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18.09.2014

14:34 Uhr

Für Jugendliche

Unternehmensallianz verspricht neue Arbeitsplätze

Eine Unternehmensallianz an der unter anderem die Konzerne Google und Nestlé beteiligt sind, will mindestens 100.000 neue Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen. Dazu kämen Lehrstellen und Praktika.

Eine Unternehmensallianz will mindestens 100.000 neue Arbeitsplätze für Jugendliche. Der beteiligte Konzern Nestlé soll dabei zunächst 20.000 Stellen anbieten. dpa

Eine Unternehmensallianz will mindestens 100.000 neue Arbeitsplätze für Jugendliche. Der beteiligte Konzern Nestlé soll dabei zunächst 20.000 Stellen anbieten.

VeveyEtwa 200 europäische Unternehmen haben sich zu einer Allianz zusammengeschlossen, die mindestens 100.000 neue Arbeitsstellen für Jugendliche schaffen will. Außerdem sollten in den nächsten Jahren Lehrstellen und Praktika angeboten werden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Europaabteilung des Lebensmittelkonzerns Nestlé, Laurent Freixe, am Donnerstag im schweizerischen Vevey. Europaweit ist durchschnittlich fast jeder vierte Jugendliche arbeitslos.

„Wir sind zuversichtlich, dass es in den kommenden Jahren mehr als 100.000 neue Chancen geben wird, aber es sollten noch mehr sein“, sagte Freixe. Nestlé habe 20 000 neue Stellen bis 2016 versprochen, 8000 gebe es bereits. Die bulgarische Europaabgeordnete Ewa Paunowa sagte, auch die Regierungen könnten etwas gegen die Jugendarbeitslosigkeit tun. Arbeitserfahrungen müssten bereits in der Schule vermittelt werden.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.

Zu der Firmenallianz gehören unter anderem Adecco, AXA, Cargill, CHEP, DS Smith, EY, Facebook, Firmenich, Google, Nielsen, Publicis, Salesforce und Twitter. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, Jugendlichen den Übergang von der Schule ins Arbeitsleben zu erleichtern. Dazu wollen sie diesen Möglichkeiten anbieten, ihre Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten zu verbessern.

Von

ap

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