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24.01.2005

12:05 Uhr

Freiwilliges Angebot des Betreibers

Fraport will Anwohnern mehrere Millionen Euro zahlen

Im Zuge der neuen Landebahn auf dem Frankfurter Flughafen hat der Flughafenbetreiber betroffenen Anwohnern nun 50 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Damit sollen Wohnhäuser und Wohnungen aufgekauft oder ein Ausgleich für Lärmbelästigungen gezahlt werden, wenn die Immobilien der Anwohner in der Einflugschneise der umstrittenen Bahn liegen.

Fraport ist zur Zahlung bereit.

Fraport ist zur Zahlung bereit.

HB FRANKFURT. Im Gegenzug müssten die Anwohner dann auf gerichtliche Schritte gegen den bereits jetzt unter Zeitdruck stehenden Ausbau verzichten, teilte der Fraport-Vorstand am Montag in Frankfurt mit.

Das Ausgleichsprogramm „Fraport Casa“ sei ein freiwilliges Angebot von Fraport und bislang in Europa einmalig, sagten der Aufsichtsratsvorsitzende, Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU), und Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender in Frankfurt. Die Gelder seien ein zusätzliches Angebot neben den gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutzmaßnahmen.

Die Landebahn soll nach bisheriger Planung 2009 in Betrieb gehen, zwei Jahre später als ursprünglich vorgesehen. Europas zweitgrößter Flughafen leidet bereits jetzt unter Kapazitätsengpässen. Die Genehmigungsunterlagen für das von Anwohnern und betroffenen Gemeinden zum Teil heftig bekämpfte Ausbauprojekt liegen seit kurzem aus. Für den Flughafenausbau hat die Fraport AG knapp 3,5 Mrd. € veranschlagt, davon allein für die Landebahn 750 Mill. €.

In der Einflugschneise mit Flughöhen unter 350 Metern liegen nach Fraport-Berechnungen rund 1200 Wohnimmobilien in den Orten Flörsheim, Raunheim und in einem kleinen Teilbereich von Kelsterbach. Für gut 500 Immobilien in einer Kernzone bietet Fraport den Ankauf zum Preis von 150 € je Quadratmeter Wohnfläche an, für die übrigen 700 stehen je nach Überflughöhe Ausgleichszahlungen von 100 und 50 € je Quadratmeter bereit.

Wenn das Programm größtenteils in Anspruch genommen werde, sei mit 40 bis 50 Mill. € Aufwand zu rechnen, sagte Fraport-Vorstandsvize Manfred Schölch: „Vielleicht auch noch etwas mehr.“ Es gehe Fraport nicht darum, jetzt Druck auf die Anwohner auszuüben. Bis Ende Juni 2007 könnten Ansprüche angemeldet werden. „Die Anwohner können also in Ruhe auch die bevorstehenden Erörterungen der jetzt ausgelegten Pläne abwarten“, sagte Schölch. „Es gibt hinreichend Zeit zu überlegen, ob man den Klageweg einschlägt oder nicht.“

Fraport geht davon aus, dass die aufgekauften Häuser und Wohnungen nicht abgerissen werden müssen. Man werde versuchen, sie an andere Interessierte weiterzuverkaufen oder zu vermieten, sagte Schölch.

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