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29.10.2011

15:43 Uhr

Flugzeuge am Boden

Qantas-Auszeit nährt Übernahmespekulationen

VonUrs Wälterlin

Die Qantas-Flotte bleibt am Boden - Übernahmegerüchte starten dagegen durch. Die Maßnahme, im Tarifkonflikt den Betrieb vorübergehend komplett einzustellen, trifft den Nerv der Börsianer. Die Verluste sind derweil groß.

Qantas am Boden

Video: Qantas am Boden

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BangkokDie völlig überraschende Betriebseinstellung von Qantas am Samstag hat weltweite Konsequenzen für die Fluglinie und die Passagiere. Rund um den Globus saßen Fluggäste fest, nachdem CEO Alan Joyce die sofortige Stilllegung aller Qantas-Maschinen angeordnet hatte. Mitarbeiter sollen am Montag daran gehindert werden, zur Arbeit zu erscheinen. Der Entscheid folgte dem Zusammenbruch der monatelangen Verhandlungen zwischen Qantas und mehreren Gewerkschaften. Die Fluglinie will das Verluste einfahrende internationale Geschäft sanieren. Dabei dürften 1.000 von insgesamt 32.000 Stellen verloren gehen. Unter anderem sollen zwei neue Fluglinien aufgebaut werden; eine Premium-Linie mit Sitz in Kuala Lumpur oder Singapur, sowie eine Billiglinie in Japan. Diese soll in Kooperation mit Japan Airlines aufgebaut werden. Außerdem verlangten sowohl Flugingenieure als auch Piloten zum Teil substanzielle Lohnerhöhungen. Qantas-Piloten gehören bereits zu den bestbezahlten der Welt.

Die Regierung schaltete sich nach ihrer wochenlangen Weigerung endlich in den Konflikt ein und verlange noch für Samstagabend eine Sitzung des Arbeitsgerichts. Die Streiks und Streikdrohungen der letzten Wochen hätten dazu geführt, dass sich „Kunden von uns abwenden“, so Alan Joyce. Gewerkschaften wollten der Fluggesellschaft „vorschreiben, wie wir unser Geschäft zu führen haben.“ Die Betriebseinstellung kostet die Airline pro Tag etwa 15 Millionen Euro.

Der spektakuläre Schritt dürfte die Qantas-Aktie am Montag bei Handelsbeginn an der Börse Sydney deutlich belasten und erneut Spekulationen um eine mögliche Übernahme anheizen. Nachdem die Fluglinie Mitte des Jahres ihre Restrukturierungsabsichten bekannt gegeben hatte, war der Aktienpreis auf ein zwischenzeitliches Rekordtief gefallen. In der Folge kam es zu Spekulationen, ein Konsortium von Privatanlegern würde ein Kaufangebot vorbereiten. Bereits 2006 war Qantas im Fadenkreuz von Privatanlegern. Ein Konsortium von Allco Finance Group, Macquarie Bank, Texas Pacific Group und Onex hatte elf Milliarden australische Dollar geboten. Der Versuch scheiterte am mangelnden Interesse der Aktionäre.

Kommentare (1)

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markus88

29.10.2011, 21:43 Uhr

Qantas Flugbegleiter verdienen teilw. soviel wie Piloten von den expandierenden Middle East Carriers
nur Logisch dass das Management die NOTBREMSE ziehen musste

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