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07.12.2011

15:41 Uhr

Fusion mit Nyse

Börse prüft neue Zugeständnisse

Die Deutsche Börse prüft, diverse Derivate-Geschäfte abzuspalten. So will die Börse doch grünes Licht aus Brüssel für die Fusion mit der Nyse zu bekommen. Dadurch würde ein eigenständiger Konkurrent entstehen.

Die Deutsche Börse ist bei der Fusion mit der Nyse zu weitgehenden Zugeständnissen bereit. dapd

Die Deutsche Börse ist bei der Fusion mit der Nyse zu weitgehenden Zugeständnissen bereit.

FrankfurtDie Deutsche Börse erwägt weitergehende Zugeständnisse, um aus Brüssel grünes Licht für die neun Milliarden Dollar schwere Fusion mit der New Yorker Nyse zu bekommen. Die Börse könnte den EU-Wettbewerbshütern anbieten, diverse Derivate-Geschäfte abzuspalten und daraus einen neuen eigenständigen Konkurrenten zu bilden, sagten zwei Personen aus dem Umfeld des Unternehmens am Mittwoch zu Reuters. „Das ist ein Ass, das wir im Verhandlungspoker mit der EU-Kommission noch in der Hinterhand haben“, sagte einer der Insider.

Nyse und Deutsche Börse hatten der EU Mitte November angeboten, sich von einem Teil des Europa-Geschäfts mit Aktienderivaten zu trennen und deren Abwicklung (Clearing) über die Tochter Eurex auch anderen Börsenbetreibern zu ermöglichen. Sollten sie diese Geschäfte nicht einzeln an Wettbewerber verkaufen, sondern einen neuen Anbieter schaffen, könnte das für mehr Wettbewerb sorgen und die EU-Kommission milde stimmen, so das Kalkül des Unternehmens. Allerdings prüfe die Börse auch andere Optionen, sagte der Insider weiter. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Der Konzern wollte sich dazu nicht äußern.

„Chancen stehen 50:50“

„Das wäre eine kreative Lösung, aber ich bin mir nicht sicher, ob sich das realisieren lässt und ob die EU-Kommission sich damit zufrieden gibt“, sagte Christian Muschick von Silvia Quandt Research. Manager beider Unternehmen hatten am Dienstag in Brüssel erneut mit den Wettbewerbshütern über die Fusion verhandelt und bekamen dabei die Einwände der Konkurrenten gegen den Zusammenschluss zu hören. Die Kommission habe verhalten auf die bisherigen Zugeständnisse der Börse reagiert, sagte eine weitere mit den Verhandlungen vertraute Person. „Die Chancen, dass die Kommission zustimmt, stehen 50 zu 50.“ Den Wettbewerbshütern stößt vor allem die dominierende Rolle der Deutsche-Börse-Tochter Eurex und der zu Nyse gehörenden Londoner Derivatebörse Liffe auf, die im Derivatehandel an europäischen Börsen zusammen auf einen Marktanteil von über 90 Prozent kommen würden. Bisher gebe es allerdings keine Anzeichen, dass die Behörde für eine Zustimmung den Verkauf von Eurex oder Liffe fordern wolle, sagte einer der Insider. „In diesem Fall würde die Fusion platzen.“ Die Aktien der Deutschen Börse gaben nach der Reuters-Meldung über mögliche neue Zugeständnisse nach. Am Nachmittag notierten sie fast sechs Prozent schwächer und waren damit größter Verlierer im Leitindex Dax.

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