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02.02.2009

11:15 Uhr

Fluglinien

Lufthansa-Einstieg bei der AUA wackelt

Die Deutsche Lufthansa bangt um ihren Einstieg bei der österreichischen Fluglinie Austrian Airlines. Wie Lufthansa-Chef Mayrhuber in einem Interview sagte, könnte der Einstieg am Widerstand von Kleinaktionären scheitern. Auch von Seiten der EU könnte es Probleme geben.

Die Lufthansa und Austrian Airlines bangen um ihre gemeinsame Zukunft. Foto: ap Quelle: ap

Die Lufthansa und Austrian Airlines bangen um ihre gemeinsame Zukunft. Foto: ap

HB HAMBURG. Nach Darstellung von Wolfgang Mayrhuber könnte der geplante Einstieg beim österreichischen Wettbewerber Austrian Airlines in den kommenden Wochen noch am Widerstand der AUA-Kleinaktionäre oder strengen Auflagen der EU-Kommission scheitern. Trotzdem will Mayrhuber auch künftig die Gelegenheit zu weiteren Übernahmen nutzen. "Wir wären doch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir vorhandene Chancen nicht nutzen würden", sagte Mayrhuber.

Außerdem will die Lufthansa die aktuelle Finanzkrise im Gegensatz zu anderen deutschen Großunternehmen ohne Beistand der Bundesregierung bewältigen. "Wir brauchen keine Hilfe", versicherte Nayrhuber. Gleichzeitig fordert er, seine Branche im Gegenzug nicht zusätzlich mit steigenden Kosten etwa durch Nachtflugverbote, Sicherheitsauflagen oder Emissionsabgaben zu belasten.

Nachdem die Luftfrachttochter des Konzerns erst am Freitag vergangener Woche für 2600 Beschäftigte Kurzarbeit ankündigte, will Mayrhuber eine Ausweitung des Programms auf andere Mitarbeiter nicht ausschließen. "Aus heutiger Sicht ist das nicht geplant", sagte der Lufthansa-Chef, "aber es hängt natürlich von der weiteren Wirtschaftsentwicklung ab."

Im aktuellen Tarifstreit um eine 15-prozentige Gehaltserhöhung für einen großen Teil des Kabinenpersonals mahnt Mayrhuber seine Angestellten zur Besonnenheit. "Es wäre wünschenswert, wenn die Forderungen sich in Einklang befänden mit der übrigen Belegschaft, mit dem, was der Wettbewerb zahlt sowie den Rahmenbedingungen des Marktes", erklärt der Lufthansa-Chef. Äußerst kritisch sieht der Top-Manager auch die zunehmende Konkurrenz unter den Arbeitnehmervertretern des Konzerns. "Diese Fragmentierung bedeutet, dass jeweils das gesamte Unternehmen getroffen wird, wenn auch nur eine Berufsgruppe streikt", kritisiert Mayrhuber, "deshalb sollte der Gesetzgeber aktiv werden."

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