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21.02.2012

17:02 Uhr

Fraport bleibt gelassen

„Wir können den Streik wochenlang aushalten“

VonTobias Döring, Thomas Sigmund

Der Streik am Frankfurter Flughafen wird zur Hängepartie. Betreiber Fraport will den Streik aussitzen, die Gewerkschaft gibt sich entschlossen. Aus der Politik kommen erste Forderungen, das Streikrecht einzuschränken.

Streit um Sicherheit beim Fraport-Streik

Video: Streit um Sicherheit beim Fraport-Streik

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Düsseldorf/BerlinAm vierten Tag des Streiks der Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen bleibt die Lage verzwickt. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat den Streik bis Freitagabend (23 Uhr) ausgeweitet. Doch der Flughafenbetreiber Fraport reagiert gelassen, will die GdF anscheinend vor die Wand laufen lassen. Die Arbeitskampfmaßnahmen scheinen zu verpuffen. Von Tag zu Tag fallen immer weniger Flüge aus, am Dienstag wurden lediglich knapp 200 von 1200 Verbindungen gestrichen. Am Montag waren es noch 240 von 1271. Fraport scheint immer besser vorbereitet.

„Wir können den Streik auch noch wochenlang aushalten“, sagte Personalvorstand Herbert Mai. Und so sieht der Flughafenbetreiber keinen Grund, sich bei der GdF zu melden. „Ich warte eigentlich nur auf einen Anruf von Herrn Mai“, sagt dagegen Gewerkschaftssprecher Matthias Maas im Gespräch mit Handelsblatt Online. Die GdF zeigt sich sogar erstmals kompromissbereit. Basis müsse zwar die Schlichterempfehlung sein, man könne aber „gerne an der einen oder anderen Stellschraube drehen“, sagte Maas. „Man muss ja wieder mal miteinander reden.“

Kommentar: Neue Regeln für die Tarifwelt

Kommentar

Neue Regeln für die Tarifwelt

Der Streik am Frankfurter Flughafen sollte eine Lehre sein: Die Minigewerkschaften haben sich genug ausgetobt. Nun ist es an der Zeit, ihnen klare Leitplanken zu geben.

Die GdF fordert Fraport weiterhin dazu auf, den Schlichterspruch des früheren Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Ole von Beust, zu akzeptieren. Dieser sieht eine Laufzeit von vier Jahren und Steigerungen des Entgelts im ersten und dritten Jahr vor. Die GdF hatte den Schlichterspruch angenommen. In der Streikankündigung forderte die Gewerkschaft für das Vorfeldpersonal jedoch insgeheim eine Laufzeit von nur zwei Jahren. Außerdem sollten die Gehälter bereits im ersten Jahr um 100 Prozent der Gesamtsteigerung angehoben werden. Das sei lediglich „tariftaktisches Geplänkel“, sagte Maas. Denn Fraport fordert angeblich eine Laufzeit von sechs Jahren.

Was die Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen fordern

Mehr Geld für weniger Arbeit

Mehr Geld für weniger Arbeit, so lauten knapp zusammengefasst die Forderungen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) für ihre Mitglieder am Frankfurter Flughafen. Die Eckdaten nach Angaben vom Flughafenbetreiber Fraport. Die GdF macht bisher keine genauen Angaben. (Quelle: dpa)

Vorfeldkontrolleure

Sie verdienen bislang zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert nach Angaben von Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zehn Prozent höhere Zulagen und eine um 13 Prozent abgesenkte Arbeitszeit.

Vorfeldaufsicht

Für diese Mitarbeitergruppe soll es nach dem Willen der Gewerkschaft Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben - bislang sind es 42.000 Euro. Die Nettowochenarbeitszeit soll um neun Prozent reduziert werden, die Zulagen sollen um zehn Prozent steigen.

Verkehrszentrale

Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert - bislang verdienen die Mitarbeiter bis zu knapp 52.000 Euro. Weitere Forderung: Zehn Prozent höhere Zulagen, zehn Prozent weniger Arbeitszeit.

Auch beim Vergleich mit Tarifabschlüssen des Münchener Flughafens gibt es Unklarheiten. Die GdF hatte erklärt, in Frankfurt die Tarife für die Vorfeldkontrolleure, Vorfeldaufseher und Verkehrsplaner auf das Münchener Niveau bringen zu wollen. Ein Sprecher des Flughafens München sagte nun allerdings, dass der dortige Abschluss mit der GdF nur für die Vorfeldkontrolleure gelte. Die Berufsgruppen der Vorfeldaufseher und Verkehrsplaner seien nicht mitverhandelt worden. Das sei richtig, sagt Maas. Die Darstellung sei in den Medien manchmal „etwas verdreht“ gewesen, versucht der GdF-Sprecher den Widerspruch zu erklären. Fraport hatte die Forderung bei den Vorfeldkontrolleuren und -lotsen anerkannt, bei den anderen beiden Berufsgruppen jedoch Steigerungen von, nach eigener Aussage, bis zu 70 Prozent abgelehnt.

Kommentare (5)

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tokh

21.02.2012, 17:35 Uhr

Hart bleiben und die Fantasien der Gewertkschaft austräumen lassen. Die Gewerkschaft bekommt schon jetzt kalte Füsse, interessant wie schnell das geht nach der großen Klappe vor noch 2 Tagen!

p002248

21.02.2012, 18:15 Uhr

Da hat man ja schon bei den Piloten gesehen, welche irrwitzigen Forderungen von kleien Spartengewerkschaften kommen könnne.

IchGehDiesesJahrAlsNikolaus

21.02.2012, 20:28 Uhr

Ach ja, was ist denn in den Vorratskammern? Oder speichern Sie nicht? Wollen wir mal ins Nikolaus Register schauen?

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