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29.06.2012

22:16 Uhr

Fresenius-Offerte

Rhön-Klinik-Übernahme ist geplatzt

Die Übernahme durch Fresenius ist gescheitert. Knapp sechs Prozent der Rhön-Aktien haben dem Gesundheitskonzern am Ende gefehlt. Es wäre die größte Übernahme am deutschen Krankenhausmarkt gewesen.

Die Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius ist gescheitert. dpa

Die Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius ist gescheitert.

FrankfurtDie Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius ist geplatzt, aber aufgeben will der Gesundheitskonzern nicht. Fresenius verfehlte nur relativ knapp sein Ziel, mindestens 90 Prozent plus eine Aktie der Rhön-Papiere zu erwerben. Insgesamt seien 84,3 Prozent des Grundkapitals von Rhön angedient worden, teilte das Dax-Unternehmen am Freitagabend in Bad Vilbel mit. Eine Verlängerung der Frist zum weiteren Angebot von Aktien ist nicht möglich.

Fresenius-Vorstandschef Ulf Schneider will dennoch nicht aufgeben, sondern sucht nach neuen Optionen für eine Fusion: „Wir sind weiterhin von den großen Vorteilen eines Zusammenschlusses von Rhön-Klinikum und Helios überzeugt und werden unsere Handlungsmöglichkeiten in den kommenden Tagen eingehend prüfen“, sagte er laut Pressemitteilung.

Die Rhön-Aktie brach nachbörslich beim Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz um fast 10 Prozent ein. Die Fresenius-Aktie dagegen reagierte kaum.

Fresenius wollte mit dem Zusammenschluss den europaweit größten privaten Krankenhausbetreiber mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro formen. Dafür hatte der Konzern 22,50 Euro je Aktie in bar oder insgesamt 3,1 Milliarden Euro für den fränkischen Konkurrenten geboten, was einem Aufschlag von 50 Prozent auf den Kurs der Rhön-Aktie vor Bekanntwerden der Übernahmepläne entsprach. Inklusive einer Nettofinanzverschuldung von circa 800 Millionen Euro wurde Rhön so mit etwa 3,9 Milliarden Euro bewertet. Am Mittwoch um Mitternacht war die Frist zur Andienung der Aktien ausgelaufen.

Die Asklepios-Kliniken hatten sich noch kurz vor Fristablauf eingeschaltet und 5,01 Prozent an Rhön-Klinikum erworben. Der Fresenius-Konkurrent hatte sich aber nicht zu den strategischen Optionen geäußert, die sich aus dem millionenschweren Einstieg ergeben. Man wolle sich alle Möglichkeiten offenhalten, hatte es nur geheißen. Laut Schneider wurde so die Übernahme blockiert, ohne „konstruktive Alternative“ anzubieten. Das habe verunsichert.

Asklepios-Eigner Bernard Broermann hat mit dem Aktienpaket ein Faustpfand, wenn es zu weiteren Gespräche über Zusammenschlüssen in der Branche kommen sollte, sagen Experten. "Mit dem Anteil von fünf Prozent hat Asklepios auf jeden Fall eine Sperrminorität für einen Squeeze-out bei Rhön", erklärte LBBW-Analyst Timo Kürschner. Er hält es jedoch auch für möglich, dass Fresenius den Asklepios-Gründer Broermann in Verhandlungen zum Einlenken bewegen könnte. "Das müsste dann aber im Rahmen eines neuen Angebots geschehen."

Kommentare (5)

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Krankenhaus

29.06.2012, 21:36 Uhr

Da haben sich die Leute von Fresenius wohl ein wenig verzockt. Auch wenn die erreichten 84% ein sehr ordentliches Ergebnis sind. Wieso hat Fresenius nicht noch mehr Aktien selbst gekauft? Das Angebot hatte die Möglichkeit doch eingeräumt, die Finanzierung war durch diverse Banken auch gesichert. Den Fehler müssen sich dann eben Vorstand und Aufsichtsrat selbst anrechnen. Oder sie wollten zu viel auf einmal. Statt sofort 90%, hätten auch weniger Prozente für einen ersten Schritt langen können.

Ich denke man darf gespannt sein, wie es in der nächsten Zeit weiter geht. Anscheinend hat Asklepios seinen Anteil an Rhön ja behalten.

Maximilian.Baehring

30.06.2012, 00:49 Uhr

bekommen wir jetzt Geldscheine mit Zahnspangen statt Glas Eyes wegen der Ausgrenzung?

Maximilian.Baehring

30.06.2012, 01:10 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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