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13.08.2013

06:40 Uhr

Für gebrauchte Schiffe

Reedereien gründen Investmentgesellschaft

ExklusivDie Preis für Schiffe sind derzeit auf einem niedrigen Niveau. Um die günstige Lage ausnutzen zu können, schließen sich nun zwei Hamburger Reedereien zusammen – um gebrauchte Schiffe gemeinsam zu kaufen.

Schiffe sind günstig zu haben. Um die Lage zu nutzen, gründen E.R. Capital Group und die Schulte Group eine Investmentgesellschaft. dpa

Schiffe sind günstig zu haben. Um die Lage zu nutzen, gründen E.R. Capital Group und die Schulte Group eine Investmentgesellschaft.

HamburgMit der E.R. Capital Group und der Schulte Group gründen zwei Hamburger Reedereigruppen eine gemeinsame Investmentgesellschaft. Das Joint Venture Quayside Maritime Partners, kurz QMP, soll die derzeit niedrigen Preise nutzen und gebrauchte Schiffe aufkaufen. Ziel ist es, die Schiffe im Fall einer Erholung des Marktes mit Gewinn wieder zu veräußern.

„Von den Investments profitieren sowohl die finanzierenden Banken, deren Kredite stabilisiert werden, als auch der Markt insgesamt“, sagte Ian Beveridge, Chef der Schulte Group, dem Handelsblatt. „Denn durch die Stabilisierung der angekauften Schiffe bleibt deren Wert erhalten und die Abwärtsspirale wird nicht weiter angetrieben.“

Reedereien in Deutschland

Platz 10

Bernhard Schulte Group - 4,1 Millionen dwt (Deadweight Tonnage = Tragfähigkeit eines Schiffs in Tonnen): Die Schulte Group umfasst die Reederei Bernhard Schulte als Eigner- und Reeder der eigenen Schiffe, die Bernhard Schulte Shipmanagement als Schiffsmanagementunternehmen, die OPDR als eigenständige Linienreederei und die BS Treuhand als Treuhandunternehmen.

Platz 9

Rickmers Reederei - 4,3 Millionen dwt: Keimzelle der Rickmers Reederei war die 1834 von Rickmer Clasen Rickmers in Bremerhaven gegründete Rickmers Werft. Später wurde das Unternehmen um eine Reederei sowie verschiedene Reismühlen erweitert. Die beiden Brüder Bertram R. C. Rickmers und Erck Rickmers, Nachkommen des Firmengründers in fünfter Generation, betreiben heute zwei rechtlich vollständig voneinander unabhängige Unternehmensgruppen.

Platz 8

Hapag Lloyd - 4,4 Millionen dwt: Die Hapag-Lloyd AG ist ein Transport- und Logistikunternehmen mit Firmensitz in Hamburg. Am 28. März 2012 bewilligte die Hamburgische Bürgerschaft mit den Stimmen der SPD und Die Linken 420 Millionen Euro für einen weiteren Anteilskauf an der Reederei. Damit wird die Stadt Hamburg mit 39,6 Prozent der größte Einzelaktionär der Hapag-Lloyd AG.

Platz 7

Hartmann Group - 4,6 Millionen dwt: Die Hartmann AG ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Leer.

Platz 6

Neu Seeschifffahrt - 5,4 Millionen dwt: Das Unternehmen hat seinen Sitz am Alsterufer in Hamburg.

Platz 5

Peter Döhle Schiffahrts KG - 6,0 Millionen dwt: Die Flotte des Hamburger Unternehmens umfasst 450 Containerschiffe.

Platz 4

Conti Holding - 6,2 Millionen dwt: 73 Containerschiffe, 22 Bulker, acht Produktentanker, zwei Gastanker, ein Hochsee- und zwei Flusskreuzfahrtschiffe machen Conti zu einer der größten und modernsten Reedereien weltweit.

Platz 3

E.R. Schifffahrt - 6,3 Millionen dwt: E.R. Schiffahrt ist maritimer Dienstleister für die Container-, Massengut- und Multipurpose-Schifffahrt. Derzeit disponiert die Reederei 137 Schiffe in Fahrt. Die E.R. Offshore managt 13 Spezialschiffe für die Öl- und Gasförderung auf See.

Platz 2

Dr. Peters - 7,1 Millionen dwt: Bisher investierte die Dr. Peters Gruppe ca. 6,56 Milliarden Euro in Flugzeuge, Schiffe, Immobilien und den Zweitmarkt von US-Lebensversicherungen. Das von mehr als 85.000 Beteiligungen eingezahlte Eigenkapital beträgt rund 3,18 Milliarden Euro.

Platz 1

C.P. Offen - 8,4 Millionen dwt: Die Reederei Claus-Peter Offen (gegründet 1971) gehört zu den weltweit größten Anbietern moderner Containerschiff-Tonnage und hat ihren Sitz in Hamburg.

Schiffe werden mit einer Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren kalkuliert. „Seit dem Sommer 2008, als die meisten Schifffahrtsmärkte eine starke Boomphase verzeichneten, sind die Schiffswerte drastisch verfallen“, sagte Branchenkenner Burkhard Lemper, Professor am Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL). Die Preise gebrauchter Schiffe liegen je nach Typ zwischen 45 und 85 Prozent unter dem Spitzenwert von 2008.

E.R. Capital und Schulte statten ihr Joint Venture zum Start mit einem zweistelligen Millionenbetrag aus, zusätzliche Geldgeber sind willkommen. „Die Struktur ist so angelegt, dass sich weitere schifffahrtsaffine Investoren beteiligen können. Dies ist der zweite Schritt dieses Joint Ventures und ausdrücklich gewünscht“, sagte Nicholas Teller, Chef der E.R. Capital Holding . Gedacht ist dabei an Finanzinvestoren.

Die Hamburger managen über ihre Töchter Bernhard Schulte Shipmanagement und E.R. Schiffahrt zusammengerechnet eine Flotte von rund 800 Schiffen und beschäftigen mehr als 20 000 Seeleute. Die Verbindung ermöglicht Quayside Maritime Partners den Betrieb von Container- und Massengutschiffen, Tankern, aber auch Spezialschiffen wie Plattformversorgern und Ankerziehschleppern. Das erste Kaufobjekt des Gemeinschaftsunternehmens ist ein mittelgroßes Containerschiff.

Von

mcs

Kommentare (1)

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APO-Man

13.08.2013, 09:02 Uhr

Diese Idee hatten schon drei Jüngere aus der Branche und wird jetzt von den etablierten Alten nachgeahmt.

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