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08.12.2015

17:34 Uhr

Foodwatch-Test und die Folgen

Real stoppt Verkauf von angeblich mineralölbelastetem Reis

Foodwatch hat insgesamt 120 Lebensmittelprodukte auf Verunreinigungen untersucht. Die Verbraucherschützer sind in Deutschland bei jedem fünften Produkt im Test fündig geworden. Allerdings ist die Untersuchung umstritten.

Obwohl die Untersuchungsmethode von Foodwatch umstritten ist, reagiert die Supermarktkette Real auf die Vorwürfe – und nimmt den betroffenen Reis vorerst aus dem Sortiment. dpa

Real

Obwohl die Untersuchungsmethode von Foodwatch umstritten ist, reagiert die Supermarktkette Real auf die Vorwürfe – und nimmt den betroffenen Reis vorerst aus dem Sortiment.

MönchengladbachDie Handelskette Real hat nach einer Foodwatch-Warnung eine Reissorte aus den Regalen genommen. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Die Verbraucherschützer von Foodwatch hatten nach eigenen Angaben in dem Spitzen-Langkornreis der Marke „reis-fit“ Rückstände aromatischer Mineralöle nachgewiesen. Diese seien potenziell krebserregend und erbgutverändernd, erklärte die Organisation. Wesentliche Quelle solcher Verunreinigungen sind demnach Verpackungen aus Recyclingmaterial.

In einem Brief an Foodwatch betonte das Real-Qualitätsmanagement, die Handelskette werde „das Produkt erst wieder verkaufen, wenn uns von dem Lieferanten überzeugend nachgewiesen werden konnte, dass Maßnahmen eingeleitet wurden, um Mineralölgehalte auf ein Minimum zu reduzieren“.

Der Reishändler Euryza, zu dem „reis-fit“ gehört, verwies darauf, dass das Unternehmen schon seit Jahren nur noch mineralölfreie Druckfarben und Kartonagen aus reiner Frischfaser verwende. Im Zuge der aktuellen Foodwatch-Ergebnisse sei nun die Vermutung aufgekommen, Mineralöle könnten auch aus den Transportkartons auf die Ware übergehen. Um dies zu klären, habe das Unternehmen eigene Analysen bei unabhängigen Instituten in Auftrag gegeben. Um jedes Restrisiko auszuschließen, werde man schnellstmöglich auch bei den Transportverpackungen anstelle von umweltfreundlichem Recycling-Karton nur noch Frischfaser verwenden.

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Foodwatch hatte bei seiner Untersuchung 120 in Kartons verpackte Lebensmittel aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden auf ihren Mineralölgehalt hin untersuchen lassen. In Deutschland seien die unerwünschten Verunreinigungen in jedem fünften Produkt nachgewiesen worden, berichtete die Organisation.

Die von Foodwatch aufgrund der Untersuchungsergebnisse ausgesprochenen Warnungen sind allerdings nicht unumstritten. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) – der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft – warf der Organisation in einer ersten Stellungnahme vor, abweichend von der wissenschaftlichen Einschätzung willkürlich eigene und nicht plausible „Belastungskriterien“ zu definieren.

Die Supermarktkette Rewe hatte in der vergangenen Woche die Aufforderung von Foodwatch, den Rewe Bio-Weichweizengrieß wegen angeblicher Mineralölbelastungen zurückzurufen, entschieden zurückgewiesen. Das Produkt sei „uneingeschränkt verkehrsfähig und gesundheitlich unbedenklich“. Rewe warf Foodwatch „gezielte Verbrauchertäuschung“ vor.

Der italienische Reishersteller Curti hatte seinen Langkorn-Naturreis im Kochbeutel, der in Deutschland über Kaufland vertrieben wurde, nach der Foodwatch-Studie bereits im November vorbeugend zurückgerufen.

Von

dpa

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