Passagiere 2013: 839.000

Zuwachs/Rückgang: - 3,6 %

Münster/Osnabrück

Passagiere 2012: 1,02 Mio.

Passagiere 2013: 854.000

Zuwachs/Rückgang: - 16,4 %

Nürnberg

Passagiere 2012: 3,6 Mio.

Passagiere 2013: 3,31 Mio.

Zuwachs/Rückgang: - 8,0 %

Paderborn/Lippstadt

Passagiere 2012: 873.000

Passagiere 2013: 795.000

Zuwachs/Rückgang: - 9,0 %

Saarbrücken

Passagiere 2012: 425.000

Passagiere 2013: 405.000

Zuwachs/Rückgang: - 4,7 %

Auswahl: Zehn Flughäfen mit dem größten Verlust in Prozent, Quelle: Flughäfen, ADV-Monatsstatistiken

„Der Vorstand soll nicht für seine Geschäftspolitik entlastet werden, und die neue Landebahn soll stillgelegt werden“, forderte Dirk Treber von der IGF. Er ist auch Vertreter des Dachverbandes der kritischen Aktionäre. „Ich will wissen, ob die Fraport es sich leisten kann, mit der Bevölkerung so in Unfrieden zu leben“, sagte Treber. Die Aktionäre entlasteten den Vorstand trotz dieser Forderungen mit großer Mehrheit (99,94 Prozent), ebenso wie den Aufsichtsrat (99,88 Prozent).

Fraport hofft nach einem unerwartet schwachen Vorjahr auf leichtes Wachstum im laufenden Jahr. „Unser Ausblick ist verhalten zuversichtlich“, sagte Schulte. Die Passagierzahl könne um zwei bis drei Prozent zunehmen, „wenn keine größeren Streikausfälle kommen“. Der Konzernumsatz soll um rund drei Prozent auf bis zu 2,45 Milliarden Euro steigen.

Von

dpa

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