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06.05.2013

15:12 Uhr

Fondsmanager im Interview

„Mayrhuber verkörpert die alte Lufthansa“

VonTobias Döring

Exklusiv„Es wäre ein Rückschritt“: Großaktionäre wie Union Investment haben verhindert, dass Wolfgang Mayrhuber Aufsichtsratschef der Lufthansa wird. Was er gegen den Manager hat, erklärt Fondsmanager Ingo Speich.

Fondmanager Ingo Speich: „Hätten Wolfgang Mayrhuber nicht in den Aufsichtsrat gewählt“. PR

Fondmanager Ingo Speich: „Hätten Wolfgang Mayrhuber nicht in den Aufsichtsrat gewählt“.

Handelsblatt Online: Herr Speich, Wolfgang Mayrhuber wird nicht Aufsichtsratschef der Lufthansa. Der Rückzug erfolgt zu einem spektakulären Zeitpunkt nur einen Tag vor der Hauptversammlung. Wie bewerten Sie den Vorgang?

Ingo Speich: Wir finden die Entscheidung richtig und hätten Wolfgang Mayrhuber nicht in den Aufsichtsrat gewählt. Das gilt auch für den zweiten Kandidaten, Merck-Chef Karl-Ludwig Kley.

Warum lehnen Sie die Wahl ab?

Mayrhuber verkörpert die „alte Lufthansa“, die wir nicht mehr im Aufsichtsrat sehen wollen. Als früherer Vorstandschef ist er wie Kley (Anm. d. Red.: ehemaliger Lufthansa-Finanzvorstand) für die gescheiterte Expansionsstrategie verantwortlich. Es wurde zu wenig in die Flotte investiert, die Kostenstruktur war schlecht. Mayrhuber und Kley im Aufsichtsrat – das wäre ein Rückschritt gewesen.

Mit den zahlreichen weiteren Aufsichtsmandaten Mayrhubers hängt Ihre Haltung nicht zusammen?

Mit den Aufsichtsratsposten, der Person und der Integrität hat die Ablehnung nichts zu tun. Wir respektieren seine Expertise. Bei Infineon haben wir Mayrhubers Wahl zum Chefaufseher unterstützt. Doch bei der Lufthansa müsste er mit den Entscheidungen seiner Vorstandszeit umgehen. Da mussten wir uns fragen, ob es keine Interessenskollisionen gibt.

Die zweijährige „Cooling-off-Phase“ hat also im Fall Mayhuber Ihren Sinn verfehlt?

Ganz im Gegenteil. Ohne die Regulierung säße er vermutlich schon seit zwei Jahren im Aufsichtsrat und hätte jetzt ohne Probleme aufrücken können. Die „Cooling-off-Phase“ ist ein Erfolg.

Aber Sie als Großinvestor sagen doch mittlerweile klarer, was Sie von Personalien halten. Ihr Widerstand bei Mayrhuber hat sich gelohnt.

Zunächst einmal hat die Transparenz im Kapitalmarkt zugenommen. Aktionäre sprechen heute aktiver mit als noch vor sechs oder sieben Jahren. Die Aufsichtsräte müssen sich heute wesentlich kritischeren Fragen stellen.

Wer soll nun Jürgen Weber als Chefaufseher nachfolgen?

Wir bevorzugen einen unabhängigen Chefkontrolleur, der die Lufthansa kennt. Im aktuellen Aufsichtsrat gibt es dafür Kandidaten. Das A und O ist, dass sie oder er die neue Lufthansa verkörpern und unbelastet sein sollte. Vorstandschef Christoph Franz setzt auf Konsolidierung, das ist der richtige Ansatz. Diesen Kurs sollte der Aufsichtsratschef unterstützen.

Kommentare (1)

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uweweinreich

06.05.2013, 17:21 Uhr

Ich würde jetzt Stephan Gemkow bitten, den AR Vorsitz zu übernehmen

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