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29.09.2014

09:42 Uhr

Frankfurter Flughafen

Lufthansa-Piloten wollen wieder streiken

Die Lufthansa steht vor einer schwierigen Woche: Die Piloten wollen wieder einmal streiken. Am Dienstag sollen am Drehkreuz in Frankfurt keine Langstreckenflüge starten. Die Lufthansa arbeitet schon an einer Alternative.

Mal wieder Streik: Die Lufthansa-Piloten treten am Dienstag in den Ausstand. picture-alliance- dpa

Mal wieder Streik: Die Lufthansa-Piloten treten am Dienstag in den Ausstand.

FrankfurtEs ist bereits die fünfte Streikwelle: Lufthansa-Piloten wollen am Dienstag am größten deutschen Flughafen in Frankfurter die Arbeit niederlegen. Zwischen 8.00 und 23.00 Uhr sollen keine Langstreckenflüge starten, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Montagmorgen mitteilte. Betroffen seien Flüge mit den Langstreckenjets Airbus A380, Boeing B747, Airbus A330 un Airbus A340.

Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt um die Versorgung von rund 5400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand. „Da das Lufthansa-Management auch weiterhin kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt hat, sehen wir uns zu diesen weiteren Maßnahmen gezwungen“, teilte VC mit. Man sei aber weiterhin jederzeit einigungsbereit, um Streiks abzuwenden. Die VC hat bereits bei vier Streikwellen 4300 Flüge ausfallen lassen, Hunderttausende Reisende waren betroffen.

Um neuerliche Ausfälle zu verhindern, arbeitet die Lufthansa mit Hochdruck daran, am Dienstag doch noch einige Langstreckenflüge ab Frankfurt stattfinden zu lassen. Der Sonderflugplan werde im Laufe des Tages auf der Homepage lufthansa.com veröffentlicht, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag in Frankfurt. Da die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) den Streik auf Langstreckenflüge ab Frankfurt für die Zeit zwischen 08.00 Uhr und 23.00 Uhr beschränkt hat, seien Auswirkungen auf andere deutsche Flughäfen nicht zu erwarten. Lufthansa fliegt auch von München und Düsseldorf einige Langstreckenziele an.

Streiks im deutschen Luftverkehr

5. März 2008

Auf dem Frankfurter Flughafen legen laut Gewerkschaft Verdi rund 2.000 Mitarbeiter von Vorfeld, Passagierkontrolle und Werkstätten für vier Stunden ihre Arbeit nieder.

23. Januar 2009

Wegen eines Warnstreiks des Kabinenpersonals fallen 44 Flüge von und nach Frankfurt aus. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verlangt Tariferhöhungen.

Februar 2012

Bei einem tagelangen Arbeitskampf in Frankfurt fallen mehr als 1.700 Flüge aus. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März 2012

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht.

7. September 2012

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO verursacht den bis dahin größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1.000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100.000 Passagiere sind betroffen. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

Januar/Februar 2013

Streiks des Sicherheitspersonals privater Dienstleister legen mehrere deutsche Flughäfen mehrfach weitgehend lahm. In Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn kommt es zu massiven Behinderungen.

22. April 2013

Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einem ganztägigen Warnstreik auf, um Forderungen nach Jobgarantien und 5,2 Prozent mehr Geld durchzudrücken. Das Bodenpersonal der Lufthansa sorgt dafür, dass von 1.720 geplanten Flügen nur noch 32 stattfinden.

21. Februar 2014

Private Sicherheitsleute legen mit einem 21-stündigen Warnstreik den Frankfurter Flughafen nahezu lahm. Verdi fordert für die Beschäftigten einen Einheitsstundenlohn von 16 Euro.

