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06.08.2015

10:28 Uhr

Flughafenbetreiber

Fraport profitiert von Kauflaune der Passagiere

Mit Wachstum auf Kurs: Der schwache Euro, Zukäufe, das Passagierwachstum und höhere Umsätze schlagen sich positiv in der Halbjahresbilanz von Fraport aus. Der Flughafenbetreiber bestätigt die Prognosen.

Der Flughafenbetreiber geht mit guten Geschäften in die zweite Jahreshälfte. Reuters

Flugzeug am Frankfurter Flughafen

Der Flughafenbetreiber geht mit guten Geschäften in die zweite Jahreshälfte.

FrankfurtDer weltweit aufgestellte Flughafenbetreiber Fraport profitiert weiter vom wachsenden Luftverkehr. Steigende Passagierzahlen, höhere Einzelhandelserlöse in den Terminals und positive Währungseffekte haben das Konzernergebnis im ersten Halbjahr 2015 um 12,3 Prozent auf 103 Millionen Euro gesteigert, wie der M-Dax-Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Auf die Fraport-Gesellschafter entfielen davon 98 Millionen Euro.

Der Umsatz kletterte in dem Zeitraum um 10,6 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Dazu trugen erstmals der Flughafen Ljubljana und der US-amerikanische Geschäftsflächen-Vermarkter Airmall bei, die Fraport zugekauft hat.

An welchen Flughäfen Fraport beteiligt ist

Bulgarien

Airports Burgas und Varna: Fraport hält 60 Prozent an der deutsch-bulgarischen Gesellschaft Fraport Twin Star Airport Management. Die Verträge haben eine Laufzeit von 35 Jahren.

China

Xi'an Xianyang International Airport: Fraport hält 24,5 Prozent. Der Konzern ist der erste ausländische Flughafenbetreiber, der sich an einem nicht börsennotierten Flughafen in China engagiert.

Deutschland

Flughafen Hannover-Langenhagen: Fraport hält seit 2001 an dem Airport 30 Prozent der Anteile, die anderen 70 Prozent teilen sich die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen.

Griechenland

14 Regionalflughäfen: Es galt bereits als ausgemacht, dass Fraport den Betrieb von 14 Regionalflughäfen übernimmt. Die neue griechische Regierung stellte das Vorhaben zunächst infrage, im Dezember 2015 wurden dann aber die Verträge für das 1,23-Milliarden-Euro-Investment unterschrieben

Indien

Delhi International Airport: Fraport ist seit 2006 für 30 Jahre mit zehn Prozent an dem Betrieb des Flughafens in der indischen Hauptstadt beteiligt.

Peru

Aeropuerto Internacional Jorge Chávez, Lima: Fraport hält 70 Prozent der Anteile und ist langfristig im Rahmen eines Konzessionsvertrags engagiert.

Russland

Pulkovo Airport St. Petersburg: Fraport ist an dem Flughafenbetreiber Northern Capital Gateway beteiligt. Der Anteil beträgt 35,5 Prozent.

Senegal

Aéroport Blaise Diagne, Dakar, im Bau: Die Fraport-Beteiligung Daport betreibt den Flughafen nach Fertigstellung für 22 Jahre.

Slowenien

Aerodrom Ljubljana: Fraport hält 97,99 Prozent an dem Flughafen in Slowenien.

Türkei

Antalya Airport: Im Rahmen des Joint Ventures ICF Airports betreibt Fraport mit der türkischen IC Holding den Flughafen von Antalya. Fraport hält mit 51 Prozent die Mehrheit.

Analysten hatten mit etwas mehr Gewinn gerechnet, bei den Umsatzerwartungen legte Fraport dagegen eine Punktlandung hin. „Das erste Halbjahr ist operativ und finanziell positiv verlaufen“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. Er bestätigte die Jahresprognosen. Dennoch sackte die Aktie im frühen Geschäft zunächst deutlich ab

Am mit Abstand größten Konzernflughafen Frankfurt stieg die Zahl der Passagiere in der Jahresfrist um 4,1 Prozent auf 28,9 Millionen. Über die Umsatzbeteiligung aus den Einzelhandelsgeschäften in den Terminals erlöste Fraport 3,63 Euro pro Kopf, 21 Cent mehr als vor einem Jahr. Hier wirkte sich der im Vergleich zu anderen Währungen abgewertete Euro positiv aus. Auch die in Dollar abgerechneten Erlöse des Flughafens im peruanischen Lima trugen zum positiven Währungseffekt bei..

Gegenläufer war die krisenhafte Entwicklung in Russland, die zu sinkenden Passagierzahlen in St. Petersburg, dem türkischen Antalya, sowie in Varna und Burgas in Bulgarien geführt hat. Der schwache Rubel hat laut Fraport zu einer deutlichen Konsumzurückhaltung der Russen auch an ihren bevorzugten Urlaubszielen geführt. Mehr Passagiere als vor einem Jahr gab es hingegen neben Frankfurt noch in Hannover, Lima, Ljubljana und Xi'an in China.

In den klassischen Dienstleistungsbereichen eines Flughafens verzeichnete Fraport sinkende Gewinne vor Steuern und Zinsen. Bei den Bodenverkehrsdiensten wie auch beim eigentlichen Luftverkehrsgeschäft sind die Personalkosten stark gestiegen. Höhere Einnahmen beispielsweise aus den Start- und Landegebühren führten so nicht zu höheren Gewinnen.

Von

dpa

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