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26.03.2017

16:32 Uhr

Frühe Spargelernte

Vorsprung durch Heiztechnik

Vondpa , Elmar Stephan

Die Spargelsaison hat begonnen. Noch nicht überall – aber bei einigen Landwirten in Deutschland sind kleine Spargelmengen jetzt schon erntereif. Sie nutzen Abwärme, um die Felder zu beheizen.

Deutsche Landwirtschaft

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KirchdorfEs ist sieben Uhr morgens im niedersächsischen Kirchdorf, Mitte März. Auf dem Spargelfeld von Hof Thiermann sind schon die ersten Erntehelfer fleißig: Sie schieben Stück für Stück eine über das Beet gewölbte Plastikfolie beiseite – das ganze sieht aus wie ein Mini-Tunnel, der über das Beet gebaut wurde. Darunter liegt noch eine Folie: auf der einen Seite schwarz, auf der anderen Seite weiß. Darunter befindet sich die zu einem Damm aufgehäufte Erde, aus der vereinzelt die weißen Spargelspitzen heraus ragen.

Das Erstaunliche ist der Zeitpunkt. Spargel – das erste frische Frühlingsgemüse, das auf deutschen Feldern wächst – liebt die Sonne und die Wärme. Ab zehn Grad fängt die Spargelwurzel an zu treiben. So um die 15 Grad brauchen die Pflanzen, um zur Erntereife zu gelangen, sagt Stefan Pohl. Er ist Ernteleiter beim Gemüsehof Thiermann, einem der großen Spargelproduzenten Deutschlands. Jetzt, Anfang bis Mitte März, ist es eigentlich noch viel zu kalt für die Spargelernte. Die klassische Spargelsaison beginnt regulär frühestens Ende März, Anfang April oder noch später – abhängig von der Region und der Witterung.

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Das Geheimnis ist eine Biogasanlage, die in wenigen Metern Entfernung vom Feld steht. „Wir nutzen die Abwärme“, sagt Pohl. Der landwirtschaftliche Betrieb betreibt auch eine Schweinemast, und aus der Gülle produziert der Hof Wärme, die zum Heizen von Gebäuden genutzt wird. Die übrig bleibende Wärme wird mit etwa dreißig Grad warmem Wasser in Rohren unter die Beete geführt.

Einige Landwirte sind in den vergangenen Jahren auf die Idee gekommen, Abwärme zu nutzen, um ein bisschen Spargel früher ernten zu können als andere. Wie viele das in ganz Deutschland sind, verrät keine Statistik. Vielleicht sind es sechs, vielleicht sind es zehn, vielleicht ein paar mehr – die Experten der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO), der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) oder der regionalen Erzeugergemeinschaften wissen es nicht.

„Es gibt keine Statistik über den Anbau von Heizspargel in Deutschland“, heißt es bei der BVEO. Der Anbau hänge von „einzelbetrieblichen Möglichkeiten“ ab. Genutzt werde etwa die Abwärme von Kraftwerken oder aus dem Tagebau. In einigen Fällen werden zum Beispiel Hackschnitzelkraftwerke im Betrieb eingesetzt, um die Spargeldämme zu heizen.

Auch über die geernteten Mengen gibt es keine Zahlen. Viel sei es nicht, sagt Stefan Pohl: Knapp 500 Hektar Anbaufläche hat der Betrieb bei Kirchdorf, drei Hektar davon sind Heizspargel. Ein Hektar liefere in der gesamten Saison zwischen acht und zehn Tonnen Spargel, aber auf den beheizten Feldern werde zunächst nur jeden zweiten Tag geerntet. Die Ausbeute liege derzeit bei 800 bis 900 Kilo pro Erntetag.

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