2. April 2014

Im April kommt es zum längsten Arbeitskampf der Piloten bei der Lufthansa jemals. Die Vereinigung Cockpit (VC) ruft ihre Mitglieder bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings auf, für drei Tage die Arbeit niederzulegen. Die Lufthansa reduzierte in diesen Tagen ihr Flugplanangebot stark und strich insgesamt 3800 Flüge, wodurch weit über 400.000 Passagiere betroffen waren.

29. August 2014

Die Gewerkschaft Cockpit ruft Piloten der Lufthansatochter Germanwings zum Arbeitsausstand auf. Streitpunkt sind vor allem die Regelungen zur Übergangsversorgung der bei Lufthansa angestellten Piloten. Von dem sechsstündigen Streik an sieben Standorten sind 116 von 164 Germanwings-Flügen an dem Tag betroffen, 15.000 Passagiere können nach Angaben der Airline nicht wie gewohnt reisen.

Am Wochenende war bekanntgeworden, dass die Lufthansa aus Spargründen den Einsatz externer Piloten auf Langstrecken prüft. Einen ersten Versuch wolle Airline-Chef Carsten Spohr von November 2015 an bei dem neuen Günstigableger mit dem Namen Jump starten, berichtete der „Spiegel“. Maschinen vom Typ Airbus A340 würden an die Schweizer Fluggesellschaft PrivateAir verliehen und samt eidgenössischem Cockpit-Personal zurückgemietet. Mit diesem Bruch einer jahrzehntealten Konzerntradition könnten touristische Ziele wie Las Vegas oder Mauritius angeflogen werden - und Kosten gespart werden.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte am Sonntag der dpa: „Es ist richtig, dass wir alternative Bereederungsmöglichkeiten für unsere 14 Airbus A340-300 prüfen.“ Weitere Details nannte sie nicht.

VC-Sprecher Handwerg bestätigte, dass der geplante Schritt nicht gegen gültige Tarifverträge verstoße. Allerdings könnten sich dann Kunden nicht mehr darauf verlassen, dass in einem Lufthansa-Cockpit auch tatsächlich Lufthansa-Piloten säßen. Das wäre ein Novum, sagte Handwerg. „Wir bedauern, dass man so vorgeht.“

Von

dpa

Kommentare (10)

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Herr Woifi Fischer

29.09.2014, 09:06 Uhr

Frankfurter Flughafen Lufthansa-Piloten wollen wieder streiken!

Warum kann man diese Erpresser-Piloten, nicht einfach dienstverpflichten?
Warum lässt sich die Lufthansa, überhaupt jedes Jahr von dieser kleinen Gewerkschaft auf der Nase herumtanzen?
Jeder Lufthansapilot hat das Recht, sich eine bessere Fluglinie auszusuchen, wo er all das bekommt was er bei der Lufthansa nicht findet.

Was hier jedes Jahr abgezogen wird, ist Erpressung der Fluggäste und der Lufthansa, und kann so nicht mehr toleriert werden.

Dienstverpflichtung für Lufthansapiloten, ebenfalls der Lockführer.

Sergio Puntila

29.09.2014, 09:12 Uhr

Dienstverpflichtet wurde eigentlich beim Arbeitsdienst - damals - Sie wissen es vlt noch.

Herr wulff baer

29.09.2014, 09:22 Uhr

Was wir hier erleben, ist die Vorstufe zum Crash bei der Lufthansa.
Zum Glück muß ich nicht mehr geschäftlich fliegen und privat reise ich mit meinem Wohnmobil unbehelligt im schönen Europa herum - ohne Übernachtungen auf dem Fußboden der Flughäfen oder extensive Kontrollen mit anschließender Flugangst.
Die Kosten bei der Lufthansa betragen pro km und Passagier 6 cent, bei den vom Staat subventionierten Emirates lediglich 3 cent.
Die Emirates bieten ihren Piloten alles, was sich die elitäre Kaste der Luftbarone wünscht.
Entweder man verbietet den Sektoren-Streik oder man geht über die Wupper.
Ist es das, was sich die Piloten wünschen?

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