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08.03.2013

17:51 Uhr

Fusion der Konkurrenten

Hapag-Lloyd-Großaktionär will Börsengang mit Hamburg Süd

Der Großaktionär des Logistikkonzerns Hapag Lloyd hat Großes vor. Zunächst will Klaus-Michael Kühne eine gleichberechtige Fusion der Firma mit Konkurrent Hamburg Süd – und dann mit der neuen Großreederei an die Börse.

Der Großaktionäre von Hapag-Lloyd, Klaus-Michael-Kühne, will das Unternehmen mit Hamburg Süd zusammenschließen – und an die Börse bringen. dapd

Der Großaktionäre von Hapag-Lloyd, Klaus-Michael-Kühne, will das Unternehmen mit Hamburg Süd zusammenschließen – und an die Börse bringen.

DüsseldorfHapag-Lloyd -Großaktionär Klaus-Michael Kühne strebt eine gleichberechtigten Fusion des Unternehmens mit dem Konkurrenten Hamburg Süd an - gefolgt von einem Börsengang. "Ich möchte einen Merger of Equals, eine Fusion unter Gleichen, erreichen", sagte Kühne der Zeitung "Die Welt" (Freitagausgabe). "Die zweite Voraussetzung für eine Einigung ist der Börsengang der neuen Großreederei aus Hapag-Lloyd und Hamburg Süd", ergänzte der Milliardär, dem der Logistikkonzern Kühne + Nagel mehrheitlich gehört. "Ich denke, ein Zeithorizont von zwei bis drei Jahren ist realistisch."

Hapag-Lloyd-Aufsichtsratschef Jürgen Weber reagierte verschnupft auf die Äußerungen Kühnes. Die Gespräche mit Hamburg-Süd über eine mögliche Fusion würden "unter strengster Vertraulichkeit" geführt, erklärte der ehemalige Lufthansa-Chef. "Bei den heute veröffentlichten Äußerungen, so sie denn richtig wiedergegeben wurden, handelt es sich lediglich um die Meinung eines einzelnen Anteilseigners." Sobald Ergebnisse vorliegen, werde er sich als Aufsichtsratschef offiziell dazu äußern.

Kühne erklärte, ihm sei wichtig, dass der Zusammenschluss auf Augenhöhe geschehe. "Ich favorisiere eine Partnerschaft mit Oetker, nicht eine Übernahme durch Oetker." Es sei "völliger Unsinn", dass er eine Einigung zwischen Hapag-Lloyd und der von der Bielefelder Oetker-Gruppe kontrollierten Hamburg Süd blockiere, bekräftigte Kühne.

Die beiden größten deutschen Reedereien hatten im Dezember angekündigt, einen Zusammenschluss zu prüfen, um sich gegen die Branchenkrise zu stemmen. Wenn die Geschäftszahlen vorliegen, soll mit der Bewertung der Unternehmen begonnen werden. Diese könnte dann Grundlage für die Anteilsverhältnisse an einem Gemeinschaftsunternehmen werden - vorausgesetzt, die Unternehmen einigen sich. Bis zum Juni rechnet Kühne mit den Bewertungen.

In dem Zeitungsinterview wies Großaktionär Kühne darauf hin, dass Hapag-Lloyd deutlich größer sei als Hamburg-Süd. Das Verhältnis sei etwa zwei Drittel zu ein Drittel, sagte Kühne. "Dafür hat die Oetker-Reederei im Unterschied zu uns keine Schulden", fügte er hinzu. Am Ende werde sich das ausgleichen, der Wert der Unternehmen werde vergleichbar sein. "Ich gehe von einer Parität zu Anfang aus. Kein Gesellschafter sollte zunächst den anderen beherrschen...", ergänzte der Unternehmer.

Bei einem späteren Börsengang halte er es für ideal, wenn Oetker vielleicht 40 Prozent behalte, er selbst 25 Prozent oder etwas weniger. Insider hatten darauf verwiesen, dass sich der Oetker-Konzern bei seinen Engagements nicht mit Minderheiten abgebe, sondern bei Partnerschaften den Hut aufhaben wolle. Das könnte zu Konflikten führen.

Hapag-Lloyd werde aber sowieso an die Börse gehen, "ob mit oder ohne Hamburg Süd", das ergebe sich schon alleine durch die Gesellschafter. "TUI will seine 22 Prozent so rasch wie möglich loswerden, auch die kleineren Anteilseigentümer im Ballin-Konsortium wollen aussteigen. Und schließlich will auch die Stadt Hamburg langfristig ihre Anteile verringern. All das geht nur über einen Börsengang", erklärte Kühne.

Von

rtr

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