Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.06.2013

13:49 Uhr

Flugzeughersteller

Airbus pocht auf Kredit der Bundesregierung

Airbus erwartet von Deutschland eine Finanzierungshilfe. Das Wirtschaftsministerium ist zwar zuversichtlich. Doch im Gegenzug möchte die Bundesregierung eindeutige Standortzusagen.

BerlinNach dem Jungfernflug des neuen Airbus A350 pocht das Unternehmen auf eine rasche Auszahlung zugesagter Finanzierungshilfen der Bundesregierung. Airbus-Produktionschef Günter Butschek äußerte die Erwartung, dass die noch ausstehenden 600 Millionen Euro Kredit aus der 1,1 Milliarden Euro schweren Anschubfinanzierung für den neuen Langstreckenflieger nun überwiesen werden.

"Ich gehe davon aus, dass wir die Gespräche in den nächsten Wochen zu einem guten Ende bringen können", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die Bundesregierung hatte das Geld auf Eis gelegt, um die Airbus-Mutter EADS dazu zu bringen, mehr Forschungs- und Entwicklungsbereiche in Deutschland anzusiedeln.

Auch das Wirtschaftsministerium zeigte sich grundsätzlich zuversichtlich, dass beide Seiten eine Lösung finden. "Über die Grundlinien einer solchen Verständigung herrscht bereits Einigkeit zwischen der Bundesregierung und Airbus", erklärte ein Ministeriumssprecher. "Darlehenszahlungen sind allerdings nur dann möglich, wenn damit konkrete Gegenleistungen und Zusagen für die deutschen Standorte verbunden sind", machte er zugleich deutlich.

Die größten Bestellungen der A350 (Stand: Ende Mai 2013)

Hongkong Airlines

Hongkong Airlines und die amerikanische Cit-Leasing bestellten jeweils 15 der mittellangen Airbus-Maschinen des Typs A350-900. Die teuerste Variante des Jets steht mit rund 250 Millionen Euro in der Preisliste.

ILFC

Die ILFC aus Los Angeles bestellte sechs Exemplare des Kurzmodells A350-800 und 14 weitere Flugzeuge vom Typ A350-900.

US-Airways

US-Airways und die russische Aeroflot bestellten jeweils 18 Modelle des Typs A350-800 und vier Exemplare der etwas längeren A350-900.

United Airlines

United Airlines aus Chicago bestellten zunächst 25 Modelle der mittellangen A350-900, ebenso viele Flugzeuge, allerdings darunter auch fünf Exemplare der Langversion A350-1000 bestellte die Air Lease Corporation aus Los Angeles.

TAM Airlines

Die sechstgrößte Bestellung reichte mit einer Order über insgesamt 27 Modelle der Airbusmaschine A350-900 die Linie TAM aus Brasiliens einwohnerreichsten Stadt Sao Paulo ein.

Asiana Airlines

Insgesamt 30 Flugzeuge wollen sie bei Asiana Airlines in Seoul: Acht Kurzmodelle, also die A350-800, zwölf A350-900-Maschinen und zehn Langversionen vom Typ A350-1000.

Cathay Pacific

Rang vier in der Liste der größten Orders belegen Cathay Pacific. Die Airline aus der chinesischen Provinz Guangdon will 20 der A350-900-Modelle und 26 der Langversionen A350-1000.

Singapore Airlines

Auch Singapore Airlines geht in die Vollen: Die Fluggesellschaft bestellte 40 Modelle der A350-900 – mit der Option, die Order in A350-1000 umzuwandeln.

Emirates

Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai handelt, wie man es von Akteuren aus dem arabischen Emiraten gewohnt ist: In großen Dimensionen. Sie bestellt 50 Modelle der mittellangen Version A350-900 und zusätzlich 20 weitere Flugzeuge vom Typ A350-1000.

Qatar Airways

Unangefochtene Nummer eins bei den Orders ist Qatar Airways. Für 43 Modelle der A350-900 und 37 Modelle der Langversion A350-1000 haben die Funktionäre des im katarischen Doha sitzenden Unternehmens Bestellungen aufgegeben. Nach Listenpreisen würde Qatar 5,6 Milliarden Euro für die Maschinen zahlen.

Laut "Spiegel"-Vorabbericht will das Ministerium, dass der Nachfolger des Kurzstreckenjets A30X maßgeblich in Deutschland entwickelt wird. In Managementkreisen werde hingegen betont, die Bundesregierung könne keine weiteren Zusagen zum A30X erwarten, wenn sie die halbe Milliarde nicht zahle.

