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05.08.2011

01:59 Uhr

Fluglotsenstreik

Arbeitskampf könnte Flughafenchaos bescheren

Die Gewerkschaft der Flugsicherung fordert eine Lohnsteigerung von sechs Prozent. Zwar hat sie vorerst einen Streik abgesagt, aber die Arbeit könnte nächste Woche niedergelegt werden, mitten in der Urlaubssaison. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt meldet sich nun zu Wort.

Ein Fluglotsenstreik könnte Chaos in den Flughäfen auslösen. Quelle: dapd

Ein Fluglotsenstreik könnte Chaos in den Flughäfen auslösen.

Berlin Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die Fluglotsen nach ihrer Streikabsage eindringlich davor gewarnt, die Arbeit in den kommenden Wochen doch noch niederzulegen. „Ein Stillstand des Luftverkehrs hätte immensen volkswirtschaftlichen Schaden zur Folge. Dies ist unverhältnismäßig“, sagte Hundt der „Rheinischen Post“.

Der globale Luftverkehr stehe immer noch vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch einen Arbeitskampf noch verschärft würden. Auch lasse die Forderung der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) nach einer Lohnsteigerung von über sechs Prozent „jedes Augenmaß vermissen“, kritisierte Hundt. Zudem sei sie „auch tarif- und europarechtlich äußerst fragwürdig“.

Die GdF hatte ihren für Donnerstag geplanten Streik erst am späten Mittwochabend abgeblasen, nachdem das Arbeitsgericht Frankfurt den Ausstand per einstweiliger Verfügung untersagt hatte. Als Grund wurde angeführt, dass die Forderungen der Gewerkschaft teilweise gegen Tarifverträge verstießen. Die GdF drohte am Donnerstag allerdings erneut mit einem Ausstand.

Zwar werde es bis Sonntag wahrscheinlich nicht mehr dazu kommen. In der nächsten Woche seien aber Arbeitsniederlegungen möglich. Die Lotsen fordern 6,5 Prozent mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen - allen voran weniger Überstunden. Die Fluggesellschaften befürchten ein Chaos auf den deutschen Flughäfen bei einem Streik mitten in der Urlaubszeit.

Von

rtr

Kommentare (5)

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wweber55

05.08.2011, 03:06 Uhr

Was sagt Herr Hundt zum Augenmaß des u.a. für die massive Personalunterdeckung verantwortlichen DFS-Managers Personal und Finanzen, Jens Bergmann, dessen Bezüge sich laut Geschäftsbericht im "Krisenjahr" 2010 - in dem die Arbeitnehmervertretung der Aussetzung einer bereits vereinbarten Tarifanpassung aus Rücksicht auf die Kunden (LH-Abschluss 3,5%) zustimmte - selbst um gut 20% (!) ggü. dem Vorjahr erhöht haben?

Horst.N.

05.08.2011, 03:33 Uhr

Mich würde im Vergleich der potentielle volkswirtschaftliche Schaden infolge der offenbar abwägigen Alternative eines Einlenkens der Arbeitgeberseite interessieren.

gustav

06.08.2011, 01:30 Uhr

Es ist wirklich unglaublich, was die Gewerkschaft der Fluglotsen sich da erlaubt. Mitten in der Ferienzeit einen Streik auszurufen das ist die größte Unverschämtheit die ich je gehört habe. Da kann man wieder mal sehen welch Geistes Kind diese Leute sind. Die schrecken wirklich vor nichts zurück. Es ist schade, daß man diese Leute nicht gesetzlich belangen kann.

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