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04.08.2015

13:09 Uhr

Fragen und Antworten

Wie Sie Ihr Altgerät in Zukunft entsorgen können

VonChristoph Schlautmann

Die Recyclingquote für Elektro-Altgeräte, so will es die EU-Kommission, soll 2018 europaweit auf 65 Prozent klettern. Derzeit liegt sie in Deutschland gerade einmal bei 45 Prozent, weshalb Berlin jetzt kurzerhand Einzelhandelsgeschäfte und Onlinehändler zu Sammelstellen erklärt hat. Darauf muss sich der Verbraucher einstellen.

Alle Geschäfte sind rücknahmepflichtig, die Elektroartikel verkaufen und größer als 400 Quadratmeter sind. dpa

Media Markt

Alle Geschäfte sind rücknahmepflichtig, die Elektroartikel verkaufen und größer als 400 Quadratmeter sind.

Kann ich Elektroartikel nicht einfach in die Mülltonne werfen?
Nein. Schon seit 2005 verbietet dies das Elektro- und Elektronikgerätegesetz („ElektroG“). Seither sammeln die Kommunen den Elektroschrott auf ihren Bauhöfen, um ihn anschließend von Dienstleistern der Hersteller abholen und recyceln zu lassen.

Welche Artikel muss ich entsorgen?
Bislang wurde der Elektroschrott nach fünf Gruppen getrennt erfasst: Kühlgeräte, Haushaltsgroßgeräte, Kommunikationstechnik, Leuchtstoffe und Haushaltskleingeräte. Durch die Novelle kommen nun auch noch Drucker-Kartuschen und Solarpanels hinzu.

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Ab Oktober müssen Läden und Onlineshops kostenfrei Elektro-Altgeräte zurücknehmen. Auch wenn Sie den Rührmixer nicht bei Aldi gekauft haben, ist der Discounter dazu verpflichtet. Händler und Paketdienste klagen.

Was kostet mich die Entsorgung?
Für den Verbraucher ist dies grundsätzlich kostenfrei, auch wenn er die Entsorgung indirekt durch höhere Preise beim Neukauf mitbezahlt.

Zu welchen Läden kann ich sie bringen?
Rücknahmepflichtig sind alle Geschäfte, die Elektroartikel verkaufen und größer sind als 400 Quadratmeter.

Was ist mit Onlineshops?
Auch sie sind rücknahmepflichtig, sobald sie Elektrogeräte verkaufen. Die Novelle des Elektro-Gesetzes fordert zudem, dass ausländische Anbieter entsprechende Vertretungen in Deutschland ausweisen, die für die Entsorgung rechtlich verantwortlich sind.

Sind Onlineshops auf die Zusendung von E-Schrott vorbereitet?
Stichproben ergeben, dass hier noch viel zu tun ist. Wer auf Homepages von Händlern wie Amazon einen Hinweis sucht, auf welchem Weg der US-Versender Altgeräte annimmt, wird enttäuscht. Dabei wäre es für sie grundsätzlich auch möglich, auf Partnerbetriebe wie Baumärkte zu verweisen, sagt Entsorgungsexperte Patrick Wiedemann, Chef des Recyclingdienstleisters RLG.

Kommentare (4)

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Frau Monika Eichner

04.08.2015, 13:34 Uhr

Die Idee finde ich eigentlich verbraucherunfreundlich und vor allen Dingen schlecht umsetzbar.
1. Muss der Käufer zukünftig zuerst die Verkaufsfläche des Händlers ausmessen bevor er weiss ob er das Altgerät abgeben kann?
2. Wie soll das mei kleineren Onlineshops gehen, wenn nicht feststellbar wie groß die Handelsfläche ist?
3. Warum wird jeder einzelne Kunde genötigt Zeit und Geld für ein Schrottgerät zu investieren?
4. Warum kann man, von gemeindlicher Seite aus, nicht einfach noch einen Container neben den Glas- und Altmetallcontainer stellen? So würde wenigstens auch der Recyclingertrag in der Gemeinde bleiben und die Leute fahren sowieso mit ihren Wertstoffen hin.

Ganz allgemein find ich die Regelung einfach überflüssig. Wäre ich Händler würd ich den abgegebenen Schrott einfach in die nächste Tonne werfen - und aus.

Herr Peter Lustig

04.08.2015, 14:03 Uhr

Verstehe ich das richtig: Rückversand an kleinen Onlinehändler (Kleinunternehmer) soll kostenfrei sein?!
Bitte was?

Herr aus NRW

04.08.2015, 14:32 Uhr

Unternehmer in Deutschland. Da gehört schon eine Portion Masochismus dazu, um an den Gängelungen des Staates Freude zu haben.

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