Der französische Staat habe seine Entwicklungshilfen bereits ausbezahlt. Ein Gespräch zwischen Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Airbus-Chef Fabrice Bregier vergangene Woche habe aus Sicht des Unternehmens keine Ergebnisse gebracht. Das Ministerium steht nach eigener Auskunft jedoch weiter in engem Kontakt mit dem Flugzeugbauer.

Butschek betonte: "Wir haben unsere Verpflichtungen übererfüllt." Er verwies zudem darauf, dass der A350 ein Jobmotor sei. "Wir haben 2011 und 2012 für dieses Flugzeug in Deutschland etwa 4000 Arbeitsplätze geschaffen. 2013 kommen nochmals bis zu 1000 Mitarbeiter dazu - auch wegen des A350 XWB", erläuterte er.

Am Freitag hatte Airbus im südfranzösischen Toulouse den erfolgreichen Jungfernflug des neuen Flugzeugs gefeiert und damit kurz vor der wichtigen Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris Akzente gesetzt. Der Langstreckenflieger soll vor allem dem Dreamliner 787 des US-Rivalen Boeing Konkurrenz machen. Der Test war der vorläufige Endpunkt einer achtjährigen Entwicklungsphase, die EADS 15 Milliarden Dollar gekostet hat.

Langstreckenflieger im Video

Traumstart für den Airbus A 350

Langstreckenflieger im Video: Traumstart für den Airbus A 350

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

rtr

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Gast

16.06.2013, 14:22 Uhr

"Der Langstreckenflieger soll vor allem dem Dreamliner 787 des US-Rivalen Boeing konkurrenz machen"
Wie soll das gehen? Der A350 XWB präsentiert alte Technik in neuer Hülle. Die Luft für die Kabine wird im Gegensatz zum Dreamliner immer noch über die Triebwerke entnommen. Das ist antiquiert und mit erheblichen Risiken für die Flugzeuginsassen behaftet. So wird das nichts.

Felix

16.06.2013, 14:38 Uhr

Vollkommener Schwachsinn, die Technik eines Fliegers an einem so kleinen Detail fest zu machen. Man sieht doch, was Boeing mit der 787 für Probleme hat, was unter anderem auch an dem nicht vorhandenen Zapfluftsystem liegt. Da sie keine größere Kompetenz in dem Bereich zu besitzen scheinen, sollten sie sich vll etwas informieren und nicht auf die übliche Journalistenpolemik in dem Thema glauben

realist

16.06.2013, 15:47 Uhr

............ja Tomm, Du hast Recht. Du hast Recht Tomm (Chef von Airbus), daß Du in Berlin anklopfst, und um finanzielle Hilfe bittest. Warum? Nun will ich hier von meinem Empfinden sprechen, was zwischen Frankreich und Deutschland sich abspielt. Was spielt sich nun ab? Der Glaube an eine deutsch-französische Zusammenarbeit ist nur notgedrungen, weil es nicht anders geht. Also, daß Deutschland-Euro für die Entwicklung und Bau der Flugzeuge unabdingbar ist. Aber im Herzen steht Frankreich Deutschland diametral gegenüber. Am Liebsten würde man die Ehe Heute wie Morgen scheiden. Wieso? Nun, es ist keine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe, sondern nur eine vernunftsgetriebene Zusammenarbeit. Freundschaft? Wie war das Freundschaft?, gab es nicht und wird es nie geben. Frankreich würde es heute gerne alleine machen. Es gibt eine abgrundtiefe Abneigung Deutschland gegenüber. Es gibt keine Freundschaft, nein, niemals. Das Gleiche zwischen Britanien und Deutschland. Wir sind ein Außenseiter und bleiben es. Wir sollten uns im Zweifelsfalle zurück ziehen. Wir sind anders wie die Anderen. Wir werden gehaßt und bewundert, niemals geliebt, mehr nicht. Wirklich? Ja, so ist es. Was ist zu tun? Nun, auf uns zu beziehen. Exportieren bis die Lichter ausgehen.
Unsere "sogenannten Freund" (die gar keine sind) mit Ware aus deutschen Land überziehen, und alles in Deutschland machen, alles, aber auch alles hier produzieren. Wir Deutschen müssen uns neu erfinden, indem wir uns auf uns besinnen, und nicht abseits der Straße uns umschauen. Wir sind ein tolles Volk. Wir haben eine der schönsten und in der Fülle nicht zu überbietende Sprache. Für jedes Wort, für jeden Begriff gibt es unzählige Alternativen. Toll die deutsche Spache, toll. Keine andere Sprache hat diese Fülle, keine. Ich bin stolz Deutscher zu sein, haleluja!!!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×