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02.09.2014

17:28 Uhr

Fronten bleiben verhärtet

Weitere Streiks bei Bahn und Lufthansa

Reisende müssen sich auf weitere Streiks einstellen. Sowohl die Lokführer-Gewerkschaft GDL als auch die Pilotenvereinigung Cockpit kündigen Arbeitsniederlegungen an. Regierung bereitet Tarif-Einheitsgesetz vor.

Erst am Montag hatte ein Streik der Lokführer den Fahrplan der Deutschen Bahn durcheinander gebracht. Auch viele Pendler waren betroffen. dpa

Erst am Montag hatte ein Streik der Lokführer den Fahrplan der Deutschen Bahn durcheinander gebracht. Auch viele Pendler waren betroffen.

BerlinReisende müssen sich wegen der Tarifkonflikte im Bahn- und Luftverkehr erneut auf Streiks einstellen. Nach dem bundesweiten Lokführer-Streik am Montagabend verschärfte sich der Ton zwischen der Gewerkschaft GDL und dem Staatskonzern am Dienstag. GDL-Chef Claus Weselsky stellte weitere Warnstreiks in Aussicht.

Auch die Lufthansa will im Streit mit der Pilotenvereinigung Cockpit hart bleiben, die ebenfalls gestreikt hatte. „Wir halten die Streikdrohung aufrecht und werden jeden Ausstand einen Tag vorher ankündigen“, sagte ein Cockpit-Sprecher.

Am Dienstagabend trafen sich Kanzlerin Angela Merkel sowie Gewerkschafts- und Industrievertreter. Die Koalition will mit einem Gesetz zur Tarifeinheit die Macht von Spartengewerkschaften in Betrieben eindämmen.

Nach dem ersten Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL am Montagabend warteten Zehntausende Berufspendler und Fernreisende vergeblich auf Züge. Zwar normalisierte sich der Verkehr am Dienstagmorgen wieder, es ist allerdings mit weiteren Zugausfällen und Verspätungen zu rechnen.

„Wir gehen davon aus, dass wir eventuell noch ein, zwei Warnstreiks durchführen“, sagte Weselsky. Sollte die Deutsche Bahn nicht einlenken, würde parallel in einer Urabstimmung über einen Dauerstreik entschieden.

Fakten zur Deutschen Bahn

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 189,9 Millionen Tonnen (ein Minus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Die Zahlen stammen aus dem 1. Halbjahr 2014.

Fahrgäste Bahnverkehr

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 1,001 Milliarden (Vorjahr: 991 Millionen). Davon waren 62,2 Millionen im Fernverkehr unterwegs (minus 0,5 Prozent).

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 1,088 Milliarden Euro (1,018 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 642 Millionen Euro (Vorjahr: 554 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Mitte Juni 2014 hatte der Staatskonzern etwa 296.900 Mitarbeiter, 0,4 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2013.

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2014 einen Umsatz von 19,73 Milliarden Euro (19,37 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum).

Bahn-Personalchef Ulrich Weber bezeichnete den Ausstand als Rückfall in alte Rituale. „Die Warnstreiks sind total überzogen.“ Die GDL habe zudem getäuscht, in dem sie behauptet habe, die Berufspendler schonen zu wollen. Weselsky warf der Bahn Verantwortungslosigkeit und Provokation vor.

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn, die Kürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden sowie bessere Schichtpläne. Kern des Konflikts ist aber, dass die GDL dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Diese Eisenbahner will die größere Konkurrenzgewerkschaft EVG aber weiter vertreten.

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