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01.03.2013

07:42 Uhr

Flugzeugbauer

Japanische Airline ANA sieht Fortschritte bei Dreamliner

Die Zwangspause für Boeings Prestigeprojekt könnte doch kürzer ausfallen: Die japanische Airline All Nippon Airways will den Dreamliner in Betrieb nehmen - die Flugsicherheit des Landes zeigte sich zuversichtlich.

All Nippon Airways hält an der Inbetriebnahme des Dreamliners fest. Reuters

All Nippon Airways hält an der Inbetriebnahme des Dreamliners fest.

TokioNach Einschätzung des japanischen Lufthansa-Partners All Nippon Airways (ANA) macht Boeing Fortschritte bei der Lösung der Batterieprobleme mit dem zwangspausierten „Dreamliner“. Seine Fluggesellschaft halte an der geplanten Inbetriebnahme künftiger weiterer Maschinen vom Typ Boeing 787 fest, sagte ANA-Chef Shinichiro Ito am Freitag laut Medien nach einem Treffen mit Boeing-Vertretern in Tokio. Er habe den Eindruck gewonnen, dass Boeing „deutliche Fortschritte“ mache. Boeing hatte der japanischen Luftfahrtbehörde seine Pläne zur Reparatur des pannengeplagten Langstreckenfliegers erläutert.

US-Aufsichtsbehörde: Flugerlaubnis für Dreamliner in weiter Ferne

US-Aufsichtsbehörde

Flugerlaubnis für Dreamliner in weiter Ferne

Mit einem komplexen Umbau soll die bestehende Akku-Problematik gelöst werden.

Boeing-Manager hatten zuvor bereits Vertretern der US-Luftfahrtaufsicht FAA ihre Lösungsvorschläge für die Probleme mit den verwendeten brandgefährlichen Batterien vorgestellt. Die FAA will die Vorschläge jetzt analysieren. Aber erst wenn sie absolut sicher sei, dass die Batterieprobleme behoben seien, dürfe der seit Mitte Januar zwangspausierte „Dreamliner“ wieder in den Liniendienst gehen.

Boeings beste Kunden im Jahr 2012

Platz 10

Air China - 14 ausgelieferte Flugzeuge

Besonders auf der Langstrecke vertraut die chinesische Airline auf die Boeing 777. Zuletzt unterschrieb die Airline einen Kaufvertrag für die 747-800.

Platz 9

China Southern - 15 ausgelieferte Flugzeuge

Seit Anfang 1990 setzt die chinesische Airline Boeing-Maschinen ein. Neben der 737 und der 767, sollen bald auch einige Boeing 777 in die Flotte aufgenommen werden.

Platz 8

Aviation Capital Group - 16 ausgelieferte Flugzeuge

Mit einer Bestellung von 60 Flugzeugen vom Typ 737 Max sorgte die Leasinggesellschaften für eine turbulenten Start ins Jahr. Bereits im Vorjahr gehörte das US-Unternehmen zu den Großkunden von Boeing.

Platz 7

Emirates - 17 ausgelieferte Flugzeuge

Mit ihrem erfolgreichen Expansionskurs setzten die arabischen Airlines ihre europäische Konkurrenz unter Druck. Durch einen Riesenauftrag über 60 neue 777 gehört auch Boeing zu den Profiteuren.

Platz 6

All Nippon Airways - 19 ausgelieferte Flugzeuge

Die Japaner waren die erste Fluggesellschaft, die den "Dreamliner" in die Flotte aufnehmen durfte.

Platz 5

GECAS - 20 ausgelieferte Flugzeuge

Die Flugzeugleasingsparte von General Electrics gehört ebenfalls zu den Großkunden. Durch einen Auftrag über 100 Boeing 737 dürfte sich daran in den nächsten Jahren nichts ändern.

Platz 4

Ryanair - 20 ausgelieferte Flugzeuge

Der irische Billigflieger droht zwar immer wieder damit, zu anderen Flugzeugherstellern zu wechseln. Bisher besteht die Flotte aber ausschließlich aus Flugzeugen vom Typ Boeing 737.

