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31.01.2014

14:15 Uhr

Frachtflug

Lufthansa Cargo will wieder wachsen

Das Frachtflugjahr 2013 war für die Lufthansa Cargo wieder ein schwaches Jahr – für dieses Jahr heißt das Ziel: Wachstum. Erreicht werden soll damit einer besseren Auslastung der Frachträume in den eigenen Maschinen.

Ein Frachtflugzeug der Lufthansa Cargo wird beladen: Bisher ist die Gesellschaft ohne rote Zahlen durch die Krise geflogen. dpa

Ein Frachtflugzeug der Lufthansa Cargo wird beladen: Bisher ist die Gesellschaft ohne rote Zahlen durch die Krise geflogen.

DreieichNach einem erneut schwachen Frachtflugjahr 2013 stellt sich die Lufthansa Cargo in diesem Jahr auf Wachstum ein. „Wir wollen die Tonnage um fünf Prozent steigern“, sagte Cargo-Vertriebsvorstand Andreas Otto am Donnerstagabend vor Journalisten in Dreieich bei Frankfurt. Damit will die Tochter von Europas größter Fluggesellschaft Lufthansa stärker wachsen als die Branche, der Otto nur ein Plus von vier Prozent voraussagt.

Erreicht werden soll das Wachstum mit einer besseren Auslastung der Frachträume in den eigenen Maschinen sowie in den Passagierjets des Mutterkonzerns. Die Flotte soll vorerst mit 18 Jets stabil bleiben. „Wir erhöhen die Kapazität nicht“, sagte Otto. Die neuen Maschinen vom Typ Boeing 777 sollen vorerst nur alte Jets ersetzen.

Das sind die neuen Flieger der Lufthansa

Spritsparende Modelle

Die Lufthansa hat im Herbst 2013 für 14 Milliarden Euro die neuesten Langstrecken-Jets von Boeing und Airbus bestellt. Die Airline deckt sich mit zweistrahligen Langstrecken-Jets ein, die wesentlich weniger Sprit verbrauchen sollen als derzeitige Modelle. Das ist wichtig, da die Tankrechnung einer der größten Kostenposten der Airline ist. Mit 300 bis gut 400 Sitzen sind die neuen Flieger eine Nummer kleiner als das Lufthansa-Flaggschiff, der Airbus A380.

A350 – Leichtbauweise und neue Triebwerke

Der A350 ist das neueste Kind des europäischen Flugzeugbauers: Erstmals hob der Jet mit zwei Triebwerken im Juni ab. Das vollkommen neu konstruierte Flugzeug besteht zur Hälfte aus Verbundwerkstoffen, die das Gewicht senken. Die Leichtbauweise und neue Triebwerke sollen dafür sorgen, dass der Spritverbrauch im Vergleich zu heutigen Maschinen um ein Viertel sinkt.

A350 – Platz für bis zu 350 Passagiere

Im A350 haben je nach Variante 270 bis 350 Passagiere Platz. Der von der Lufthansa bestellte Typ A350-900 zählt 314 Sitze. Derzeit liegen 707 Bestellungen für den laut Listenpreis bis zu gut 320 Millionen Dollar teuren Prestigeflieger vor. Das erste Exemplar soll 2014 an Qatar Airways ausgeliefert werden.

777X – Lufthansa Erstkunde?

So weit wie Airbus ist Boeing mit seinem Nachfolger des Bestsellers 777 lange nicht. Offiziell ist der Bau der zweistrahligen Maschinen noch nicht beschlossen - der US-Hersteller sammelt derzeit noch Bestellungen ein. Die Lufthansa hat gute Chancen, Erstkunde für die sogenannte 777-9X zu werden. Auch Emirates spielt eine Großorder durch. Die Auslieferung der Jets dürfte erst Ende des Jahrzehnts starten.

777X – 20 Prozent weniger Kerosinverbrauch

Die von der Lufthansa favorisierte Variante zählt 414 Sitze. Nach der Pannenserie beim Dreamliner 787 setzten die Boeing-Ingenieure aber nicht ganz so viel neue Technologie ein. Nicht das ganze Flugzeuge, sondern lediglich die Flügel und die Triebwerke werden neu konstruiert. Damit soll der Kerosinverbrauch um 20 Prozent sinken. Das Flugzeug ist eine Fortentwicklung des Bestsellers 777, der seit den 90er Jahren fliegt.

Das Luftfrachtgeschäft geht bereits seit 2012 zurück. Auch andere Gesellschaften in Europa haben schwer zu kämpfen. Bei Lufthansa Cargo sank das Aufkommen 2013 um ein Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen Fracht und Luftpost, nachdem die Menge 2012 bereits um 8,5 Prozent gesunken war. Otto verwies allerdings auf höhere Durchschnittserlöse: Nach der Ankündigung einer Preiserhöhung um 20 Prozent habe Lufthansa Cargo Aufschläge um 13 bis 15 Prozent durchsetzen können.

Bisher ist die Gesellschaft ohne rote Zahlen durch die Krise geflogen. In den ersten neun Monaten 2013 fiel der operative Gewinn mit 43 Millionen Euro allerdings gut ein Drittel niedriger aus als ein Jahr zuvor. Die Zahlen für das Gesamtjahr 2013 sollen erst mit der Lufthansa-Bilanz am 13. März vorgestellt werden.

Von

dpa

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