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01.02.2012

14:28 Uhr

Fusion mit Nyse gestoppt

Börsen-Chef Francioni nennt EU „realitätsfremd“

Die EU verbietet die Fusion von Nyse Euronext und der Deutschen Börse. Deren Chef Reto Francioni wettert in ungewohnt scharfer Form. „Von Gestern“ sei die Denkweise der Behörde. Und sogar die Konkurrenz stimmt ihm zu.

Francioni: "Schwarzer Tag für Europa"

Video: Francioni: "Schwarzer Tag für Europa"

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Frankfurt/DüsseldorfDie milliardenschwere Fusion der Deutschen Börse mit der New Yorker Nyse ist geplatzt. Die EU-Kommission untersagte am Mittwoch den Zusammenschluss zum weltgrößten Börsenbetreiber. Trotz Zugeständnissen der Unternehmen sei die EU zu der Einschätzung gelangt, „der Zusammenschluss behindere in erheblichen Maß effektiven Wettbewerb und hat den Zusammenschluss als mit dem gemeinsamen Markt für nicht vereinbar erklärt“, teilte die Deutsche Börse mit. Die Ablehnung war erwartet worden, nachdem EU-Kommissare zuletzt Bedenken gegen eine Fusion geäußert hatten. Ihnen ist die dominante Stellung der beiden Unternehmen im Derivate-Geschäft an europäischen Börsen ein Dorn im Auge.

Für Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni ist es bereits die dritte gescheiterte Fusion in den letzten fünf Jahren. Sein Konzern muss sich nun auf absehbare Zeit alleine im weltweiten Wettbewerb behaupten. Andere große Transaktionen und eine grundlegende Konsolidierung der Börsenlandschaft, wie sie von vielen Branchenvertretern Anfang 2011 ausgerufen wurde, wird es nach Ansicht von Experten nun vorerst nicht geben.

Die Deutsche Börse äußerte sich nach der Entscheidung mit ungewöhnlich scharfen Worten: „Dies ist ein schwarzer Tag für Europa und seine zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auf den weltweiten Finanzmärkten.“ Die Entscheidung der EU-Kommission basiere auf einer „realitätsfremden verengten Marktdefinition“, die der globalen Natur des Wettbewerbs im Derivatemarkt nicht gerecht werde.

Europas oberster Wettbewerbshüter, Joaquín Almunia, hatte das Veto mit der Sorge vor einem Quasi-Monopolisten im Handel mit Derivaten - also Finanzwetten - begründet. „Wir konnten nicht erlauben, dass so etwas geschieht“, sagte der EU-Kommissar.

Deutsche Börse und Nyse Euronext hatten die Megafusion vor knapp einem Jahr angekündigt und bis zuletzt für die weltgrößte Super-Börse geworben. Sie wollten einen neuen „Champion“ schaffen, der es mit Konkurrenten aus Amerika und Asien aufnehmen kann. Mitarbeiter und Politiker fürchteten dagegen, dass es zu einem Ausverkauf des Finanzplatzes Frankfurt kommen könnte. Auch die hessische Landesregierung hatte signalisiert, als Börsenaufsicht der Vereinigung nicht zustimmen zu wollen.

Zudem werde der außerbörsliche (OTC-)Derivatemarkt als der größte Teil des Marktes komplett ausgegrenzt. Die Entscheidung sei „inkonsistent und steht im Widerspruch zu dem gleichzeitig von der Kommission verfolgten Ziel zur Ausweitung der Finanzmarktregulierung auf den OTC-Derivatemarkt“.

Die Entscheidung der EU-Kommission stehe auch im Gegensatz zu der in den USA bereits im Jahr 2007 vorgenommenen Beurteilung des Derivatemarkts. Dort durften sich die beiden Chicagoer Unternehmen CME und CBOT zu der größten global agierenden Derivatebörse zusammenschließen.

Kommentare (14)

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P17

01.02.2012, 14:41 Uhr

Man muss sich nicht wundern. Deutschland spurt nicht so, wie sich das die Pfeifen in Brüssel vorstellen - wir zieren uns, den Rettungsschirm noch mehr zu erweitern - also werfen sie uns Knüppel zwischen die Beine. Merke: Nichts passiert zufällig! Es wird Zeit, dass wir diesem verkommenen Laden, lebe wohl sagen. Freier Handel in Europa ja, aber nicht mit diesen korrupten Bürokratenmonstern aus Brüssel. (Im übrigen, meine persönliche Meinung zur Fusion ist, dass man sie besser unterlassen sollte)

Account gelöscht!

01.02.2012, 14:55 Uhr

Also, ich denke, verarschen können wir uns ohne die Schmarotzer und Nichtsnutze aus Brüssel doch viel besser. Und deshalb müssen wir diesen Saustall umgehend verlassen.

Charly

01.02.2012, 14:59 Uhr

Also wie bekannt halte ich ja von der EUdSSR überhaupt nichts.

Aber in diesem Fall kann man nur froh sein, dass die Fusion nicht erlaubt wurde.

Alle Privatanleger sollten mal darüber nachdenken, dass bei einer Fusion alle ihre Wertpapiere, auch deutsche Aktien amerikanischem Recht unterliegen würden. Ami-Land könnte jederzeit aus fadenscheinigen Gründen die Depots beschlagnahmen.

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