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30.04.2015

17:03 Uhr

Fraport holt Horst Amann

Mehdorns Buhmann meldet sich zurück

VonJens Koenen

Der frühere BER-Chef Hartmut Mehdorn und sein Technikchef Horst Amann bekriegten sich monatelang in aller Öffentlichkeit. Nach mehr als einem Jahr Pause ist Amann nun zurück – mit einem anderen heiklen Flughafen-Projekt.

Der frühere Technikchef des BER, hier im Februar 2013, arbeitet jetzt für den Flughafenbetreiber Fraport. dpa

Horst Amann

Der frühere Technikchef des BER, hier im Februar 2013, arbeitet jetzt für den Flughafenbetreiber Fraport.

FrankfurtFür Hartmut Mehdorn, bis vor kurzem Chef der Berliner Flughäfen, war er der Buhmann. Derjenige, der mit dafür verantwortlich war, dass es am Pannen-Airport BER nicht voran ging. Bis aufs Messer bekriegten sich Technikchef Horst Amann und Mehdorn über Monate – bis Amann im November 2013 ging. Nun ist er wieder da. Sein früherer Arbeitgeber Fraport holt ihn zurück. In Frankfurt soll er den Bau des dritten Airport-Terminals steuern.

Die Berufung Amanns überrascht nicht. Wer mit Fraport-Managern spricht, merkt, dass der 62-jährige Bau-Ingenieur bei Deutschlands größtem Flughafenbetreiber hohes Ansehen und Respekt genießt.

Die Kritik von Mehdorn, den Zoff – ausgetragen in der Öffentlichkeit und in Briefen an den Aufsichtsrat des BER – haben viele bei Fraport nie verstanden. Zu gut war einfach die Arbeit, die Amann bei Fraport bis August 2012 abgeliefert hat. Unter anderem verantwortete der Manager den Bau der vierten Landebahn in Frankfurt. Dabei musste Amann viel aushalten. Flughafengegner zündeten sogar sein Auto an.

An welchen Flughäfen Fraport beteiligt ist

Bulgarien

Airports Burgas und Varna: Fraport hält 60 Prozent an der deutsch-bulgarischen Gesellschaft Fraport Twin Star Airport Management. Die Verträge haben eine Laufzeit von 35 Jahren.

China

Xi'an Xianyang International Airport: Fraport hält 24,5 Prozent. Der Konzern ist der erste ausländische Flughafenbetreiber, der sich an einem nicht börsennotierten Flughafen in China engagiert.

Deutschland

Flughafen Hannover-Langenhagen: Fraport hält seit 2001 an dem Airport 30 Prozent der Anteile, die anderen 70 Prozent teilen sich die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen.

Griechenland

14 Regionalflughäfen: Es galt bereits als ausgemacht, dass Fraport den Betrieb von 14 Regionalflughäfen übernimmt. Die neue griechische Regierung stellte das Vorhaben zunächst infrage, im Dezember 2015 wurden dann aber die Verträge für das 1,23-Milliarden-Euro-Investment unterschrieben

Indien

Delhi International Airport: Fraport ist seit 2006 für 30 Jahre mit zehn Prozent an dem Betrieb des Flughafens in der indischen Hauptstadt beteiligt.

Peru

Aeropuerto Internacional Jorge Chávez, Lima: Fraport hält 70 Prozent der Anteile und ist langfristig im Rahmen eines Konzessionsvertrags engagiert.

Russland

Pulkovo Airport St. Petersburg: Fraport ist an dem Flughafenbetreiber Northern Capital Gateway beteiligt. Der Anteil beträgt 35,5 Prozent.

Senegal

Aéroport Blaise Diagne, Dakar, im Bau: Die Fraport-Beteiligung Daport betreibt den Flughafen nach Fertigstellung für 22 Jahre.

Slowenien

Aerodrom Ljubljana: Fraport hält 97,99 Prozent an dem Flughafen in Slowenien.

Türkei

Antalya Airport: Im Rahmen des Joint Ventures ICF Airports betreibt Fraport mit der türkischen IC Holding den Flughafen von Antalya. Fraport hält mit 51 Prozent die Mehrheit.

Nun kann der 62-Jährige ab diesem Freitag erneut beweisen, dass es durchaus möglich ist, auch in Deutschland große Infrastrukturprojekte zu stemmen. Fraport will mit dem umstrittenen Bau des dritten Terminals in Frankfurt noch in diesem Jahr beginnen. Bis zu drei Milliarden Euro sind dafür vorgesehen. Mit dem Gebäude kann Fraport dann ab 2022 bis zu 14 Millionen zusätzliche Fluggäste beherbergen.

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