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10.09.2012

17:51 Uhr

Foto-Konzern

Kodak entlässt weitere Mitarbeiter

Der Kahlschlag beim insolventen Fototechnik-Konzern Kodak geht ungebremst weiter: 1.000 Mitarbeiter müssen bis Jahresende zusätzlich gehen. Ein neues Management-Team soll den Umbau vorantreiben. Viel Zeit bleibt nicht.

Hauptsitz von Kodak in Rochester. dapd

Hauptsitz von Kodak in Rochester.

RochesterBeim Überlebenskampf des insolventen Fotopioniers Kodak bleiben mindestens 3.700 Mitarbeiter auf der Strecke. Seit Jahresanfang ist die Belegschaft bereits um rund 2.700 Leute geschrumpft. Um das Unternehmen wieder in die Spur zu bringen, sollen bis zum Jahresende weitere 1.000 Mitarbeiter gehen, wie Kodak am Montag ankündigte.

Kodak hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Dem Vorreiter der Fotografie macht der Umschwung zur Digitaltechnik schwer zu schaffen. Schon vor der Pleite wurden seit 2003 rund 47.000 Arbeitsplätze gestrichen und 13 Fabriken dichtgemacht. Das Unternehmen beschäftigte im vergangenen Jahr noch rund 17.000 Leute.

„Wir haben erkannt, dass wir unsere Kostenbasis deutlich und zügig reduzieren müssen“, erklärte jetzt Firmenchef Antonio Perez. Er will Kodak als Druck-Spezialisten neu aufstellen. Die Wurzeln des Unternehmens kappt er radikal. Perez trennt sich von Fotofilmen, Kameras oder Scannern. Die Konkurrenz insbesondere aus Asien hatte sich als zu stark erwiesen.

Bislang zeigt der Umbau allerdings kaum Erfolg und es liefen hohe Verluste auf. Perez versucht nun mit einem neuen Management-Team, die Wende zu schaffen. Der fürs Tagesgeschäft zuständige Präsident Philip Faraci und Finanzchefin Antoinette McCorvey gehen. Ihr folgt Rebecca Roof von der Beratungsgesellschaft AlixPartners, die Kodak beim erhofften Neustart unterstützt.

Im ersten Halbjahr schrumpfte der Umsatz um mehr als ein Viertel auf 2 Milliarden Dollar und der Verlust stieg auf 665 Millionen Dollar. Schon im kommenden Jahr will das Unternehmen aber wieder schwarze Zahlen schreiben.

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Auch für weitere Geschäftszweige will der Fotopionier Käufer finden.

Der Neustart soll auch mit dem Verkauf des reichhaltigen Patent-Arsenals zur digitalen Fotografie finanziert werden, die Kodak in ihrer Anfangszeit ebenfalls mitgeprägt hatte. Allerdings deutet sich an, dass Kodak wesentlich weniger Geld erwarten darf als die angesetzten 2,6 Milliarden Dollar. Die Auktion hätte eigentlich schon vor Wochen abgeschlossen sein sollen.

Bei Kodak war Ende des 19. Jahrhunderts der Fotofilm erfunden worden. Das Unternehmen machte mit günstigen Kameras das Fotografieren anschließend zu einem Massenmarkt und strich satte Gewinne ein, bis der Vormarsch der Digitalbilder sein Geschäftsmodell durchkreuzte.

Von

dpa

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