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28.04.2014

12:27 Uhr

Forderung nach Sozialleistungen

Streik in chinesischer Schuhfabrik von Polizei beendet

Große Marken wie Adidas, Nike und Puma lassen in der Schuhfabrik fertigen. Zwei Wochen lang streikten Arbeiter, um unzureichend gezahlte Sozialleistungen einzufordern. Am Ende kam die Polizei.

Schuhe, die von der Pou Chen Gruppe produziert werden. Neben Adidas und Reebok gehören auch Nike, New Balance oder Puma zu den Kunden. Reuters

Schuhe, die von der Pou Chen Gruppe produziert werden. Neben Adidas und Reebok gehören auch Nike, New Balance oder Puma zu den Kunden.

PekingNach dem zweiwöchigen Streik bei einem der weltgrößten Schuhhersteller in Südchina ist die Produktion weitgehend wieder aufgenommen worden. „Heute streikt niemand mehr“, berichtete ein Arbeiter der Yueyuen Schuhfirma in Dongguan in der Provinz Guangdong am Montag telefonisch. Die Polizei und Behörden hätten die Streikenden aber unter Druck gesetzt. „Vor zwei Tagen kam Polizei in die Fabrik und nahm jeden mit, der die Arbeit verweigerte.“ Ihre Forderungen seien noch nicht erfüllt.

Wegen der Probleme bei dem großen Auftragsfertiger, der für viele große Marken produziert, war auch der deutsche Sportartikelhersteller Adidas in die Kritik geraten und hatte einige Bestellungen in andere Fabriken verlagert. Yueyuen gehört der taiwanesischen Pou Chen Gruppe und fertigt auch für Nike, Reebok, New Balance oder Puma. Der Streik hat das Unternehmen 27 Millionen US-Dollar gekostet, wie aus einer Mitteilung an der Hongkonger Börse hervorgeht. Seine Zugeständnisse kosteten Yueyuen in diesem Jahr weitere 31 Millionen US-Dollar.

Der Schuhhersteller hatte sich bereit erklärt, ausstehende Sozialleistungen nachzuzahlen und die Lebenshaltungspauschale für die Arbeiter um 230 Yuan (27 Euro) im Monat zu erhöhen. Doch müssen die Beschäftigten jetzt selbst auch nachträglich noch einen erhöhten Arbeitnehmeranteil in den Pensions- und Wohnungsfonds zahlen. „Viele sorgen sich, ob sie ihr Geld wiedersehen, wenn sie die Fabrik verlassen“, so der Arbeiter. Auch wollten sie neue Arbeitsverträge.

Die Regierung in Peking kritisierte das Unternehmen, weil es unzureichend Sozialabgaben gezahlt habe, forderte die Arbeiter aber zugleich auf, mit legalen Mitteln ihre Forderungen durchzusetzen. Örtliche Stellen gingen hingegen gegen Streikende und Arbeiteraktivisten vor. Der unabhängigen Schlichtungsstelle für Arbeitskonflikte, die die Arbeiter beraten hatte, wurden Strom, Telefon und Wasser abgedreht. Auch wurden Computer beschlagnahmt. Der Aktivist Lin Dong, der vor knapp einer Woche von der Polizei abgeholt worden war, galt am Montag weiter als vermisst.

Von

dpa

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