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30.11.2016

14:23 Uhr

Fortsetzung des Lufthansa-Streiks

Droht nun auch ein Streik bei Germanwings?

Der Streik bei der Lufthansa geht weiter – am Mittwoch fallen 890 Flüge aus. Am Donnerstag will die Airline wieder fast planmäßig fliegen. Offenbar drohen als Nächstes auch Streiks bei Germanwings.

Der Streik der Lufthansa-Piloten geht in die Verlängerung. dpa

Flugausfälle bei Lufthansa

Der Streik der Lufthansa-Piloten geht in die Verlängerung.

Frankfurt/MainIm zugespitzten Lufthansa-Tarifkonflikt könnten der „Bild“-Zeitung zufolge in den nächsten Tagen auch Streiks bei der Lufthansa-Tochter Germanwings drohen. Das berichtete das Blatt am Mittwoch unter Berufung auf Kreise der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Die VC war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bereits am Montag hatte das Handelsblatt berichtet, dass die VC auch bei der Lufthansa-Billigtochter Germanwings zu Arbeitsniederlegungen aufrufen wird.

Derweil hat die Lufthansa im Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ein neues Angebot vorgelegt. Die Vergütung der Piloten könne in zwei Stufen um insgesamt 4,4 Prozent steigen, zudem werde eine Einmalzahlung angeboten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Im einzelnen bietet die Lufthansa für 2016 eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent. Der Vorschlag sei „nicht an weitere Bedingungen geknüpft“.

Streitpunkte: Das fordern die Lufthansa-Piloten

Vergütung

Seit fast vier Jahren verhandelt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über höhere Vergütungen, hat bislang aber alle Angebote der Lufthansa abgelehnt. Den Piloten hatte die Airline zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die VC verlangt Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Piloten der Fluggesellschaft erhalten aber auch ohne tarifliche Erhöhungen jedes Jahr automatisch einen Zuschlag von drei Prozent auf ihr Gehalt – bis zu einem Alter von 55 Jahren.

Vorruhestand

Früher mussten Piloten mit 55 Jahren in den Ruhestand gehen – und erhielten für die Zeit bis zum offiziellen Renteneintritt 60 Prozent ihres letzten Gehalts. Doch nicht nur das Bundesarbeitsgericht kippte diese Altersgrenze, sondern auch der Europäische Gerichtshof – und zwar auf Klage mehrerer Piloten. Entsprechend versucht der Vorstand, die sogenannte Übergangsvergütung zu verringern.

Altersrente

In der betrieblichen Altersversorgung garantierte Lufthansa bislang eine Verzinsung von sechs bis sieben Prozent des eingezahlten Betrags. Weil dies in Zeiten der Nullzinspolitik zu überbordenden Pensionsrückstellungen führt, will man sich von der Zusage trennen.

Die Lufthansa-Piloten reagierten auf das neue Angebot zunächst verhalten. Auf den ersten Blick seien noch Fragen offen, sagte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Mittwoch. Zunächst müsse der Vorschlag genauer geprüft werden. „Wir wissen noch nicht einmal, ob wir es als Angebot werten können“.

Am Mittwoch setzten die Piloten bei der Lufthansa ihren Streik aber erst einmal fort. „Von den 890 gestrichenen Flügen sind rund 98.000 Passagiere betroffen“, sagte ein Sprecher des Unternehmens am frühen Morgen. Ein Sonderflugplan solle die Folgen des Arbeitskampfs bei Deutschlands größter Fluggesellschaft mildern. Am Donnerstag will die Airline wieder nahezu nach Plan fliegen. Wegen der vorhergehenden Streiktage werde es nur noch zu vereinzelten Flugstreichungen kommen, teilte die Fluggesellschaft am Mittwoch in Frankfurt mit. Rund 40 Flüge würden ausfallen.

Anhaltender Streik: Deutlicher Buchungsrückgang bei Lufthansa

Anhaltender Streik

Deutlicher Buchungsrückgang bei Lufthansa

Bei Lufthansa-Kunden schwindet die Geduld über den andauernden Piloten-Streik: Laut einem Bericht sind Buchungsrückgänge deutlich spürbar. Teile der Lufthansa-Belegschaft nehmen den Streik als zunehmende Bedrohung wahr.

Die Flieger der Töchter Eurowings und Germanwings sind vom aktuellen Streik nicht betroffen und heben vorerst wie geplant ab. Weitere Streiks seien mit einem Vorlauf von 24 Stunden jederzeit möglich, warnte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Der Dauerkonflikt dreht sich vor allem ums Geld. Lufthansa und Cockpit streiten schon seit Jahren um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

30.11.2016, 08:22 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

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