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12.07.2016

11:28 Uhr

Fraport

Terror und Embargo setzen Flughafenbetreiber zu

VonChristoph Schlautmann

Terroranschläge in der Türkei und die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts machen auch dem Eigentümer des Frankfurter Flughafens zu schaffen. Der Brexit jedoch könnte Fraport einen Standortvorteil bescheren.

Terroranschläge und Russland-Embargo sorgen für weniger Passagiere. Reuters

Fraport-Flughafen Frankfurt

Terroranschläge und Russland-Embargo sorgen für weniger Passagiere.

DüsseldorfWeil viele Urlauber aus Angst vor Anschlägen dieses Jahr im eigenen Land bleiben, schwinden dem Frankfurter Flughafen die Passagierzahlen. Nur 5,5 Millionen Reisende nutzten im Juni den drittgrößten Flughafen Europas -4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Das berichtet dessen Eigentümer Fraport.

Im gesamten ersten Halbjahr verzeichnete der Flughafen am Main ein Minus bei den Reisenden von 0,9 Prozent, wodurch er nur noch auf rund 28,7 Millionen Fluggäste kam. Über das Jahr gerechnet hatte es letztmalig einen Rückgang im Wirtschaftskrisenjahr 2009 gegeben.

Die Terroranschläge in Kleinasien und die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts trafen auch wichtige Beteiligungen von Fraport. Der Flughafen Antalya, an dem die Frankfurter mit 51 Prozent beteiligt sind, verlor wegen des eingebrochenen Urlaubsgeschäfts in der Türkei seit Januar 30,5 Prozent des Passagieraufkommens. Im Juni gab es sogar ein Minus von 47,1 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat.

Fraport in Zahlen

Frankfurt, Deutschland

Fraport-Anteil in Prozent: 100

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 28.669.496

Veränderung in Prozent: -0,9

Quelle: Fraport

Ljubljana, Slowenien

Fraport-Anteil in Prozent: 100

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 598.271

Veränderung in Prozent: -4,5

Lima, Peru

Fraport-Anteil in Prozent: 70,01

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 8.945.334

Veränderung in Prozent: 11

*vorläufige Zahlen

Burgas, Bulgarien

Fraport-Anteil in Prozent: 60

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 684.154

Veränderung in Prozent: 25,2

Varna, Bulgarien

Fraport-Anteil in Prozent: 60

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 499.737

Veränderung in Prozent: 24,3

Antalya, Türkei

Fraport-Anteil in Prozent: 51

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 7.331.506

Veränderung in Prozent: -30,5

St. Petersburg, Russland

Fraport-Anteil in Prozent: 35

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 5.696.840

Veränderung in Prozent: -6,5

Hannover, Deutschland

Fraport-Anteil in Prozent: 30

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 2.441.069

Veränderung in Prozent: -0,7

Xi'an, China

Fraport-Anteil in Prozent: 24,5

Passagieraufkommen von Januar bis Juni 2016 (kumuliert): 17.534.343

Veränderung in Prozent: 11,3

Zu einem kleinen Teil profitierten davon allerdings die bulgarischen Fraport-Flughäfen Varna und Burgas, die im ersten Halbjahr 2016 um rund ein Viertel zulegten. Viele frühere Türkei-Urlauber haben im laufenden Jahr ihren Badeurlaub ans Schwarze Meer verlegt. Im Aufkommen ist Antalya allerdings fast siebenmal so groß wie die beiden bulgarischen Flughäfen zusammen.

Wenig Freude bereitete zudem der russische Flughafen in Sankt Petersburg, an dem Fraport rund ein Drittel der Anteile hält. Gebremst durch die Embargo-Politik der EU gegenüber Russland – eine Antwort auf den militärischen Einmarsch in der Ukraine – sanken dort die Passagierzahlen in den ersten sechs Monaten um 6,5 Prozent auf 5,7 Millionen.

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Lufthansa-Chef Carsten Spohr spürt eine zunehmende Unsicherheit im Reisegeschäft. Mittelfristig aber könnte sein Konzern sogar vom Brexit profitieren. Für die britische Konkurrenz dürfte es weitaus schwieriger werden.

Zumindest der Brexit könnte den Flughafen Frankfurt beflügeln. Falls der Wettbewerber London-Heathrow wegen der neu auszuhandelnden Luftfahrtabkommen seine Bedeutung als internationales Drehkreuz verliert, darf Vorstandschef Stefan Schulte darauf hoffen, dass viele Netz-Fluggesellschaften nach Frankfurt ausweichen.

Die Aktien von Fraport lagen am Morgen um einen halben Prozentpunkt im Minus und notierten bei 48,41 Euro. Analysten vom Bankhaus Lampe hatten den MDax-Wert vor wenigen Tagen mit „Kaufen“ bewertet und das Kursziel auf 58 Euro gesetzt.

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