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18.01.2012

13:59 Uhr

Fluglinien

China-Joint-Venture der Lufthansa legt eine Bruchlandung hin

VonJens Koenen

Schlechte Nachrichten für Jade Cargo: Die Lufthansa zieht sich aus dem gemeinsamen Frachtunternehmen mit Shenzen Airline zurück. Es wird „bis auf Weiteres“ keine Flüge von Jade mehr geben.

Ein Frachtflieger der Lufthansa-Flotte. ap

Ein Frachtflieger der Lufthansa-Flotte.

FrankfurtEs war zwar nur ein kleiner Hoffnungschimmer, aber immerhin. Ab Montag dieser Woche sollten die Flugzeuge des Frachtunternehmens Jade in China wieder abheben. Die beteiligten Partner, Lufthansa und Shenzen Airlines, hatten die Flotte wegen der Nachfrageschwäche um die Weihnachtstage herum vorübergehend am Boden geparkt.

Doch aus der Rückkehr in den Himmel wird nichts mehr. In einem kurzen Schreiben teilte Lufthansa Cargo seinen Frachtkunden zu Wochenbeginn mit, dass mit den Jade-Frachtern „bis auf Weiteres“ keine Flüge mehr durchgeführt werden. „Damit hat Lufthansa das endgültige Aus für seinen Teil des Joint Ventures besiegelt“, heißt es in Branchenkreisen.

Ein Sprecher von Lufthansa Cargo wollte diese Informationen auf Anfrage nicht kommentieren. Allerdings lässt die Wortwahl des knappen Schreibens an die Kunden keinen Interpretationsspielraum. „Wir danken Ihnen für die Unterstützung von Jade Cargo in der Vergangenheit und hoffen, dass wir auf Ihre Unterstützung in der Zukunft zählen können“, schreibt Lufthansa in dem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt.

Die größten börsennotierten Airlines nach Umsatz

Ranking der Champions

Die Top-Ten wird von westlichen Fluglinien dominiert. Handelsblatt Online zeigt die stärksten zehn Gesellschaften, sortiert nach dem Umsatz im letzten verfügbaren Geschäftsjahr (Daten von Bloomberg in Euro).

Lufthansa

Mit einem Umsatz von 27,3 Milliarden Euro landet die deutsche Airline auf dem ersten Platz der börsennotierten Fluggesellschaften.

Delta Airlines

Auf dem zweiten Platz folgt die amerikanische Delta Airlines. Die Gesellschaft erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von umgerechnet rund 24 Milliarden Euro.

Air France KLM

Die französische Gesellschaft landet auf dem dritten Platz - ihr Umsatz lag bei 23,6 Milliarden Euro.

United Continental

Der vierte Platz geht an eine amerikanische Airline: United Continental erzielte Erlöse in Höhe von umgerechnet rund 17,5 Milliarden Euro.

AMR Corporation

Die Muttergesellschaft von American Airlines landet mit einem Umsatz von umgerechnet rund 16,7 Milliarden Dollar auf Rang fünf.

International Consolidated Airlines

Die Gruppe, zu der unter anderem British Airways gehört, konnte im vergangenen Jahr einen Umsatz von umgerechnet 14,8 Milliarden Euro erzielen: Das war Platz Sechs.

All Nippon Airways

Die japanische Fluggesellschaft landet im Ranking auf Platz sieben; sie erwirtschaftete umgerechnet rund 12 Milliarden Euro Umsatz.

Qantas Airways

Der achte Platz geht an einen Australier: Qantas Airways erzielte Erlöse in Höhe von umgerechnet rund 10 Milliarden Euro Umsatz.

Southwest Airlines

Den neunten Platz belegt erneut eine amerikanische Fluggesellschaft: Southwest Airlines mit einem Umsatz von umgerechnet rund 9,1 Milliarden Euro.

US Airways

Und auch der zehnte Platz geht an die USA. Mit Erlösen von umgerechnet rund 9 Milliarden Euro rutscht US Airways gerade noch so in die Top-Ten.

Jade wurde 2004 gegründet. Lufthansa ist an dem Gemeinschaftsunternehmen mit 25 Prozent beteiligt, 24 Prozent halten eine Tochtergesellschaft der staatlichen Förderbank KfW, die Mehrheit von 51 Prozent liegt bei Shenzen Airlines.

Die Hoffnungen waren groß. China ist ein gigantischer Markt, geprägt von massiven Ein- und Ausfuhren. Von diesem Kuchen wollte sich Lufthansa über Jade ein ordentliches Stück abschneiden.

Doch von Anfang an hakte es bei der Tochter. Sie konnte erst mit Verspätung, nämlich 2006, ihren Betrieb aufnehmen. Zunächst fehlten Maschinen, dann Lizenzen für die Piloten. Das größte Problem war allerdings stets die Liquidität von Jade. Die Gesellschaft hat Branchenkreisen zufolge bislang lediglich 20 Prozent des angepeilten Umsatzes realisieren können. Die Schulden sollen einen dreistelligen Millionenbetrag erreicht haben, zuletzt war nicht einmal mehr Geld für die Treibstoffrechnung da.

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