Platz 3

Lion Air - 22 ausgelieferte Flugzeuge

Ein 22-Milliarden-Dollar-Auftrag der indonesischen Airline ließ die Branche im Februar 2012 aufhorchen. Auch die Südostasiaten setzen auf die 737.

Platz 2

American Airlines - 25 ausgelieferte Flugzeuge

Die amerikanische Airline mit den Silberpfeilen muss dringend ihre Flotte modernisieren und setzt auf Flugzeuge aus der Heimat.

Platz 1

Southwest Airlines - 25 ausgelieferte Flugzeuge

Gleichauf liegt Konkurrent Southwest, der seine Flotte mit 208 neuen Boeing 737 aufrüsten will und dafür die stolze Summe von 19 Milliarden Dollar investiert.

Bis die Behörde grünes Licht gibt und die notwendigen Umbauen an den 50 bislang ausgelieferten „Dreamlinern“ ausgeführt sind, dürfte es nach Ansicht von Branchenkennern allerdings April werden. Die FAA und andere Luftfahrtbehörden hatten dem Langstreckenjet nach einem Feuer und einem Schmorbrand an zwei Batterien die Starterlaubnis entzogen. ANA hatte als weltweit erste Fluglinie den „Dreamliner“ in Betrieb genommen. Laut Konzernchef Ito dürfte der Ausfall der Maschinen nur begrenzte Auswirkungen auf die Bilanz haben.

Pannenserie des Boeing Dreamliner

Produktionsprobleme

Vor allem die anspruchsvolle Konstruktion der 787, die aus vielen Karbonteilen besteht, hatte zu langen Verzögerungen bis zur ersten Auslieferung geführt. Ein Jungfernflug war ursprünglich für August 2007 vorgesehen, er fand schließlich am 15. Dezember 2009 statt.

Ermahnungen wegen Triebwerken

Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt. Die Flugaufsichtsbehörde wurde zu Kontrollen ermahnt. Der Konzern änderte die Beschichtung von Triebwerkteilen, um dem Problem Herr zu werden.

Explosion eines Triebwerks

Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats.

Bauchschmerzen bei Air India

In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme von drei Dreamlinern für Air India im Jahr 2012 gab es immer wieder Probleme – etwa mit dem Kühlungssystem der Maschinen. Indische Medien berichteten, dass eigentlich immer ein Flugzeug aus dem Trio wegen Problemen am Boden bleiben musste.

Probleme mit der Elektronik

Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme.

Explodierte Batterie

Anfang Januar 2013 löste eine Explosion an Bord eines Boeing Dreamliner einen Brand an Bord einer Japan-Airlines-Maschine am Flughafen von Boston aus. Die Probleme erweisen sich als folgenschwer: Mehrere Wochen werden sämtliche 787 weltweit von den Aufsichtsbehörden am Boden gehalten.

Treibstoffleck

Ebenfalls ein Japan-Airlines-Jet war im Januar 2013 von einem Treibstoffverlust betroffen, der zu einem Abbruch eines Starts – ebenfalls in Boston – führte. Bereits im Dezember hatten alle Boeing-Flugzeuge des Typs 787 am Boden bleiben müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte eine Überprüfung der Maschinen angeordnet, nachdem bei zwei der Flugzeuge Treibstoff ausgelaufen war.

Bremsprobleme

Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Der Computer sollte ausgetauscht werden.

Notlandung

Nach einem im Cockpit angezeigten Batteriedefekt und einem ungewöhnlichen Geruch an Bord, macht ein ANA-Dreamliner in Japan Mitte Januar 2013 einen Notlandung. Zunächst wird die gesamte Flotte von 17 Maschinen des Typs außer Dienst genommen – der Konkurrent Japan Airlines folgt dem Beispiel.

Peilsender fängt Feuer

Im Juli 2013 fängt ein Notfall-Peilsender einer abgestellten Boeing 787 auf einem Londoner Flughafen Feuer – auch hier soll ein Akku Grund für den Brand gewesen sein.

Toilette defekt

Wegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet.

Von

dpa

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