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18.10.2013

13:10 Uhr

„Fracht Alliance“

Lufthansa plant internationales Frachtbündnis

Lufthansa sucht auch im Frachtgeschäft Partner. Nach Vorbild der „Star Alliance“ soll das Frachtbündnis Vorteile für Fluggesellschaften und Kunden bieten. Wer die Partner sein sollen, wird bis Mitte 2014 entschieden.

Ein Frachtflugzeug der Lufthansa Cargo wird beladen. Ab Mitte 2014 will Lufthansa ein Frachtbündnis starten, um so mehr Ziele und Verbindungen anbieten zu können. dpa

Ein Frachtflugzeug der Lufthansa Cargo wird beladen. Ab Mitte 2014 will Lufthansa ein Frachtbündnis starten, um so mehr Ziele und Verbindungen anbieten zu können.

FrankfurtLufthansa plant ein Frachtbündnis mit anderen Fluggesellschaften nach dem Vorbild der Star Alliance im Passagiergeschäft. „Wir wollen mit Partnern zusammenarbeiten, die uns Zugang zu neuen Märkten und zusätzliche Verbindungen eröffnen“, sagte Lufthansa Cargo-Chef Karl Ulrich Garnadt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Von großartigen Wachstumsplänen hat sich das Unternehmen fürs Erste verabschiedet: Zwei neue Boeing-Frachter, die noch in diesem Jahr ausgeliefert werden, sollen die Flotte nicht erweitern, sondern lediglich ältere Flugzeuge ersetzen.

Namen möglicher Bündnispartner nannte Garnadt noch nicht. „Bis Mitte 2014 wollen wir entscheiden, mit wem wir starten.“ Die geplante Allianz solle Vorteile für die Fluggesellschaften und ihre Kunden bieten, die dann aus mehr Zielen und Verbindungen auswählen könnten. Andererseits soll das Bündnis dazu führen, dass die Maschinen besser ausgelastet werden. Geplant sind dem Manager zufolge eine gemeinsame Vermarktung der Kapazitäten, einheitliche Qualitätsstandards und aufeinander abgestimmte Datensysteme.

Das sind die neuen Flieger der Lufthansa

Spritsparende Modelle

Die Lufthansa hat im Herbst 2013 für 14 Milliarden Euro die neuesten Langstrecken-Jets von Boeing und Airbus bestellt. Die Airline deckt sich mit zweistrahligen Langstrecken-Jets ein, die wesentlich weniger Sprit verbrauchen sollen als derzeitige Modelle. Das ist wichtig, da die Tankrechnung einer der größten Kostenposten der Airline ist. Mit 300 bis gut 400 Sitzen sind die neuen Flieger eine Nummer kleiner als das Lufthansa-Flaggschiff, der Airbus A380.

A350 – Leichtbauweise und neue Triebwerke

Der A350 ist das neueste Kind des europäischen Flugzeugbauers: Erstmals hob der Jet mit zwei Triebwerken im Juni ab. Das vollkommen neu konstruierte Flugzeug besteht zur Hälfte aus Verbundwerkstoffen, die das Gewicht senken. Die Leichtbauweise und neue Triebwerke sollen dafür sorgen, dass der Spritverbrauch im Vergleich zu heutigen Maschinen um ein Viertel sinkt.

A350 – Platz für bis zu 350 Passagiere

Im A350 haben je nach Variante 270 bis 350 Passagiere Platz. Der von der Lufthansa bestellte Typ A350-900 zählt 314 Sitze. Derzeit liegen 707 Bestellungen für den laut Listenpreis bis zu gut 320 Millionen Dollar teuren Prestigeflieger vor. Das erste Exemplar soll 2014 an Qatar Airways ausgeliefert werden.

777X – Lufthansa Erstkunde?

So weit wie Airbus ist Boeing mit seinem Nachfolger des Bestsellers 777 lange nicht. Offiziell ist der Bau der zweistrahligen Maschinen noch nicht beschlossen - der US-Hersteller sammelt derzeit noch Bestellungen ein. Die Lufthansa hat gute Chancen, Erstkunde für die sogenannte 777-9X zu werden. Auch Emirates spielt eine Großorder durch. Die Auslieferung der Jets dürfte erst Ende des Jahrzehnts starten.

777X – 20 Prozent weniger Kerosinverbrauch

Die von der Lufthansa favorisierte Variante zählt 414 Sitze. Nach der Pannenserie beim Dreamliner 787 setzten die Boeing-Ingenieure aber nicht ganz so viel neue Technologie ein. Nicht das ganze Flugzeuge, sondern lediglich die Flügel und die Triebwerke werden neu konstruiert. Damit soll der Kerosinverbrauch um 20 Prozent sinken. Das Flugzeug ist eine Fortentwicklung des Bestsellers 777, der seit den 90er Jahren fliegt.

Lufthansa Cargo spricht laut Garnadt bereits seit Ende 2011 mit möglichen Partnern außerhalb Europas. Mit zwei Gesellschaften habe das Unternehmen gute Fortschritte erzielt. Hat die Zusammenarbeit Erfolg, sei nach dem geplanten Start 2014 eine Erweiterung um zusätzliche Gesellschaften denkbar.

Die „Star Alliance“ entstand 1997 durch die Ausdehnung der Zusammenarbeit von Lufthansa und United Airlines auf weitere Fluglinien und umfasst mittlerweile 28 Gesellschaften. Sie ist damit die größte Luftfahrtallianz der Welt.

Die Luftfrachtbranche kämpft seit Jahren mit Überkapazitäten. Seit 2011 wächst das Frachtaufkommen nicht mehr, die Preise sind unter Druck, und viele Gesellschaften schreiben rote Zahlen.

Von

dpa

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